Laut einem Bericht der „New York Times“ hat Saudi-Arabiens Kronprinz Mohammed bin Salman Präsident Donald Trump in vertraulichen Gesprächen aufgefordert, den Krieg gegen Iran fortzusetzen und zu verschärfen. Er habe den laufenden Militäreinsatz als „historische Gelegenheit“ beschrieben, den Nahen Osten neu zu ordnen. Riad weist die Darstellung zurück und betont, man habe stets eine friedliche Lösung befürwortet.
NYT-Bericht über Druck aus Riad
Die „New York Times“ berichtet, Mohammed bin Salman habe Donald Trump zur Fortsetzung und Verschärfung des Kriegs gegen Iran gedrängt.
Riad bestreitet die Darstellung
Saudi-Arabien weist den Bericht zurück und betont, man habe stets auf eine friedliche Lösung gesetzt.
Uneinigkeit über die Folgen des Kriegs
Analysten zufolge fürchtet Saudi-Arabien eher ein geschwächtes, aber aggressiveres Iran als einen klaren Sieg.
Saudi-Arabiens Kronprinz Mohammed bin Salman hat Präsident Donald Trump nach Angaben der „New York Times“ dazu gedrängt, den Krieg gegen Iran fortzusetzen und zu intensivieren. Er habe den laufenden Militäreinsatz als „historische Gelegenheit“ bezeichnet, den Nahen Osten neu zu ordnen, berichtete die Zeitung am Dienstag, 24. März, unter Berufung auf Personen, die von US-Regierungsvertretern über die Gespräche unterrichtet worden seien. Demnach führten die beiden Staatschefs in der Woche vor dem 24. März eine Reihe von Gesprächen, in denen Mohammed bin Salman Trump aufgefordert habe, auf die Zerschlagung der iranischen Regierung zu drängen. Er habe argumentiert, die Islamische Republik stelle eine langfristige Bedrohung für den Persischen Golf dar, die nur durch die Beseitigung des Regimes in Teheran zu beseitigen sei. Die saudi-arabische Regierung wies den Bericht umgehend zurück und erklärte, sie habe stets eine friedliche Lösung des Konflikts unterstützt. Die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, wollte sich nicht äußern. Die Regierung kommentiere die privaten Gespräche des Präsidenten nicht, sagte sie.
Der derzeitige Krieg zwischen den Vereinigten Staaten, Israel und Iran begann am 28. Februar 2026 mit einer Operation, bei der der frühere Oberste Führer Ali Khamenei getötet wurde. Nach seinem Tod wurde Mojtaba Khamenei, sein Sohn, im März 2026 zum neuen Obersten Führer Irans ernannt. Die Beziehungen zwischen Saudi-Arabien und Iran waren über Jahre angespannt, auch wegen eines Angriffs auf saudi-arabische Ölanlagen im Jahr 2019, der mit Unterstützung Irans ausgeführt wurde und die Ölproduktion des Königreichs für kurze Zeit zur Hälfte zum Stillstand brachte. Saudi-Arabien bemühte sich anschließend um eine diplomatische Entspannung und nahm die Beziehungen zu Iran wieder auf, um das Risiko weiterer Angriffe vor dem Ausbruch des aktuellen Konflikts zu verringern. Riad fürchtet ein angeschlagenes Iran stärker als ein besiegtesDie Haltung Saudi-Arabiens, wie sie von Analysten beschrieben wird, die von der „Times“ zitiert wurden, spiegelt eine Abwägung wider, die nicht nur von der gegenwärtigen Lage, sondern vor allem von den Folgen danach geprägt ist. Mit der saudischen Macht vertraute Analysten sagten der Zeitung, Mohammed bin Salman hätte den Krieg zu Beginn wahrscheinlich lieber vermieden. Nun sehe er das schlimmste Szenario darin, dass Trump sich mit einem „unvollständigen“ Konflikt zufriedengebe, an dessen Ende Saudi-Arabien und andere Staaten der Region einem noch aggressiveren und ermutigten Iran gegenüberstünden. Der Prinz habe demnach argumentiert, dass Irans Fähigkeit, die Straße von Hormus immer wieder zu schließen, eine existentielle wirtschaftliche Bedrohung für die Golfstaaten darstelle. Mohammed bin Salman habe sich demnach auch für Bodeneinsätze ausgesprochen, um den Sturz des Regimes zu erreichen, und sei damit weiter gegangen als die derzeitige US-Militärhaltung. Laut Bloomberg, zitiert von LaSexta, gab es zudem Berichte, wonach Golfstaaten wie die Vereinigten Arabischen Emirate und Saudi-Arabien eine militärische Beteiligung am Konflikt erwägen, falls Iran ihre kritische Infrastruktur angreife, während Oman seine Rolle als Vermittler behalten wolle. Führende Vertreter sowohl der saudi-arabischen als auch der US-Regierung fürchten allerdings nach Angaben aus ihrem Umfeld, dass ein langwieriger Konflikt immer härtere iranische Angriffe auf saudi-arabische Ölanlagen nach sich ziehen und Washington in einen Krieg ohne absehbares Ende hineinziehen könnte. Trump setzt Energieschläge aus, Iran weist Waffenruhe-Vorschlag zurückPräsident Trump kündigte am Montag, 23. März, eine fünftägige Pause bei Angriffen auf Energieinfrastruktur an und erklärte, seine Regierung und Iran hätten „produktive Gespräche über eine vollständige und totale Beilegung der Feindseligkeiten“ geführt. Iran stellte diese Darstellung infrage. Teheran bestritt, dass formelle Verhandlungen laufen, und räumte nur das Vorhandensein von „Kontakten“ ein. Die Trump-Regierung übermittelte Iran über Pakistan einen 15-Punkte-Waffenruhe-Vorschlag, den Iran ablehnte. Teheran legte stattdessen einen eigenen Gegenvorschlag vor, der Entschädigungen vorsieht. Trotz der angekündigten Pause meldeten iranische Stellen am Dienstag neue US-israelische Angriffe auf Energieanlagen, darunter eine Gaspipeline am Kraftwerk Khorramshahr. Suchergebnisse im Netz deuten darauf hin, dass Trump zunehmend nach einem Ausweg aus dem Konflikt suchte. Er beschrieb den Krieg in seiner eigenen Darstellung als „Auslaufen“, während in Washington Berichte über eine mögliche Bodenoperation gegen Irans Insel Kharg kursierten, über die nach Berichten 90 Prozent des iranischen Öls transportiert werden. Ein US-Beamter bestätigte der „Jerusalem Post“ eine „Verstärkung“ der US-Militärpräsenz im Nahen Osten. Das könne auf eine unmittelbar bevorstehende Bodenoperation hindeuten, sagte der Beamte. Saudische Dementi steht im Widerspruch zu berichteter privater HaltungDie saudi-arabische Regierung veröffentlichte eine formelle Erklärung, in der sie den Bericht der „Times“ zurückwies. Das Königreich habe „schon immer eine friedliche Lösung dieses Konflikts unterstützt, noch bevor er begonnen hat“, hieß es. Riad räumte ein, dass seine Vertreter „in engem Kontakt mit der Trump-Regierung“ blieben, fügte aber hinzu, das „Engagement bleibe unverändert“. Die Regierung erklärte außerdem, ihre „Hauptsorge“ sei es derzeit, sich „gegen die täglichen Angriffe auf unsere Bevölkerung und unsere zivile Infrastruktur zu verteidigen“, und warf Iran vor, „eine Politik des gefährlichen Risikos statt ernsthafter diplomatischer Lösungen“ zu verfolgen. Der Widerspruch zwischen dem öffentlichen Dementi und den berichteten vertraulichen Gesprächen spiegelt die breitere Spannung wider, vor der die Golfstaaten stehen. Sie haben in den vergangenen Jahren daran gearbeitet, die Beziehungen zu Teheran zu stabilisieren, sehen sich nun aber iranischen Drohnen- und Raketenangriffen ausgesetzt, die als Reaktion auf die US-israelische Offensive gestartet wurden. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu teilt die Einschätzung, dass Iran eine langfristige Bedrohung darstellt. Analysten, die von der „Times“ zitiert wurden, verwiesen jedoch auf einen Unterschied: Israelische Vertreter würden einen gescheiterten iranischen Staat, der in inneren Unruhen feststeckt, wahrscheinlich als Erfolg werten, während Saudi-Arabien ein solches Ergebnis als direkte und ernsthafte Sicherheitsbedrohung vor der eigenen Haustür betrachte. Die Ernennung von Mojtaba Khamenei zum Obersten Führer nach dem Tod seines Vaters bei den Angriffen vom 28. Februar habe bislang eher Kontinuität als einen Zusammenbruch des iranischen Regimes bedeutet, was die saudische wie auch die israelische Kalkulation erschwere.
Mentioned People
- Mohammed bin Salman — Następca tronu i premier Arabii Saudyjskiej
- Donald Trump — Prezydent Stanów Zjednoczonych
- Benjamin Netanyahu — Premier Izraela
- Mojtaba Khamenei — Trzeci najwyższy przywódca Iranu od marca 2026 roku
- Karoline Leavitt — 36. rzeczniczka Białego Domu od 2025 roku
Sources: 16 articles
- L'Arabie saoudite pousse-t-elle à l'escalade pour éradiquer la menace iranienne ? (Courrier international)
- Prințul saudit Mohammed bin Salman face presiuni asupra lui Donald Trump ca să continue războiul cu Iranul (NYT) (Digi24)
- El príncipe saudí está presionando a Trump para que continúe la guerra contra Irán (ABC TU DIARIO EN ESPAÑOL)
- El líder de Arabia Saudita habría presionado a Trump para continuar la guerra en Irán (The New York Times)
- Irão. Riade terá pressionado Trump para continuar guerra (SAPO)
- Príncipe saudita terá incentivado Trump a continuar guerra no Irão (SAPO)
- Guerra contra Irão é "oportunidade histórica": Príncipe saudita pressiona Trump para continuar conflito (SAPO)
- El príncipe saudí estaría presionando a Trump para seguir la guerra en Irán y varios países del Golfo estarían estudiando participar militarmente (LaSexta)
- Após Trump falar em negociações, Irã e Israel trocam ataques (Deutsche Welle)
- El príncipe saudí presiona a Trump para seguir la guerra contra Irán, según el New York Times (eldiario.es)