Die UN-Generalversammlung hat am 25. März 2026 eine Resolution verabschiedet, die den transatlantischen Sklavenhandel als „schwerstes Verbrechen gegen die Menschheit“ einstuft. Für den Text stimmten 123 Staaten, drei lehnten ihn ab, 52 enthielten sich. Die Entscheidung fiel in New York am Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer der Sklaverei und des transatlantischen Sklavenhandels.
UN-Generalversammlung verabschiedet historische Resolution
Am 25. März 2026 stimmten 123 Staaten für den Text, drei dagegen und 52 enthielten sich. Die Resolution stuft den transatlantischen Sklavenhandel als „schwerstes Verbrechen gegen die Menschheit“ ein.
Deutschland, Österreich und die Schweiz enthalten sich
Neben den USA, Israel und Argentinien gehörten Deutschland, Österreich und die Schweiz zu den Staaten, die sich bei der Abstimmung zurückhielten.
Reparationen und Restitution im Fokus
Der Text fordert Reparationen für das Leid durch den Sklavenhandel sowie die unverzügliche Rückgabe von Kulturgütern und Kunstwerken an ihre Herkunftsländer.
Keine rechtliche Bindung
Die Resolution hat keine Rechtskraft, entfaltet aber politisches Gewicht in der internationalen Debatte.
Die UN-Generalversammlung hat am 25. März 2026 eine Resolution verabschiedet, die den transatlantischen Sklavenhandel als das „schwerste Verbrechen gegen die Menschheit“ einstuft. 123 Staaten stimmten dafür, drei dagegen, 52 enthielten sich. Eingebracht worden war der Text von Ghana. Die Abstimmung löste am UN-Sitz in New York Applaus aus. Sie fiel auf den Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer der Sklaverei und des transatlantischen Sklavenhandels. Gegen den Text stimmten die Vereinigten Staaten, Israel und Argentinien. Zu den 52 Staaten, die sich enthielten, gehörten Deutschland, Österreich und die Schweiz. Die Resolution fordert alle UN-Mitgliedstaaten auf, auf Reparationen für das durch den Sklavenhandel verursachte Leid hinzuarbeiten. Außerdem verlangt sie die „unverzügliche und ungehinderte Rückgabe“ von Kulturgütern und Kunstwerken an ihre Herkunftsländer. Begründet wird die Einstufung mit „dem tiefen Einschnitt in die Weltgeschichte, seinem Ausmaß, seiner Dauer, seinem systemischen Charakter, seiner Brutalität und seinen Folgen, die bis heute andauern“. Rechtsverbindlich ist die Resolution nicht.
Europäische Seefahrtsmächte waren seit dem 16. Jahrhundert in den transatlantischen Sklavenhandel verwickelt. Sie organisierten den Handel mit Millionen Menschen aus West- und Zentralafrika in die Amerikas und in die Karibik, der später als Dreieckshandel bekannt wurde. Nach Daten des Projekts SlaveVoyages an der Rice University in den Vereinigten Staaten wurden zwischen dem 16. und 19. Jahrhundert etwa 12,5 Millionen Menschen in Afrika versklavt und nach Süd- und Nordamerika sowie in die Karibik verschleppt. Schätzungen zufolge überlebten zwischen einer und zwei Millionen die Überfahrt nicht. Großbritannien verbot den Sklavenhandel am 25. März 1807. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts gaben die übrigen beteiligten Staaten die Praxis auf. In allen Bundesstaaten der Vereinigten Staaten wurde die Sklaverei 1865 offiziell verboten. Die UN-Menschenrechtskonvention verbot die Sklaverei 1948 weltweit.
123 (votes in favor) — Staaten unterstützten die Resolution gegen den Sklavenhandel
Dafür: 123, Enthaltungen: 52, Dagegen: 3
Guterres verurteilt rassistische Ideologie zur Rechtfertigung der Sklaverei UN-Generalsekretär António Guterres stellte sich hinter die Resolution und beschrieb den transatlantischen Sklavenhandel mit deutlichen Worten. „Der transatlantische Sklavenhandel war ein Verbrechen gegen die Menschheit, das den Kern unserer Menschlichkeit traf, Familien auseinandergerissen und Gemeinschaften zerstört hat.” — António Guterres via 20 Minuten Guterres sagte weiter, diejenigen, die die Sklaverei betrieben und von ihr profitierten, hätten eine rassistische Ideologie konstruiert, um ihr Handeln zu rechtfertigen; Vorurteile seien dabei zu einer Form von Pseudowissenschaft gemacht worden, wie er es nannte. Seine Äußerungen ordneten die Resolution als Auseinandersetzung mit einem grundlegenden historischen Unrecht ein, dessen Folgen bis heute sichtbar seien. Die Abstimmung fand am Jahrestag des britischen Verbots des Sklavenhandels von 1807 statt und erhielt dadurch zusätzliche symbolische Bedeutung. Ghana, das 1957 als erstes Land auf dem afrikanischen Kontinent die Unabhängigkeit von der Kolonialherrschaft erlangte, hatte bereits 2023 die afrikanischen Staaten aufgerufen, gemeinsam Reparationen für das Unrecht des Sklavenhandels und des Kolonialismus zu verfolgen.
Washington weist Reparationsforderung zurück und nennt Resolution „hochproblematisch“ Die Vereinigten Staaten lehnten die Resolution besonders deutlich ab. Ihr Vertreter kritisierte Reichweite und Zweck des Textes scharf. Der US-Vertreter Dan Negrea bezeichnete die Resolution als „in einer Reihe von Punkten hochproblematisch“ und erinnerte die Generalversammlung daran, dass die Vereinten Nationen gegründet worden seien, um internationalen Frieden und Sicherheit zu gewährleisten, nicht um „bestimmte Interessen und Agenden voranzutreiben“ oder „internationale Nischentage einzuführen“. „Die USA würden kein Recht auf Reparationen für historische Unrechtshandlungen anerkennen, die zum Zeitpunkt ihres Begehens nach Völkerrecht nicht illegal gewesen seien.” — Dan Negrea via ZEIT ONLINE Die Regierung von Donald Trump verfolgt getrennt davon Bemühungen, die Darstellung der Sklaverei im öffentlichen Raum zu verändern; dazu gehört nach einem von ZEIT ONLINE zitierten Bericht auch, dass in mehreren Nationalparks entsprechende Schilder und Ausstellungen entfernt wurden. Mit ihrer Ablehnung standen die USA neben Israel und Argentinien als einzige drei Staaten gegen den Beschluss. Die Enthaltungen von Deutschland, Österreich und der Schweiz zeigten eine gewisse Zurückhaltung einiger westlicher Staaten, auch wenn sich keiner von ihnen den USA anschloss und offen gegen den Text stimmte.
Resolution gilt als erster Schritt zu historischer Gerechtigkeit Befürworter der Resolution bezeichneten sie als wichtigen ersten Schritt hin zu historischer Verantwortungsübernahme, auch wenn ihr nicht bindender Charakter die unmittelbare praktische Wirkung begrenzt. Der Aufruf zu Reparationen ist ein deutliches politisches Signal, eine rechtliche Verpflichtung für die Mitgliedstaaten entsteht daraus jedoch nicht. Die Resolution befasst sich auch mit der Frage der kulturellen Restitution und fordert die freie und ungehinderte Rückgabe von Kulturgütern und Kunstwerken an ihre Herkunftsländer. Diese Forderung ist seit langem ein Streitpunkt zwischen afrikanischen Staaten und westlichen Institutionen. Ghanas Rolle bei der Einbringung des Textes steht für das breitere diplomatische Vorgehen des Landes im Namen des afrikanischen Kontinents bei Fragen kolonialer Wiedergutmachung. Verabschiedet wurde die Resolution in der 80. Tagung der Generalversammlung, was die anhaltende Bedeutung von Debatten über historische Verantwortung in multilateralen Foren unterstreicht.
Mentioned People
- António Guterres — Portugalski polityk i dyplomata, który od 2017 roku pełni funkcję dziewiątego sekretarza generalnego Organizacji Narodów Zjednoczonych
- Dan Negrea — Przedstawiciel Stanów Zjednoczonych przy Organizacji Narodów Zjednoczonych
Sources: 7 articles
- UNO verurteilt Sklavenhandel (newsORF.at)
- Sklaverei: Sklavenhandel laut UN "schwerstes Verbrechen gegen Menschlichkeit" (ZEIT ONLINE)
- Sklavenhandel laut Uno "schwerstes Verbrechen gegen Menschlichkeit" (SWI swissinfo.ch)
- USA dagegen: UNO nennt Sklavenhandel "schwerstes Verbrechen gegen Menschlichkeit" (Tages Anzeiger)
- Uno nennt Sklavenhandel "schwerstes Verbrechen gegen Menschlichkeit" - US-Regierung ist empört (Spiegel Online)
- UN: Sklavenhandel ist schwerstes Verbrechen gegen Menschlichkeit (Süddeutsche Zeitung)
- UNO-Resolution: Sklavenhandel als schwerstes Verbrechen gegen Menschlichkeit verurteilt (20 Minuten)
- La esclavitud, "el crimen más grave contra la humanidad" (Deutsche Welle)
- OSN vyzvala k odškodnění za otroctví, označila ho za zločin proti lidskosti (Aktuálně.cz - Víte, co se právě děje)
- UNO verurteilt Sklavenhandel als "schwerstes Verbrechen gegen die Menschlichkeit" (stern.de)