Papst Leo XIV. ist am Mittwoch zur zweiten Station seiner zehntägigen Afrika-Reise in Jaunde eingetroffen. Vor Präsident Paul Biya mahnte das Kirchenoberhaupt tiefgreifende Reformen und die Achtung der Menschenrechte an. Der Besuch steht im Schatten diplomatischer Spannungen mit US-Präsident Donald Trump und der anhaltenden Krise in den anglophonen Regionen des Landes.

Kritik an Korruption

Papst Leo XIV. forderte in Jaunde ein Ende der Korruption und mahnte Präsident Paul Biya zu Gewissenserforschung und Menschenrechten.

Anglophone Krise

Eine temporäre Waffenruhe ermöglicht den Besuch des Papstes in Bamenda inmitten des Bürgerkriegs in den englischsprachigen Regionen.

Diplomatischer Konflikt

Der Streit zwischen dem Vatikan und US-Präsident Trump über den Iran-Krieg überschattet die zehntägige Afrika-Reise.

Papst Leo XIV. traf am Mittwoch, dem 15. April, in Jaunde, Kamerun, ein und forderte die Behörden des Landes auf, „die Ketten der Korruption zu sprengen“. Diese Worte richtete er während einer Rede im Etoudi-Präsidentenpalast direkt an Präsident Paul Biya. Für den ersten US-amerikanischen Pontifex, der als Robert Francis Prevost in Chicago geboren wurde, ist Kamerun die zweite Station einer zehntägigen Reise durch vier afrikanische Staaten. Er landete kurz vor 14:00 Uhr GMT am Flughafen Jaunde-Nsimalen, kommend aus Algerien. Dort war der Beginn seiner Reise von einem Selbstmordattentat nahe Algier sowie einem öffentlichen Disput mit US-Präsident Donald Trump überschattet worden. Tausende Gläubige säumten die 25 Kilometer lange Strecke vom Flughafen zum Palast, schwenkten Flaggen des Vatikans sowie Kameruns und jubelten dem Konvoi zu. Nach einem Vier-Augen-Gespräch mit Biya sprachen beide Staatsmänner vor etwa 2.000 Diplomaten und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens. Die Botschaft des Papstes war politisch deutlich: Er rief zu einer „Gewissenserforschung“ auf und verlangte, dass Sicherheitsmaßnahmen „stets unter Achtung der Menschenrechte“ erfolgen müssten.

Papst übt seltene Kritik an der Regierung Biya Vor dem 93-jährigen Paul Biya, der Kamerun seit 1982 regiert, hielt Leo XIV. eine Rede, die Beobachter als ungewöhnlich bestimmt für ein ausländisches Staatsoberhaupt einstuften. „Damit Frieden und Gerechtigkeit herrschen können, müssen die Ketten der Korruption – welche die Autorität entstellen und ihr die Glaubwürdigkeit entziehen – gebrochen werden” — Pope Leo XIV via Al Jazeera Online Zudem mahnte der Papst den Schutz der Schwächsten, die Förderung sozialer Gerechtigkeit und das Gehör für Menschen am Rande der Gesellschaft an. Biya begrüßte den Gast mit zurückhaltenden Worten und erklärte, die Welt brauche die Botschaft von Frieden, Gerechtigkeit, Toleranz und Vergebung. Transparency International listete Kamerun im Jahr 2025 auf Platz 142 (von 182) — Rang Kameruns im Korruptionsindex 2025. Vor dem Besuch hatten zivilgesellschaftliche Organisationen in einer Erklärung eine „Phase beispielloser Repression“ beklagt und die Freilassung politischer Gefangener gefordert, von denen einige ohne Rechtsgrundlage festgehalten würden. Laut der Deutschen Welle befinden sich in Kamerun rund 2.900 Menschen in Haft, die Mehrheit davon in Untersuchungshaft oder ohne endgültiges Urteil.

Waffenruhe ermöglicht Friedensmission in Separatistengebieten Der Besuch ist vor allem aufgrund des Konflikts in den beiden anglophonen Regionen von Bedeutung. Dort sind laut Vereinten Nationen seit 2016 mindestens 6.000 Zivilisten ums Leben gekommen. Ein Bündnis von Separatisten kündigte am Montag einen dreitägigen „sicheren Korridor“ an, um während des Papstbesuchs freies Geleit zu ermöglichen. Am Donnerstag wird Leo XIV. in Bamenda, der größten englischsprachigen Stadt, eine Messe und ein „Friedenstreffen“ abhalten. Der Höhepunkt des Aufenthalts wird für Freitag in der Küstenmetropole Douala erwartet, wo laut Vatikan rund 600.000 Menschen zu einer Freiluftmesse kommen sollen. Der Konflikt, der nach der gewaltsamen Niederschlagung friedlicher Demonstrationen eskalierte, hat die Zivilbevölkerung zwischen Regierungsarmee und Unabhängigkeitskämpfern der „Republik Ambazonien“ isoliert. Menschenrechtsgruppen dokumentieren Entführungen, Erpressung und gezielte Tötungen. Etwa 37 Prozent der rund 30 Millionen Einwohner Kameruns sind katholisch; die Kirche unterhält ein dichtes Netz an Krankenhäusern und Schulen.

Streit mit Trump belastet die Reise Die Reise wird von einer öffentlichen Konfrontation zwischen Leo XIV. und Donald Trump begleitet. Letzterer hatte den Papst am Sonntag in sozialen Medien als „schrecklich“ bezeichnet und ihm am Dienstag mangelndes Verständnis für Außenpolitik vorgeworfen. Der Papst erklärte gegenüber Reuters, er werde seine Kritik am israelisch-US-amerikanischen Krieg gegen den Iran fortsetzen. Er hatte Trumps Drohungen gegen die iranische Zivilisation zuvor als „völlig inakzeptabel“ bezeichnet. Der Konflikt hat sich zu einer zentralen Belastungsprobe zwischen dem Vatikan und der US-Regierung entwickelt. Während des Fluges nach Kamerun betonte Leo XIV. die Notwendigkeit von Frieden und Koexistenz. „Trotz unserer unterschiedlichen Glaubensrichtungen und Lebensweisen können wir in Frieden zusammenleben” — Pope Leo XIV via ANSA Trumps Angriffe auf den Papst lösten laut Reuters Kritik in verschiedenen christlichen Lagern in den USA aus. Der 70-jährige Pontifex absolviert auf dieser Reise 18 Flüge zu 11 Städten, was logistisch als eine der aufwendigsten Reisen der jüngeren Kirchengeschichte gilt.

Kamerun war einst deutsche Kolonie, bevor es nach dem Ersten Weltkrieg zwischen Großbritannien und Frankreich aufgeteilt wurde. Die Krise in den englischsprachigen Landesteilen begann 2017 nach Protesten gegen die Marginalisierung der Minderheit. Die katholische Kirche nimmt traditionell eine Vermittlerrolle im Land ein. Paul Biya gehört zu den am längsten amtierenden Staatschefs weltweit. Papst Leo XIV. wurde im Mai 2025 nach dem Tod von Papst Franziskus gewählt.

Mentioned People

  • Paul Biya — Kameruński polityk, pełniący funkcję drugiego prezydenta Kamerunu nieprzerwanie od 1982 roku.
  • Pope Leo XIV — Głowa Kościoła Katolickiego i suweren Państwa Watykańskiego, pierwszy papież urodzony w Stanach Zjednoczonych.
  • Donald Trump — Prezydent Stanów Zjednoczonych (urzędujący od stycznia 2025 roku).

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