Die US-Regierung prüft nach Angaben von Axios und Reuters weitergehende Schritte gegen Irans wichtigste Ölexportdrehscheibe Kharg Island. Im Gespräch sind demnach eine Beschlagnahmung oder eine Blockade der Insel, die für rund 90 Prozent der iranischen Ölausfuhren steht. Parallel genehmigte Washington umfangreiche Waffenverkäufe an Golfstaaten, während die EU auf steigende Energiepreise mit Entlastungsplänen reagiert.
Kharg Island im Zentrum möglicher US-Schritte
Nach einem Bericht von Axios, den Reuters aufgriff, erwägt Donald Trump eine Beschlagnahmung oder Blockade von Kharg Island. Die Insel wickelt rund 90 Prozent der iranischen Ölexporte ab, zudem seien auch Optionen für den Einsatz von Bodentruppen erörtert worden.
Washington genehmigt Waffenverkäufe an Golfstaaten
Die Vereinigten Staaten haben laut ANSA Waffenverkäufe im Wert von mehr als 16 Milliarden Dollar an vom Iran-Konflikt betroffene Golfstaaten freigegeben. Details zu Empfängerländern und Waffensystemen wurden in den verfügbaren Quellen nicht bestätigt.
EU plant Entlastung bei Energiepreisen
Die EU-Kommission will Reuters zufolge niedrigere Stromsteuern und Subventionen vorschlagen, um Verbraucher und Unternehmen vor den Folgen des durch den Iran-Krieg ausgelösten Preisanstiegs zu schützen.
Ölpreise sinken trotz geopolitischer Risiken
Am Freitag gaben die Ölpreise nach, obwohl der Krieg andauert. Ausschlaggebend war laut Reuters vor allem eine restriktivere Neubewertung der Zinserwartungen, die die Finanzmärkte insgesamt belastete.
Donald Trump erwägt nach einem von Reuters aufgegriffenen Bericht von Axios, Irans Kharg Island zu beschlagnahmen oder zu blockieren. Auf der Insel befindet sich das größte Ölexportterminal des Landes. Während der Krieg zwischen den USA und dem Iran die Energiemärkte und die regionale Sicherheitslage weiter verändert, habe die Trump-Regierung laut dem Bericht auch Möglichkeiten erörtert, Bodentruppen auf die Insel zu entsenden. Kharg Island steht für rund 90 Prozent der iranischen Ölexporte. Bereits früher im März 2026 hatte Trump in sozialen Medien geschrieben, das US-Militär habe auf Kharg „totally obliterated every MILITARY target“, die Ölinfrastruktur jedoch unversehrt gelassen. Eine mögliche Beschlagnahmung oder Blockade ginge deutlich über die Angriffe hinaus, die bereits im Rahmen von Operation Epic Fury ausgeführt wurden. Zudem deuten Berichte darauf hin, dass Trump laut Axios die Bildung einer sogenannten „Hormuz coalition“ mit regionalen Partnern ins Auge gefasst hat.
Washington genehmigt Waffenverkäufe im Wert von 16 Milliarden Dollar an Golfstaaten Die Vereinigten Staaten haben nach Angaben von ANSA Waffenverkäufe an vom Konflikt mit Iran betroffene Golfstaaten im Wert von mehr als 16 (billion USD) — US-Waffen für Golfstaaten im Konflikt mit Iran genehmigt genehmigt. Die Freigaben spiegeln den Versuch Washingtons wider, die Verteidigungsfähigkeit regionaler Partner zu stärken, während der Krieg mit Iran andauert. Die Golfstaaten, von denen mehrere an den Persischen Golf grenzen und iranischen Militäraktivitäten unmittelbar ausgesetzt sind, verlangen seit Beginn des Konflikts am 28. Februar 2026 zusätzliche Rüstungsgüter. Die Verkäufe verdeutlichen die breitere regionale Neuordnung, die durch die Militärkampagne der USA und Israels gegen Teheran beschleunigt worden ist. Welche konkreten Golfstaaten die Genehmigungen erhielten und welche Waffensysteme umfasst sind, wurde in den verfügbaren Quellen nicht bestätigt.
EU bereitet Steuersenkungen bei Energie vor, um Preisschock durch Iran-Krieg abzufedern Die EU-Kommission bereitet sich laut Reuters darauf vor, niedrigere Stromsteuern und Subventionen vorzuschlagen, um den durch den Iran-Krieg ausgelösten Energieschock abzufedern. Die Brüsseler Behörde arbeitet demnach an Maßnahmen, die Senkungen bei Energiesteuern sowie direkte Zuschüsse umfassen, um Verbraucher und Unternehmen vor steigenden Stromkosten zu schützen. Der Konflikt hat die globalen Energiemärkte erheblich belastet; europäische Entscheidungsträger behandeln den Preisanstieg als akute wirtschaftliche Bedrohung, die eine koordinierte Antwort erfordert. In einer Reuters-Analyse hieß es, das Horten von Energie werde zunehmend „the new normal“, während sich der Schock durch Lieferketten und nationale Vorratsstrategien fortpflanze. Die Vorschläge dürften von der Kommission in der kommenden Zeit formell vorgelegt werden; ein konkretes Datum wurde in den verfügbaren Quellen jedoch nicht genannt.
Ölpreise geben trotz Kriegs nach, weil Zinserwartungen die Märkte belasten Die Ölpreise sind am Freitag trotz des anhaltenden Kriegs mit Iran gesunken, weil eine restriktivere Neubewertung der Zinserwartungen die breiteren Finanzmärkte belastete. Auch die Anleihemärkte standen unter Druck, weil sich Anleger auf die Erwartung einstellten, dass große Zentralbanken die Zinsen länger hoch halten könnten. Der Rückgang der Ölpreise zeigt die gegenläufigen Kräfte auf den Weltmärkten: Geopolitische Risiken treiben die Preise nach oben, zugleich dämpfen Erwartungen einer strafferen Geldpolitik die Nachfrageaussichten. Der Iran-Krieg, der mit US-amerikanischen und israelischen Angriffen am 28. Februar 2026 begann, sorgt seit seinem Ausbruch für anhaltende Schwankungen an den Energiemärkten. Kharg Island ist seit Jahrzehnten ein zentrales Element der iranischen Ölexportinfrastruktur und dient als wichtigstes Verladeterminal für Rohöllieferungen an die Weltmärkte. Die strategische Bedeutung der Insel machte sie bereits in früheren Konflikten mit iranischer Beteiligung zu einem Brennpunkt, darunter im Iran-Irak-Krieg der 1980er Jahre, als sie wiederholt angegriffen wurde. Irans Öleinnahmen sind seit langem eine wesentliche Finanzierungsquelle des Staates, weshalb das Terminal bei jedem Versuch, wirtschaftlichen Druck auf Teheran auszuüben, als besonders wertvolles Ziel gilt. Analysten verweisen darauf, dass eine physische Beschlagnahmung oder eine länger anhaltende Blockade von Kharg Island zu den folgenreichsten Störungen der globalen Ölversorgung in der jüngeren Geschichte zählen würde. Eine endgültige Entscheidung hat die Trump-Regierung in dieser Frage bislang jedoch nicht bekannt gegeben.
Mentioned People
- Donald Trump — 47. prezydent Stanów Zjednoczonych