Pernod Ricard und Brown-Forman haben am 27. März 2026 bestätigt, dass sie über einen Zusammenschluss sprechen. Sollte es dazu kommen, würden die Hersteller von Absolut-Wodka und Jack Daniel’s zu einem der größten Spirituosenkonzerne der Welt. Ein Abschluss ist aber nicht gesichert.
Gespräche über Fusion bestätigt
Pernod Ricard und Brown-Forman haben bestätigt, dass sie über einen Zusammenschluss verhandeln. Ein Abschluss ist bislang offen.
Möglicher Deal mit rund 30,38 Milliarden US-Dollar bewertet
Das gemeinsam Unternehmen könnte laut Wall Street Journal eine Marktkapitalisierung von etwa 30,38 Milliarden US-Dollar erreichen.
Zölle und schwächere Nachfrage setzen Branche unter Druck
Beide Konzerne leiden unter Handelshemmnissen, sinkendem Alkoholkonsum und rückläufiger Nachfrage nach Premiumprodukten.
Pernod Ricard und Brown-Forman bestätigten am 27. März 2026, dass sie über einen Zusammenschluss sprechen, der die Hersteller von Absolut-Wodka und Jack Daniel’s in einem der größten Spirituosenkonzerne der Welt vereinen könnte. Beide Unternehmen teilten dies in getrennten Erklärungen mit und beschrieben einen möglichen Deal als „merger of equals“. Die zusammengeführte Gesellschaft hätte nach Angaben des Wall Street Journal eine Marktkapitalisierung von rund 30,38 Milliarden US-Dollar. Eine Einigung gibt es bisher nicht, und beide Unternehmen betonten, dass es keine Garantie für einen Abschluss gebe. Die Nachricht ließ die Aktie von Pernod Ricard im frühen Handel am Freitag in Paris um mehr als 3 Prozent steigen, nachdem sie am Donnerstag zunächst um 5,7 Prozent gefallen war, als Bloomberg erstmals über die Gespräche berichtet hatte.
Pernod Ricard entstand 1975 aus einer Fusion und ist seitdem zum zweitgrößten Wein- und Spirituosenanbieter der Welt nach Umsatz gewachsen. Das Unternehmen ist in mehr als 160 Ländern aktiv. Seine Wurzeln reichen bis ins frühe 19. Jahrhundert zurück, als die ersten Pernod-Pastis-Getränke produziert wurden. Brown-Forman mit Sitz in Louisville im US-Bundesstaat Kentucky blickt auf mehr als 155 Jahre Geschichte zurück, ist in mehr als 170 Ländern tätig und beschäftigt rund 5.000 Menschen. Die Spirituosenbranche steht seit Jahren unter wachsendem Druck, weil sich die Konsumgewohnheiten verändern, jüngere Käufer aus Gesundheits- und Kostengründen weniger Alkohol trinken und Handelszölle das internationale Geschäft stören.
Fusion unter Gleichberechtigten ist die Formulierung beider Unternehmen ein Hinweis darauf, dass sich keine Seite als klarer Käufer positioniert. Pernod Ricard erklärte, eine mögliche Kombination würde „einen globalen Marktführer in der Alkoholbranche mit größerer Größe, einem starken Markenportfolio und einer ausgewogenen geografischen Präsenz schaffen, die in zwei ikonischen Familien verwurzelt sei“. Das Wall Street Journal berichtete unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen, dass die in Betracht gezogene Vereinbarung einen erheblichen Aktienanteil umfasse und die Familien hinter beiden Unternehmen vermutlich jeweils bedeutende Beteiligungen behalten würden. Alexandre Ricard ist Verwaltungsratschef und Vorstandschef von Pernod Ricard, während die Brown-Familie rund 67 Prozent der Stimmrechte bei Brown-Forman hält. Ein möglicher Abschluss könnte nach Angaben von Bloomberg-Quellen innerhalb weniger Wochen stehen, auch wenn beide Unternehmen betonten, dass der Ausgang offen bleibe.
Ikonische Marken von zwei Kontinenten könnten unter einem Dach zusammengehen Der mögliche Zusammenschluss würde ein Portfolio bündeln, das einige der bekanntesten Namen der globalen Spirituosenbranche umfasst. Zum Angebot von Pernod Ricard gehören Absolut-Wodka, Jameson Irish Whiskey, Chivas Regal Scotch Whisky und Martell Cognac sowie die polnische Wodkamarca Wyborowa. Brown-Forman bringt Jack Daniel’s Tennessee Whiskey, Woodford Reserve Premium Bourbon, El Jimador Tequila, Diplomatico Rum und Chambord Himbeerlikör ein. Beide Unternehmen betonten, dass die operativen Synergien erheblich sein könnten. Genannt wurden dabei vor allem das Markenportfolio von Brown-Forman und das weltweite Vertriebsnetz von Pernod Ricard sowie die Präsenz in aufstrebenden Märkten.
„Wenn es zu einer Einigung kommt und die üblichen Genehmigungen vorliegen, würde diese Partnerschaft einer Fusion unter Gleichberechtigten ähneln, die das Talent und die Erfahrung beider Unternehmen zusammenführt und für die Aktionäre beider Unternehmen Wert schafft.” — Pernod Ricard via The Irish Times
Der Analyst Edward Mundy von Jefferies bezeichnete die Logik hinter dem Vorhaben als überzeugend. In einer Notiz an Kunden schrieb er, die Fusion biete Einsparungen, die Investitionen zur Belebung der schwachen Verkäufe ermöglichen könnten.
„Wir sehen erheblichen Sinn in einer Fusion zwischen den Gentlemen aus Kentucky und den Franzosen.” — Edward Mundy via The Wall Street Journal
Zölle und sinkende Nachfrage brachten beide Unternehmen an den Verhandlungstisch Die Fusionsgespräche finden vor dem Hintergrund anhaltenden Drucks auf beide Unternehmen aus mehreren Richtungen statt. Pernod Ricard ist besonders hart von rückläufigen Erlösen in China getroffen worden, wo hohe Zölle auf Cognac als Reaktion auf Strafabgaben der Europäischen Union auf chinesische Elektroautos eingeführt wurden und den Absatz von Martell deutlich belasteten. Brown-Forman verweist auf Belastungen durch Zölle der Vereinigten Staaten als einen Grund für sinkende Verkäufe im Ausland. Beide Unternehmen haben in den vergangenen Monaten Kosten gesenkt, unter anderem durch Stellenabbau und Umstrukturierungen, da das allgemeine Interesse an Alkohol zurückgeht. Die Marktkapitalisierung von Pernod Ricard ist nach Angaben der Financial Times im vergangenen Jahr um rund 21 Prozent auf etwa 15,24 Milliarden Euro gefallen. Brown-Forman hat im gleichen Zeitraum rund 25 Prozent an Wert verloren und wird derzeit mit etwa 11,88 Milliarden US-Dollar bewertet. Die Branche hat zudem mit einer schwächeren Nachfrage nach Premiumalkohol insbesondere in den Vereinigten Staaten und in China zu kämpfen, was die Lage für beide Konzerne zusätzlich erschwert.
Pernod Ricard (Mrd. EUR): 15.24, Brown-Forman (Mrd. USD): 11.88
$30.38 billion (US-Dollar) — geschätzte kombinierte Marktkapitalisierung des fusionierten Unternehmens
Operative Synergien sehen beide Unternehmen vor allem darin, die Markenstärke von Brown-Forman mit der umfangreichen globalen Vertriebsinfrastruktur von Pernod Ricard zu verbinden, insbesondere in wachstumsstarken Schwellenmärkten. Die an der Pariser Börse notierten Aktien von Pernod Ricard legten am späten Freitagvormittag um 2,80 Prozent auf 61,62 Euro zu. Die Brown-Forman-Aktie hatte die Sitzung am Donnerstag in New York mit einem Plus von 9,58 Prozent beendet und fiel im vorbörslichen Handel am Freitag um 2,10 Prozent auf 25,32 US-Dollar, wie pb.pl berichtete.
Mentioned People
- Alexandre Ricard — przewodniczący rady nadzorczej i dyrektor generalny Pernod Ricard, drugiego pod względem sprzedaży producenta alkoholi na świecie
- Donald Trump — prezydent Stanów Zjednoczonych
Sources: 7 articles
- Ťuknou si Jack Daniel's a Absolut? Obří výrobci lihovin jednají o spojení (Novinky)
- Pernod Ricard Shares Pare Losses as Investors Warm to Mooted Brown-Forman Tie-Up (The Wall Street Journal)
- Na rynku alkoholi szykuje się wielka fuzja. Pernod Ricard i Brown-Forman potwierdzają negocjacje (pb.pl)
- Hersteller von Pernod und Jack Daniels erwägen Fusion (newsORF.at)
- Jameson owner Pernod Ricard in merger talks to US group behind Jack Daniels (The Irish Times)
- Pernod Ricard y el dueño de Jack Daniel's negocian su fusión (europa press)
- Le français Pernod Ricard prépare sa fusion avec l'américain Brown-Forman, propriétaire de Jack Daniel's (Le Monde.fr)