Der griechische Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis hat am Mittwoch angekündigt, den Zugang zu sozialen Medien für Kinder unter 15 Jahren ab dem 1. Januar 2027 zu untersagen. Die entsprechende Gesetzgebung soll im Sommer 2026 vom Parlament verabschiedet werden. Mitsotakis bezeichnete die Maßnahme als notwendig, um gesundheitliche Folgen wie Schlafmangel und Abhängigkeit zu bekämpfen.

Altersgrenze ab 15 Jahren

Griechenland verbietet ab Januar 2027 den Zugang zu sozialen Medien für Kinder unter 15 Jahren.

Durchsetzung mittels App

Die Anwendung „Kids Wallet“ soll Eltern ermöglichen, den Zugriff auf gesperrte Plattformen technisch zu unterbinden.

Forderung nach EU-Lösung

Mitsotakis drängt auf eine EU-weite Regelung zur digitalen Volljährigkeit bis Ende 2026.

Der griechische Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis gab am Mittwoch bekannt, dass Griechenland Kindern unter 15 Jahren ab dem 1. Januar 2027 den Zugang zu sozialen Medien untersagen wird. In einer Videobotschaft auf TikTok wandte er sich direkt an Eltern und Jugendliche und bezeichnete den Schritt als „schwierig, aber notwendig“. Die Verabschiedung des Gesetzes durch das griechische Parlament wird für den Sommer 2026 erwartet. Als Hauptgründe für diese Entscheidung nannte der Regierungschef zunehmende Angstzustände, Schlafstörungen und das bewusst auf Abhängigkeit ausgelegte Design der Plattformen. „Wir haben uns dazu entschlossen, eine schwierige, aber notwendige Maßnahme zu ergreifen: den Zugang zu sozialen Netzwerken für Kinder unter 15 Jahren zu verbieten” — Kyriakos Mitsotakis via Adnkronos Mitsotakis erklärte, die Entscheidung sei nach ausführlichen Konsultationen mit Eltern gefallen. Viele hätten von negativen Auswirkungen auf ihre Kinder durch die intensive Nutzung von Plattformen wie TikTok, Instagram, Snapchat und Facebook berichtet. Laut einem Bericht von NOS befürworten 80 Prozent der Griechen das Verbot, wie eine im Februar veröffentlichte Umfrage ergab.

App „Kids Wallet“ und Bußgelder zur Durchsetzung der Regeln Digitalminister Dimitris Papastergiou erläuterte die geplante Umsetzung, die sowohl Plattformen als auch Eltern in die rechtliche Verantwortung nimmt. Social-Media-Unternehmen werden dazu verpflichtet, das Alter ihrer Nutzer zu überprüfen. Bei Verstößen drohen Bußgelder im Rahmen des Digital Services Act. Eltern müssen eine staatliche Anwendung namens „Kids Wallet“ herunterladen, die mit dem Gerät des Kindes verknüpft werden kann, um den Zugang zu den gesperrten Plattformen zu blockieren. Papastergiou wies darauf hin, dass sich das griechische Modell vom australischen Ansatz unterscheidet, bei dem die Verantwortung ausschließlich bei den Plattformen liegt. Im griechischen Rahmen ist die elterliche Altersverifizierung über die App eine zentrale Komponente. Das Verbot untersagt Minderjährigen das Erstellen oder Führen von Konten sowie das Posten und den Nachrichtenaustausch. Laut in.gr soll das Rahmenwerk auch andere schädliche Inhalte wie Glücksspielseiten, Tabak- und Alkoholplattformen, Dating-Dienste und explizites Material umfassen.

Mitsotakis fordert EU-weite digitale Altersgrenze In einem Brief an die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, forderte Mitsotakis einen einheitlichen europäischen Rechtsrahmen bis Ende 2026. „Nationale Alleingänge werden nicht ausreichen. Ein einheitlicher europäischer Rahmen muss bis Ende 2026 stehen, um nationale Initiativen zum Schutz von Minderjährigen zu ergänzen und zu stärken” — Kyriakos Mitsotakis via Adnkronos Der griechische Ministerpräsident schlug konkret vor, eine europäische digitale Volljährigkeit bei 15 Jahren festzulegen und den Zugang zu sozialen Plattformen für Nutzer unterhalb dieser Grenze in allen EU-Mitgliedstaaten zu verbieten. Zudem schlug er vor, Plattformen zu einer halbjährlichen Altersprüfung zu verpflichten. Mitsotakis sieht den Vorstoß Griechenlands als Impuls für ein breiteres europäisches Vorgehen. „Griechenland wird eines der ersten Länder sein, das eine solche Initiative ergreift. Ich bin mir jedoch sicher, dass es nicht das letzte sein wird. Unser Ziel ist es, auch die Europäische Union in diese Richtung zu bewegen” — Kyriakos Mitsotakis via Engadget

Australien als Vorreiter, weitere Länder folgen Australien implementierte als weltweit erstes Land ein Social-Media-Verbot für Minderjährige, das im Dezember 2025 für Kinder unter 16 Jahren in Kraft trat. Das dortige Gesetz verpflichtet Plattformen wie Facebook, Instagram, X, Threads, Snapchat, TikTok, YouTube, Reddit, Twitch und Kick zur Altersprüfung, wobei bei Verstößen Bußgelder von bis zu 49,5 Millionen australischen Dollar drohen, so TechCrunch. Seit Januar wurden in Australien laut NOS mehr als 4,7 Millionen Profile infolge des Verbots gesperrt. Griechenland schließt sich damit einer wachsenden Zahl von Ländern an. Dänemark sicherte sich im November 2025 die parlamentarische Unterstützung für ein Verbot für unter 15-Jährige; das Gesetz könnte Mitte 2026 in Kraft treten. In Frankreich verabschiedete das Unterhaus Ende Januar einen Entwurf für ein Verbot ab unter 15 Jahren, die Zustimmung des Senats steht noch aus. Auch Spanien, Großbritannien, Österreich und Deutschland haben ähnliche Einschränkungen angekündigt oder diskutiert. Griechenland hatte bereits vor dieser Ankündigung Maßnahmen zur Begrenzung der digitalen Exposition von Kindern ergriffen und 2024 Mobiltelefone an Schulen verboten, so Engadget. Das australische Verbot vom Dezember 2025 war die weltweit erste landesweite Altersbeschränkung für soziale Medien. Die Debatte über den Zugang von Kindern zu sozialen Medien hat sich in westlichen Demokratien in den letzten Jahren verschärft, da Studien übermäßige Bildschirmzeit mit psychischen Problemen wie Angstzuständen und Schlafstörungen in Verbindung bringen.

Social-Media-Verbote für Minderjährige: Wichtige Termine: — ; — ; — ; — ; —

Mentioned People

  • Kyriakos Mitsotakis — Premier Grecji urzędujący od lipca 2019 roku
  • Dimitris Papastergiou — Minister ds. zarządzania cyfrowego Grecji od 2023 roku
  • Ursula von der Leyen — Przewodnicząca Komisji Europejskiej od 2019 roku

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