Vier maskierte Täter haben in der Nacht vom 22. auf den 23. März 2026 bei der Magnani-Rocca-Stiftung nahe Parma drei Gemälde von Pierre-Auguste Renoir, Paul Cézanne und Henri Matisse entwendet. Die Tat dauerte nach Angaben der Ermittler weniger als drei Minuten. Der Diebstahl wurde erst am 29. März öffentlich gemacht.
Drei Werke in weniger als drei Minuten verschwunden
Vier maskierte Täter stahlen in der Nacht vom 22. auf den 23. März 2026 drei Gemälde aus der Magnani-Rocca-Stiftung bei Parma.
Carabinieri und Stiftung sehen geplante Tat
Die Stiftung spricht von einem geplanten Raub, die Ermittler sichern Videoaufnahmen und suchen nach den Tätern.
Bedeutende Werke von Renoir, Cézanne und Matisse
Die gestohlenen Arbeiten gelten kunsthistorisch als wichtig und werden zusammen auf 9 Millionen Euro geschätzt.
Vier maskierte Räuber haben in der Nacht vom 22. auf den 23. März 2026 aus der Magnani-Rocca-Stiftung bei Parma, Italien, drei Gemälde von Pierre-Auguste Renoir, Paul Cézanne und Henri Matisse gestohlen und die gesamte Operation in weniger als drei Minuten abgeschlossen. Die entwendeten Werke — Renoirs „Les Poissons“ (um 1917), Cézannes „Still Life with Cherries“ (um 1890) und Matisses „Odalisque on the Terrace“ (1922) — werden zusammen auf 9 (Millionen Euro) — den Gesamtwert aller drei gestohlenen Werke geschätzt, wobei allein Renoirs Bild mit 6 (Millionen Euro) — dem geschätzten Wert von Renoirs „Les Poissons“ allein angesetzt wird. Damit gehört der Fall zu den bedeutendsten Kunstdiebstählen in Italien der vergangenen Jahre. Öffentlich wurde der Diebstahl erst am Sonntag, den 29. März, also eine Woche nach der Tat. Die Carabinieri bestätigten den Raub unter anderem gegenüber AFP und ANSA.
Täter drangen gewaltsam ein und flohen durch den Garten Die vier vermummten Eindringlinge zwangen die Haupttür der Villa dei Capolavori auf, dem historischen Sitz der Stiftung in Mamiano di Traversetolo, rund 20 Kilometer von Parma entfernt, und gingen direkt in den Französischen Raum im ersten Stock, wo die drei Werke ausgestellt waren. Anschließend flohen sie durch den Museumsgarten; nach einigen Berichten sollen sie dabei über einen Zaun gesprungen sein. Die Stiftung beschrieb die Gruppe als „strukturiert und organisiert“ und erklärte, sie gehe davon aus, dass die Täter weitere Werke stehlen wollten. Die Alarmanlage wurde bei dem Einbruch ausgelöst, und Polizei sowie Wachleute reagierten nach Angaben der Stiftung rasch, was weitere Verluste verhindert habe. Die Ermittler prüfen derzeit Aufnahmen der Überwachungskameras des Museums sowie Videos aus benachbarten Gebäuden, um die Täter zu identifizieren. Bisher wurden keine Festnahmen gemeldet, und keiner der gestohlenen Gegenstände ist bis Sonntag wieder aufgetaucht.
„Das war ein geplanter Raub, der dank der Videoüberwachung und des raschen Eingreifens der Polizei und der Wachleute nicht weiterging.” — Magnani-Rocca Foundation via Deutsche Welle
Seltenes Italien-Bild von Renoir steht im Zentrum der Beute Alle drei gestohlenen Werke haben beträchtliches kunsthistorisches Gewicht. „Les Poissons“, ein Ölgemälde auf Leinwand mit drei Fischen, entstand um 1917 gegen Ende von Renoirs Karriere und gilt als eines seiner seltenen Werke in einer Dauersammlung in Italien. Cézannes „Still Life with Cherries“, datiert auf etwa 1890, ist mit Bleistift und Wasserfarbe auf Papier ausgeführt und zeigt eine Komposition mit einem schräg stehenden Tisch, einer Tasse mit Untertasse und einem Teller mit Kirschen; nach Angaben der Magnani-Rocca-Stiftung macht gerade der Einsatz von Wasserfarbe das Blatt unter den Stillleben des postimpressionistischen Malers besonders ungewöhnlich. Matisses „Odalisque on the Terrace“ (1922) ist eine Farbradierung, die zwei Figuren zeigt — eine liegt in der Sonne, die andere hält eine Violine — und in ihrer Komposition östliche Einflüsse sowie die Atmosphäre der französischen Riviera aufgreift. Die Ermittlungen führen die Carabinieri in Parma gemeinsam mit der in Bologna ansässigen Einheit zum Schutz des kulturellen Erbes.
Les Poissons (Renoir, um 1917): 6, Still Life with Cherries (Cézanne, um 1890) + Odalisque on the Terrace (Matisse, 1922): 3
Raub folgt auf Schmuckdiebstahl im Louvre fünf Monate zuvor Die Magnani-Rocca-Stiftung wurde nach dem Tod des Kunstkritikers, Musikwissenschaftlers und Sammlers Luigi Magnani (1906–1984) gegründet und verfügt über eine der bedeutendsten privaten Kunstsammlungen Italiens, darunter Werke von Tizian, Albrecht Dürer, Peter Paul Rubens, Francisco Goya, Claude Monet und Giorgio Morandi. Der Raub wurde mit einem spektakulären Einbruch im Louvre in Paris am 19. Oktober 2025 verglichen, bei dem Täter am helllichten Tag in das Museum eindrangen und Schmuck stahlen — darunter Diademe, Halsketten, Ohrringe und Broschen aus dem 19. Jahrhundert, die einst französischen Königs- und Kaiserfamilien gehört hatten — mit einem Wert von rund 88 Millionen Euro, wie Deutsche Welle berichtete. Bei dieser Tat verlor die Räubergruppe auf der Flucht die mit Diamanten und Smaragden besetzte Krone von Kaiserin Eugénie. Mehrere Verdächtige wurden seither im Zusammenhang mit dem Louvre-Diebstahl festgenommen, die gestohlenen Stücke wurden jedoch nicht gefunden. Die Magnani-Rocca-Stiftung wurde 1978 von Luigi Magnani zu Ehren seines Vaters Giuseppe und seiner Mutter Eugenia Rocca gegründet, wie aus den eigenen Unterlagen der Stiftung hervorgeht. Magnani, 1906 geboren und 1984 gestorben, war Kunstkritiker, Musikwissenschaftler und Schriftsteller; in seiner Familienvilla in Mamiano di Traversetolo stellte er eine Sammlung zusammen, die von Alten Meistern bis zur modernen Kunst reicht. Zur Sammlung gehören Werke von Tizian, Dürer, Rubens, Van Dyck, Goya, Monet, Renoir, Cézanne sowie der bedeutendste Bestand an Werken von Giorgio Morandi. Die Villa und der dazugehörige romantische Park, bekannt für exotische Pflanzen und weiße Pfauen, sind als Museum für die Öffentlichkeit zugänglich. Zum Zeitpunkt des Diebstahls zeigte die Stiftung eine Ausstellung zum Symbolismus in Italien mit mehr als 140 Werken; sie lief bis zum 28. Juni 2026.
Mentioned People
- Pierre-Auguste Renoir — Francuski artysta, jeden z czołowych malarzy rozwijających styl impresjonistyczny
- Paul Cézanne — Francuski malarz postimpresjonistyczny, którego twórczość wprowadziła nowe sposoby przedstawiania świata
- Henri Matisse — Francuski artysta wizualny, znany zarówno z użycia koloru, jak i płynnego, oryginalnego rysunku
- Luigi Magnani — Włoski kolekcjoner sztuki i krytyk, który założył Magnani-Rocca Foundation
Sources: 36 articles
- Der Tag bei ntv.de am Montag, 30. März 2026 (N-tv)
- 义大利博物馆遭窃雷诺瓦、塞尚、马蒂斯画作 (SWI swissinfo.ch)
- Из музея в Италии украли картины Ренуара, Сезанна и Матисса - BBC News Русская служба (BBC)
- В Италии из музея украли картины Ренуара, Сезанна и Матисса (Deutsche Welle)
- Quadros de Renoir, Cézanne e Matisse roubados em Parma em menos de três minutos (SAPO)
- Renoir, Cézanne and Matisse art among items stolen in Italian job (BBC)
- Roban tres cuadros de Renoir, Cézanne y Matisse en un museo de Italia (La Razón)
- Italie: trois tableaux de Renoir, Cézanne et Matisse volés dans un musée (Mediapart)
- Schilderijen van Renoir, Cézanne en Matisse gestolen uit museum in Noord-Italië | VRT NWS Nieuws (vrtnws.be)
- Trois tableaux de Renoir, Cézanne et Matisse volés dans un musée près de Parme | RTS (rts.ch)