Die Bundesanwaltschaft hat die 67 Jahre alte Daniela Klette wegen versuchten Mordes, versuchter und vollendeter Sprengstoffanschläge, erpresserischen Menschenraubs und schweren Raubes angeklagt. Die Vorwürfe betreffen drei Taten zwischen 1990 und 1993. Klette war am 26. Februar 2024 in Berlin-Kreuzberg nach mehr als drei Jahrzehnten im Untergrund festgenommen worden.

Bundesanwaltschaft erhebt schwere Vorwürfe

Daniela Klette ist wegen versuchten Mordes, Sprengstoffanschlägen, erpresserischen Menschenraubs und schweren Raubes angeklagt.

Drei Taten aus den Jahren 1990 bis 1993

Die Anklage bezieht sich auf den Anschlag in Eschborn, den Angriff auf die US-Botschaft in Bonn und die Sprengung des Gefängnisses in Weiterstadt.

Parallel läuft ein Raubverfahren in Verden

Vor dem Landgericht Verden wird seit März 2025 wegen mutmaßlicher Überfälle zur Finanzierung des Untergrunds verhandelt.

Zwei mutmaßliche Komplizen weiter flüchtig

Ernst-Volker Staub und Burkhard Garweg werden weiter gesucht; gegen beide wird ebenfalls ermittelt.

Germany's Bundesanwalt hat Daniela Klette, eine 67 Jahre alte mutmaßliche frühere Angehörige der Roten Armee Fraktion, unter anderem wegen zweifachen versuchten Mordes, Beteiligung an versuchten und vollendeten Sprengstoffanschlägen, erpresserischem Menschenraub und schweren Raubes angeklagt. Die in Karlsruhe bekannt gemachten Vorwürfe beziehen sich auf drei größere Taten zwischen 1990 und 1993, an denen Klette den Ermittlungen zufolge als Teil von RAF-Kommandos beteiligt gewesen sein soll. Zuerst über die Anklage berichtet hatten die Süddeutsche Zeitung, NDR und WDR. Klette war am 26. Februar 2024 in Berlin-Kreuzberg festgenommen worden, nachdem sie mehr als drei Jahrzehnte untergetaucht gewesen war. Ihre Nachbarn kannten sie als „Claudia“ und beschrieben sie als freundliche, grauhaarige Nachhilfelehrerin.

45 Kilogramm Sprengstoff, ein defekter Zünder und ein knappes Scheitern Der erste Vorwurf betrifft einen Vorfall im Februar 1990. Damals soll Klette geholfen haben, Sprengstoff in einen VW Golf einzubauen, der in der Einfahrt eines Verwaltungsgebäudes der Deutschen Bank in Eschborn bei Frankfurt am Main abgestellt war. In dem Fahrzeug befanden sich 45 (kg) — 45 Kilogramm Sprengstoff im Kofferraum des VW Golf bei dem Anschlag in Eschborn. Die Ermittler gehen davon aus, dass drei Sicherheitskräfte getötet worden wären, wenn der Zünder nicht versagt und die Explosion verhindert hätte. Weniger als ein Jahr später, im Februar 1991, soll Klette an einem Schussangriff auf die Botschaft der Vereinigten Staaten in Bonn beteiligt gewesen sein. Gemeinsam mit zwei weiteren Schützen habe sie vom gegenüberliegenden Rheinufer aus mindestens 250 Schüsse mit automatischen Langwaffen auf das Botschaftsgebäude abgegeben, wobei mindestens 57 Geschosse das Gebäude getroffen und 20 Menschen in Gefahr gebracht hätten. Der dritte Vorfall ereignete sich im März 1993 und betraf einen Sprengstoffanschlag auf ein neu gebautes Gefängnis in Weiterstadt in Hessen. RAF-Mitglieder sollen dabei die Gefängnismauer überstiegen, Wachen mit einer Maschinenpistole überwältigt, gefesselt und in einem VW-Transporter weggebracht haben, bevor mehrere Sprengsätze gezündet wurden — einige davon soll Klette selbst platziert haben. 63 (Millionen Euro) — Schadenssumme bei der Sprengung des Gefängnisses in Weiterstadt Zum Zeitpunkt des Anschlags hatte die Haftanstalt noch keine Gefangenen aufgenommen.

Klettes mutmaßliche RAF-Aktivitäten und das Verfahren: — ; — ; — ; — ; — ; —

Zwei flüchtige Komplizen sind in Deutschland weiter auf der Flucht Klettes mutmaßliche Komplizen beim Sprengstoffanschlag auf das Gefängnis Weiterstadt, Ernst-Volker Staub und Burkhard Garweg, sind weiter flüchtig. Gegen beide laufen Ermittlungen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Verden sollen die drei zwischen 1999 und 2016 auch Geldtransporter und Kassenbüros in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein überfallen haben, um ihr Leben im Untergrund zu finanzieren. Wegen dieser Überfälle steht Klette seit Beginn des März 2025 vor dem Landgericht Verden; das Verfahren ist rechtlich von dem der Bundesanwaltschaft getrennt. Mit einem Abschluss dieser Raubverfahren wird in Kürze gerechnet. Als die Polizei Klette im Februar 2024 in ihrer Berliner Wohnung festnahm, fand sie dort Pistolen, Munition und Kriegswaffen. Der Fund machte deutlich, dass sie über Jahrzehnte hinweg unter falscher Identität ein bewaffnetes Leben geführt hatte.

Jahrzehnte im Untergrund, ein unauffälliger Name und eine Festnahme mit Signalwirkung Die Rote Armee Fraktion war eine westdeutsche linksextremistische militante Gruppe, die von 1970 bis zu ihrer offiziellen Auflösung im Jahr 1998 aktiv war. Sie verübte Bombenanschläge, Morde und Entführungen und griff dabei Ziele aus Wirtschaft, Politik und Militär in Westdeutschland sowie amerikanische Militär- und diplomatische Einrichtungen an. Die Gruppe ist auch als Baader-Meinhof-Gruppe bekannt, benannt nach zwei ihrer Gründungsmitglieder. Klette gilt als Teil der sogenannten dritten Generation der RAF, die ab Mitte der 1980er Jahre aktiv war und untertauchte, als die deutschen Behörden die Fahndung nach verbliebenen Mitgliedern verschärften. Klette war nach Erkenntnissen der Ermittler spätestens seit 1990 aus der Öffentlichkeit verschwunden und lebte jahrelang in Berlin unerkannt, indem sie eine unauffällige Identität annahm. Ihre Nachbarn beschrieben sie als freundliche, grauhaarige Frau, die als Nachhilfelehrerin arbeitete, ohne etwas von ihrer mutmaßlichen Vergangenheit zu wissen. Mit der Anklage der Bundesanwaltschaft rückt nun die höchste deutsche Strafverfolgungsbehörde ihre mutmaßliche Rolle bei den folgenreichsten RAF-Operationen der frühen 1990er Jahre in den Mittelpunkt. Das Raubverfahren in Verden und die neue Bundesanklage verlaufen parallel, sind rechtlich aber getrennt. Klette sieht sich damit möglicherweise mehreren Verfahren zugleich ausgesetzt. Der Fall lenkt die öffentliche Aufmerksamkeit erneut auf das Erbe der RAF und auf die Frage, wie es ihren verbliebenen mutmaßlichen Mitgliedern so lange gelang, der Festnahme zu entgehen.

Mentioned People

  • Daniela Klette — Niemiecka skrajnie lewicowa działaczka i podejrzana była terrorystka związana z trzecią generacją Frakcji Armii Czerwonej (RAF)
  • Ernst-Volker Staub — Członek trzeciej generacji Frakcji Armii Czerwonej, nadal poszukiwany
  • Burkhard Garweg — Podejrzany członek trzeciej generacji Frakcji Armii Czerwonej, nadal poszukiwany

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