Die mexikanische Marine hat am Donnerstag eine Such- und Rettungsoperation eingeleitet, nachdem im Karibischen Meer zwei Segelboote mit Hilfsgütern für Kuba verschwunden waren. An Bord befanden sich neun Crewmitglieder verschiedener Nationalitäten, darunter ein dreijähriges Kind. Die Boote waren Teil des Konvois „Nuestra América“ und sollten zwischen dem 24. und 25. März in Havanna ankommen.
Marine startet Suche in der Karibik
Mexikos Marine suchte nach zwei Segelbooten mit Hilfsgütern, die auf dem Weg nach Havanna vermisst wurden. An Bord befanden sich neun Menschen, darunter ein dreijähriges Kind.
30 Tonnen Hilfsgüter an Bord
Die Boote transportierten nach Angaben mehrerer Medien rund 30 Tonnen Hilfe, darunter Reis, Bohnen, Babynahrung, Medikamente, Hygieneartikel und Solarpaneele.
Internationale Koordinierung läuft
Mexiko kontaktierte Rettungszentren in Polen, Frankreich, Kuba und den Vereinigten Staaten sowie diplomatische Vertreter der Herkunftsländer der Besatzung.
Konvoi reagiert auf Kubas Krise
Die Initiative „Nuestra América“ wurde von zivilgesellschaftlichen Gruppen organisiert, um auf Engpässe und Stromausfälle in Kuba zu reagieren.
Die Marine von Mexiko hat am Donnerstag eine Such- und Rettungsoperation aktiviert, nachdem zwei Segelboote mit humanitärer Hilfe für Kuba in der Karibik als vermisst gemeldet worden waren. An Bord befanden sich neun Crewmitglieder verschiedener Nationalitäten, darunter ein dreijähriges Kind. Die Schiffe waren Teil des Konvois „Nuestra América“. Sie waren am Samstag, dem 21. März, von Isla Mujeres im mexikanischen Karibikstaat Quintana Roo ausgelaufen und sollten zwischen dem 24. März und dem 25. März in Havanna eintreffen. Nach Angaben der Marine hatte es bis Donnerstag weder eine Verbindung zur Besatzung noch eine Bestätigung über die Ankunft in Kuba gegeben.
Die mexikanische Marine setzte Oberflächeneinheiten und Persuader-Flugzeuge ein, um entlang der vermuteten Route zwischen Isla Mujeres und Havanna Luft- und Seesuchmuster durchzuführen. Die Behörden alarmierten außerdem die Marinekommandos der Fünften Marineregion und der Neunten Marinestation mit Sitz in Isla Mujeres und Yucalpetén sowie spezialisierte Stützpunkte für Seenotrettung und maritime Überwachung.
Neun Menschen an Bord, darunter ein Kind, mit 30 Tonnen Hilfsgütern
Nach Angaben der Nachrichtenagentur EFE, auf die sich BBC News Mundo beruft, saßen an Bord neun Menschen: zwei Frauen, sechs Männer und ein dreijähriges Kind. Die Marine nannte in ihrer Mitteilung weder die Identitäten noch die Nationalitäten der Crewmitglieder, bestätigte aber, dass sie unterschiedliche Staatsangehörigkeiten hätten. Die humanitäre Mission transportierte nach Angaben von BBC News Mundo und The Guardian rund 30 (tons) — 30 Tonnen Hilfsgüter an Bord der beiden vermissten Segelboote, darunter Reis, Bohnen, Babynahrung, Medikamente, Hygieneartikel und Solarpaneele.
Ein Sprecher des Konvois äußerte sich zu den Fähigkeiten der Besatzung zuversichtlich. „Die Kapitäne und Besatzungen sind erfahrene Segler, und beide Schiffe sind mit geeigneten Sicherheitssystemen und Signalanlagen ausgestattet. Wir arbeiten vollständig mit den Behörden zusammen und bleiben zuversichtlich, dass die Crews Havanna sicher erreichen werden.” — Sprecher des Konvois Nuestra América via Reuters Die Abfahrt war ursprünglich für den Freitagmittag, den 20. März, geplant, wurde nach mehreren Berichten aber wegen ungünstiger Wetterbedingungen um einen Tag verschoben. Ein AFP-Team an Bord eines der Konvoi-Schiffe beobachtete während der Überfahrt die Auswirkungen von starkem Wind und Strömungen, wie Deutsche Welle berichtete.
Internationale Koordinierung mit vier Rettungszentren
Mexiko nahm nach Angaben der Marine Kontakt mit Maritime Rescue Coordination Centers in Polen, Frankreich, Kuba und den Vereinigten Staaten auf. Die mexikanischen Behörden wandten sich zudem an diplomatische Vertreter der Herkunftsländer der Menschen an Bord, um zusammenzuarbeiten und Informationen in Echtzeit auszutauschen. Die Marine rief die zivile und kommerzielle Schifffahrtsgemeinschaft in der Karibik und im Golf von Mexiko auf, jede Information oder Sichtung der Segelboote sofort der nächstgelegenen Marinebehörde zu melden.
Die beiden vermissten Schiffe waren die letzten Boote der mexikanischen Delegation des Konvois, die ausgelaufen waren. Ein separates Schiff desselben Konvois war am Dienstag, dem 24. März, erfolgreich in Havanna eingetroffen. Der Umfang der internationalen Koordinierung, die sich über Rettungszentren in vier Ländern erstreckt, spiegelt die multinationale Zusammensetzung der Besatzung wider.
Kuba erlebt seit längerem eine schwere Wirtschafts- und Energiekrise, die von anhaltenden Stromausfällen sowie Engpässen bei Lebensmitteln, Treibstoff und Grundgütern geprägt ist. Deutsche Welle berichtete, die Lage habe sich verschärft, nachdem die Lieferung von Rohöl aus Venezuela nach dem Sturz des dortigen Machthabers Nicolás Maduro im Rahmen einer von den USA geführten Operation am 3. Januar eingestellt worden sei. Die Vereinigten Staaten haben nach Angaben von The Guardian und RTE zudem ihr Embargo auf Öl und andere Güter gegen die Insel verschärft und damit die Engpässe vertieft. Der Konvoi „Nuestra América“ wurde als basisnahe, nichtstaatliche Initiative von zivilgesellschaftlichen Organisationen aus verschiedenen Ländern organisiert, um Lebensmittel, Medikamente und energiebezogene Güter direkt an die kubanische Bevölkerung zu liefern.
Konvoi reagiert auf die verschärfte Energiekrise in Kuba
Der Konvoi „Nuestra América“ ist ein zivilgesellschaftliches Hilfsprojekt, das auf Versorgungsengpässe für die kubanische Bevölkerung reagieren soll und ohne staatliche Unterstützung organisiert wurde. Freiwillige in Mexiko beluden die Boote vor der Abfahrt mit Reis, Feuchttüchern für Babys, Bohnen, Babynahrung, Medikamenten und weiteren Hilfsgütern, wie The Guardian berichtete. Die Mission des Konvois wurde ausdrücklich als Reaktion auf die schwere Wirtschaftskrise in Kuba beschrieben, die von Engpässen bei fast allen Produkten und anhaltenden Stromausfällen geprägt sei, meldete BBC News Mundo.
Die beiden vermissten Katamarane waren die letzten Schiffe der mexikanischen Delegation, die von Isla Mujeres aus gestartet waren. Damit betrifft die Suchaktion nun den letzten und verwundbarsten Abschnitt der Reise des Konvois. Die mexikanische Marine teilte mit, sie führe entlang der vermuteten Route weiterhin Suchmuster durch und berücksichtige dabei mögliche Kursänderungen sowie die vorherrschenden Wetterbedingungen in der Karibik.
Konvoi Nuestra América — wichtige Ereignisse: — ; — ; — ; — ; —
Mentioned People
- Nicolás Maduro — Przywódca Wenezueli, którego upadek wiązano z przerwaniem dostaw ropy na Kubę.
Sources: 9 articles
- Der Tag: Segelboote mit Hilfsgütern für Kuba werden vermisst (N-tv)
- Le Mexique recherche deux bateaux qui apportaient de l'aide humanitaire à Cuba - RTBF Actus (RTBF)
- Segelboote mit Hilfsgütern für Kuba vermisst (newsORF.at)
- Segelboote mit Hilfsgütern für Kuba vermisst (der Standard)
- Zwei Hilfsschiffe auf dem Weg nach Kuba vermisst: Mexiko startet Suchaktion (Berliner Zeitung)
- Mexikanische Marine verliert Kontakt zu zwei Booten der Hilfsflotte für Kuba (stern.de)
- Le mystère des deux voiliers qui acheminaient de l'aide humanitaire à Cuba, et qui sont portés disparus (Le Parisien)
- México busca en aguas del Caribe dos embarcaciones de ayuda... (europa press)
- Segelboote mit Hilfsgütern für Kuba vermisst (Focus)
- México activa un plan de búsqueda de dos veleros con ayuda humanitaria a Cuba desaparecidos en el mar - BBC News Mundo (BBC)