Trotz Berichten über einen bevorstehenden Finanzstopp durch den saudi-arabischen Staatsfonds PIF betont LIV-Golf-CEO Scott O'Neil die Fortsetzung der Saison 2026. Mehrere Medienberichte, darunter der Financial Times, deuten hingegen auf eine strategische Neuausrichtung Riads hin. Bisher wurden seit dem Start der Liga im Jahr 2022 schätzungsweise 5,3 Milliarden US-Dollar investiert.

Widersprüchliche Berichte über PIF-Unterstützung

Während CEO Scott O'Neil die Fortsetzung der Liga garantiert, berichten Medien über einen bevorstehenden Finanzstopp durch den saudi-arabischen Staatsfonds.

Neue Strategie ohne LIV Golf

Der Staatsfonds PIF hat eine neue Fünfjahresstrategie für 2026–2030 veröffentlicht, in der die Golf-Liga nicht mehr erwähnt wird.

Geopolitischer Druck

Laut PIF-Gouverneur Al-Rumayyan zwingt der US-israelische Krieg gegen den Iran Saudi-Arabien dazu, Investitionsprioritäten neu zu bewerten.

Spielerfluktuation

Mit Brooks Koepka und Patrick Reed sind bereits hochkarätige Spieler zur PGA Tour beziehungsweise nach Europa zurückgekehrt.

Scott O'Neil, CEO von LIV Golf, bemühte sich am Mittwoch, den 15. April, Spieler und Mitarbeiter zu beruhigen. In einem Memo betonte er, dass die Saison 2026 „ohne Unterbrechung und mit voller Kraft“ fortgesetzt werde. Dies geschah vor dem Hintergrund zahlreicher Berichte der Financial Times, von The Athletic und dem Daily Telegraph, wonach der Public Investment Fund kurz davor stehe, seine finanzielle Unterstützung für die abtrünnige Golf-Liga einzustellen. Das Memo, von dem eine Kopie an die Associated Press ging, folgte auf einen Tag voller Spekulationen, die die Spieler verunsicherten, die sich zum sechsten Event der Saison 2026 in Mexiko-Stadt versammelt hatten. PIF-nahe Kreise erklärten gegenüber Reuters hingegen, dass die Finanzierung fortgesetzt werde und die verbleibenden neun Turniere des 14 Veranstaltungen umfassenden Kalenders wie geplant stattfänden. Die Unsicherheit wuchs jedoch, nachdem der PIF eine neue Fünfjahres-Investitionsstrategie für 2026–2030 veröffentlichte, in der LIV Golf nicht explizit erwähnt wird. 5.3 (Milliarden USD) — Gesamtausgaben von LIV Golf seit dem Start 2022 laut Money in Sport

„„Ich möchte unmissverständlich klarstellen: Unsere Saison läuft genau wie geplant, ohne Unterbrechung und mit voller Kraft weiter. Während die Medienlandschaft oft von Spekulationen geprägt ist, wird unsere Realität durch die Arbeit auf dem Rasen definiert. Wir steuern auf den Kern unseres Terminkalenders 2026 zu – mit der vollen Energie einer Organisation, die größer, lautstärker und einflussreicher ist als je zuvor.“” — Scott O'Neil via Associated Press

LIV Golf wurde im Juni 2022 ins Leben gerufen, finanziert durch den PIF, und löste umgehend einen Konflikt im professionellen Golfsport aus, indem die Liga Spielern neunstellige Antrittsprämien zahlte, um sie von der PGA Tour und der in Europa ansässigen DP World Tour abzuwerben. Im Juni 2023 kündigten die PGA Tour, der PIF und die DP World Tour eine Rahmenvereinbarung zur Zusammenführung ihrer kommerziellen Aktivitäten an und setzten eine Frist bis zum 31. Dezember 2023 für einen endgültigen Vertrag. Diese Frist verstrich ohne Einigung. In der Folge verfolgte die PGA Tour einen eigenen Investitionspfad und sicherte sich Kapital in Höhe von 3 Milliarden US-Dollar für ihren gewinnorientierten Zweig, PGA Tour Enterprises. LIV Golf wurde mit Greg Norman als CEO gegründet; Norman schied 2025 aus und wurde durch Scott O'Neil ersetzt.

Krisensitzung in New York ging dem CEO-Memo voraus Der Daily Telegraph berichtete, dass Führungskräfte von LIV Golf am Dienstag, den 14. April, zu einem Krisentreffen in New York zusammengerufen worden seien – ein Treffen, das die Spekulationen über das Überleben der Liga befeuerte. The Athletic, das Sportportal der New York Times, berichtete, dass LIV-Golf-Verantwortliche nach dem Masters – das am vorangegangenen Sonntag endete – informiert worden seien, dass sie bald ihre Stellen verlieren könnten. Die Sendeleitung prüfe bereits alternative Finanzierungsoptionen und sondiere den Arbeitsmarkt. Der Newsletter Money in Sport hatte im Februar berichtet, dass LIV Golf bereits 6 (Milliarden USD) — prognostizierte Gesamtausgaben von LIV Golf bis Ende 2026 ausgegeben habe und auf dem Weg sei, diese Zahl bis zum Jahresende zu überschreiten. PIF-Gouverneur und LIV-Golf-Vorsitzender Yasir Al-Rumayyan räumte gegenüber der Financial Times ein, dass der anhaltende Krieg der USA und Israels gegen den Iran den Druck auf saudi-arabische Prioritäten erhöhe. Er sagte: „Natürlich würde der Krieg den Druck erhöhen, einige Prioritäten neu zu ordnen.“ Ein namentlich nicht genannter Spieler erklärte gegenüber der AP, Al-Rumayyan habe sich Anfang März in Hongkong mit Spielern getroffen und versichert, dass die LIV-Finanzierung bis 2032 gesichert sei; dieser Bericht konnte jedoch nicht unabhängig bestätigt werden. Die neu veröffentlichte Fünfjahresstrategie des PIF beschreibt einen Übergang „von einer Phase des schnellen Wachstums zu einer neuen Phase der nachhaltigen Wertschöpfung“, ohne LIV Golf an irgendeiner Stelle des Dokuments ausdrücklich zu erwähnen.

Spieler in Mexiko haben keine offiziellen Informationen Vor dem Beginn des sechsten LIV-Events am Donnerstag im Club de Golf Chapultepec in Mexiko-Stadt gaben die anwesenden Spieler an, keine direkten Informationen über eine Finanzkrise erhalten zu haben. Sergio Garcia, ein ehemaliger Masters-Sieger, der 2022 bei LIV Golf unterschrieb, gehörte zu den wenigen Spielern, die sich direkt an die Medien wandten. O'Neil reiste am Mittwoch nach Mexiko-Stadt und traf sich Berichten zufolge vor Ort mit Spielern. Pressekonferenzen auf der Anlage waren zuvor am Tag ausgesetzt worden, wobei die Absage laut El Mundo eher auf einen Stromausfall als auf organisatorische Störungen zurückzuführen war. Die Social-Media-Kanäle von LIV Golf reagierten auf die Berichte mit der Nachricht: „Nachrichtenflaute? Wir sind bereit.“

„„Nein, ehrlich gesagt haben wir nichts anderes gehört als das, was uns Yasir zu Beginn des Jahres gesagt hat – dass er hinter uns steht, dass sie ein langfristiges Projekt haben. Und naja, Sie wissen ja, wie das mit Gerüchten ist. Es gibt immer viele davon. Und ich kann Ihnen nicht mehr sagen, als wir ohnehin schon wissen.“” — Sergio Garcia via Reuters

Prominente Abgänge belasten die Zukunftsaussichten von LIV Die Ungewissheit über die Finanzierung trifft die Liga in einer Phase prominenter Abgänge. Brooks Koepka, einer der ersten großen Neuzugänge, verließ LIV Golf und durfte 2026 unter bestimmten Bedingungen zur PGA Tour zurückkehren. Auch Patrick Reed kehrte der Liga den Rücken und spielt nun auf der europäischen Tour, mit dem Ziel, bis 2027 über die Punkte-Rangliste wieder auf die PGA Tour zu gelangen. O'Neil hatte zuvor gegenüber der Financial Times eingeräumt, dass LIV Golf noch fünf bis zehn Jahre davon entfernt sei, Gewinne zu erzielen – ein Zeitrahmen, den Analysten als zentrale Schwachstelle werten, sollten sich die PIF-Prioritäten verschieben. Die Irish Times bezeichnete LIV als „wenig mehr als ein Sportswashing-Projekt“, das seinen Zweck erfüllt habe, während Sausi-Arabiens Sport-Ambitionen auf noch prestigeträchtigere Objekte abzielen. Jon Rahm, der im Dezember 2023 für geschätzte 400 Millionen Dollar unterschrieb, gewann in den letzten zwei Spielzeiten die Einzelmeisterschaft und führt die ewige Preisgeldliste laut The Independent mit 74.976.946 Dollar an. Ob die Liga über 2026 hinaus in irgendeiner Form bestehen bleibt, hängt von Entscheidungen ab, die bis Donnerstagmorgen öffentlich ungeklärt blieben.

LIV Golf: Wichtige Ereignisse: — ; — ; — ; — ; — ; —

Mentioned People

  • Scott O'Neil — Amerykański menedżer sportowy, dyrektor generalny LIV Golf
  • Mohammed bin Salman — Następca tronu i premier Arabii Saudyjskiej
  • Yasir Al-Rumayyan — Prezes Publicznego Funduszu Inwestycyjnego (PIF) i przewodniczący LIV Golf
  • Sergio Garcia — Zawodowy golfista występujący w lidze LIV Golf
  • Brooks Koepka — Pięciokrotny zwycięzca turniejów wielkoszlemowych, który powrócił do PGA Tour w 2026 roku

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