Polens Präsident Karol Nawrocki hat Sejm-Marschall Włodzimierz Czarzasty fünf konkrete Fragen zur Wahl neuer Richter des Verfassungsgerichts übermittelt. Zugleich verlangte die Präsidialkanzlei in einem gesonderten Schreiben „dringende Erklärungen“ vom Sejm. Damit verschärft sich der institutionelle Konflikt um die Vereidigung neu gewählter Richter.

Präsident und Präsidialkanzlei erhöhen den Druck

Karol Nawrocki stellte Włodzimierz Czarzasty fünf Fragen zur Wahl neuer TK-Richter. Parallel verlangte die Präsidialkanzlei vom Sejm „dringende Erklärungen“ zum Auswahlverfahren.

Streit um die Vereidigung von Richtern

Im Zentrum steht die verfassungsrechtliche Frage, ob der Präsident die Entgegennahme des Eides von durch den Sejm gewählten Richtern verweigern darf. Der Konflikt betrifft damit direkt das Verhältnis von Legislative und Exekutive.

Weitere Kontroverse um eine Aufnahme

Władysław Kosiniak-Kamysz forderte von Nawrocki eine öffentliche Entschuldigung wegen einer Aufnahme mit Bezug zum Präsidenten. Die Antwort aus Nawrockis Umfeld erfüllte diese Forderung laut Dziennik nicht.

NBP meldet sich zu Kreditprogramm zu Wort

Die Nationalbank Polens sprach im Zusammenhang mit „SAFE bei 0 Prozent“ von „außergewöhnlichen Maßnahmen“. Konkrete Angaben zum Inhalt dieser Maßnahmen wurden in den zitierten Berichten nicht genannt.

Polens Präsident Karol Nawrocki hat Sejm-Marschall Włodzimierz Czarzasty nach Berichten von Do Rzeczy und Polsat News vom 18. März 2026 ein Schreiben mit fünf konkreten Fragen zur Wahl neuer Richter des Verfassungsgerichts übermittelt. Unabhängig davon forderte die Präsidialkanzlei den Sejm in einem separaten Schreiben zu „dringenden Erklärungen“ in derselben Angelegenheit auf. Diese doppelte Intervention, also ein persönlicher Brief des Präsidenten und zugleich eine formelle Forderung seiner Kanzlei, deutet auf eine Zuspitzung des institutionellen Streits darüber hin, ob die neu gewählten Richter des Gerichts vereidigt werden können. Im Kern geht es um eine grundlegende verfassungsrechtliche Frage: ob der Präsident befugt ist, die Entgegennahme des Eides von Richtern zu verweigern, die vom Sejm gewählt wurden. In die Auseinandersetzung sind inzwischen mehrere Staatsorgane einbezogen. Zugleich lebt damit der seit Jahren andauernde Konflikt um Zusammensetzung und Legitimität des Gerichts erneut auf.

Fünf Fragen des Präsidenten setzen Czarzasty unter Druck Präsident Nawrocki richtete seine fünf Fragen laut Do Rzeczy gezielt an Sejm-Marschall Czarzasty und bezog sie ausdrücklich auf das Verfahren zur Wahl von Richtern des Verfassungsgerichts. In einem gesonderten Schreiben verlangte die Präsidialkanzlei vom Parlamentspräsidenten „dringende Erklärungen“ dazu, wie die Richter ausgewählt wurden, wie Polsat News und Gazeta.pl berichteten. Die juristische und politische Debatte darüber, ob der Präsident die Vereidigung neu gewählter Richter des Verfassungsgerichts verweigern darf, hat zudem weitere Stellungnahmen ausgelöst. Rzeczpospolita berichtete am 18. März, dass sich eine weitere Stimme in die Diskussion eingeschaltet habe. Sejm-Marschall Włodzimierz Czarzasty, der das Amt 2025 übernommen hat, steht damit im Zentrum dieser institutionellen Konfrontation, da ihn sowohl der Präsident persönlich als auch dessen Kanzlei mit Forderungen adressierten. Der Streit über das Verfahren der Vereidigung ist ein unmittelbarer Konflikt zwischen Legislative und Exekutive um die Kontrolle über die Zusammensetzung des Gerichts. TOK FM schilderte die Hintergründe der Krise in einem am selben Tag veröffentlichten erläuternden Beitrag und zeichnete nach, wie es zu der gegenwärtigen Blockade bei der Vereidigung neuer Richter gekommen ist.

Kosiniak-Kamysz fordert Entschuldigung wegen Aufnahme mit Bezug zu Nawrocki Unabhängig davon entbrannte am 18. März ein weiterer politischer Streit, in den Władysław Kosiniak-Kamysz verwickelt ist. Nach Angaben von Dziennik verlangte er von Präsident Nawrocki eine öffentliche Entschuldigung. Anlass ist eine Aufnahme mit Bezug zum Präsidenten. Super Express berichtete, die Kontroverse habe sich zu einer landesweiten Auseinandersetzung ausgeweitet, und verwies dabei auf die Behauptung, es gebe Videoaufnahmen des betreffenden Vorfalls. Kosiniak-Kamysz, der als stellvertretender Ministerpräsident und Verteidigungsminister amtierte, erhielt eine Antwort aus dem Umfeld Nawrockis. Dziennik zufolge entsprach diese Reaktion jedoch nicht der von ihm geforderten Entschuldigung. Der Streit um die Aufnahme verlieh einem ohnehin angespannten Tag institutioneller Konfrontationen unter Beteiligung des Präsidenten zusätzlich eine persönliche und parteipolitische Dimension. Beide Vorgänge, also der Konflikt um das Verfassungsgericht und der Streit um die Aufnahme, rückten Nawrocki am 18. März zugleich ins Zentrum mehrerer politischer Kontroversen.

Polens Verfassungsgericht steht seit 2015 im Mittelpunkt eines Verfassungsstreits. Damals leitete die damals regierende Partei Recht und Gerechtigkeit eine Neugestaltung seiner Zusammensetzung ein und löste damit einen jahrelangen Konflikt über die Legitimität des Gerichts aus. Der Streit darüber, ob rechtmäßig gewählte Richter ordnungsgemäß in ihr Amt gelangt sind, hat mehrere aufeinanderfolgende Regierungen überdauert. Die derzeitige Koalitionsregierung unter Ministerpräsident Donald Tusk, die im Dezember 2023 ihr Amt antrat, bemüht sich nach eigener Darstellung darum, auf eine aus Sicht der Regierung illegitime Zusammensetzung des Gerichts zu reagieren, die sie von der vorherigen Regierung übernommen habe. Die Frage der präsidialen Zuständigkeit bei der Vereidigungszeremonie ist in diesem fortdauernden institutionellen Konflikt zu einem neuen Brennpunkt geworden.

Nationalbank Polens äußert sich zum Programm „SAFE bei 0 Prozent“ Die Nationalbank Polens veröffentlichte am 18. März nach Angaben von Money.pl eine neue Erklärung zu „außergewöhnlichen Maßnahmen“ im Zusammenhang mit dem Kreditprogramm SAFE bei 0 Prozent. Dass die Zentralbank in Verbindung mit diesem Programm von „außergewöhnlichen Maßnahmen“ spricht, deutet auf fortbestehende institutionelle Bedenken wegen der finanziellen Folgen des Modells hin. Die Erklärung verleiht einem ohnehin unruhigen Tag in der polnischen Innenpolitik zudem eine finanz- und aufsichtsbezogene Dimension. Money.pl berichtete über die Position der NBP, ohne weitere Einzelheiten zur genauen Art dieser Maßnahmen zu nennen. Aus den zugrunde liegenden Quellen liegen keine bestätigten Informationen über den präzisen Inhalt oder Umfang der Erklärung der NBP vor, die über die Charakterisierung als „außergewöhnliche Maßnahmen“ hinausgehen.

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