Die italienischen Behörden haben am Montag einen 17-Jährigen aus Pescara festgenommen, der in Perugia lebt. Nach Angaben der Ermittler soll er ein Schulmassaker nach dem Vorbild des Anschlags von Columbine aus dem Jahr 1999 geplant haben, das er mit seinem eigenen Suizid beenden wollte. Die Festnahme erfolgte im Rahmen der Operation „Hate“.
Festnahme nach Ermittlungen in Italien
Ein 17-Jähriger aus Pescara, der in Perugia lebt, wurde wegen eines geplanten Schulmassakers nach dem Vorbild von Columbine festgenommen.
Telegram-Material und Sprengstoffhinweise
Die Ermittler fanden Waffenhandbücher, Anleitungen für 3D-Druck-Waffen, Hinweise zu chemischen Stoffen und Material zu TATP.
Netzwerk mit neonazistischem Hintergrund
Eine Telegram-Gruppe namens „Werwolf Division“ verherrlichte Tarrant und Breivik und war Teil eines internationalen Online-Netzwerks.
Die italienischen Behörden haben am Montag einen 17-Jährigen aus Pescara festgenommen, der in Perugia lebt, nachdem Ermittlungen ergeben hatten, dass er ein Schulmassaker nach dem Vorbild des Columbine-High-School-Anschlags von 1999 geplant hatte, das er mit seinem eigenen Suizid beenden wollte. Die Festnahme wurde in der Nacht von den Carabinieri ROS im Rahmen einer Operation mit dem Namen „Hate“ durchgeführt. Der Jugendrichter des Gerichts von L'Aquila erließ die vorsorgliche Haftanordnung auf Antrag der Jugendstaatsanwaltschaft von L'Aquila. Dem Minderjährigen werden nun Propaganda und Anstiftung zu Straftaten aus Gründen rassischer, ethnischer und religiöser Diskriminierung sowie der Besitz von Material zu terroristischen Zwecken vorgeworfen. Der Junge wurde nach der Anordnung in eine Jugendhaftanstalt gebracht.
Beschlagnahmtes Material enthielt Waffenhandbücher und Anleitungen zum Bombenbau Die Ermittler stellten fest, dass der Verdächtige über Telegram-Kanäle Handbücher beschafft und weitergegeben hatte, die detaillierte Anweisungen zur Herstellung von Schusswaffen enthielten, auch mittels 3D-Druck. Unter dem beschlagnahmten Material befanden sich auch Dokumente mit technischen Hinweisen zu gefährlichen chemischen und bakteriologischen Substanzen sowie Handbücher zur Sabotage lebenswichtiger öffentlicher Dienste. Der Minderjährige hatte zudem nach Anleitungen zur Herstellung von TATP gesucht, eines Sprengstoffs, der bereits bei den Massakern in Brüssel und Paris eingesetzt worden war. Die Ermittlungen ergaben, dass der Junge aktiv an der Herstellung von Waffen und chemischen Geräten arbeitete; die Ermittler sprachen von einem offensichtlichen terroristischen Motiv. Der Umfang des sichergestellten Materials — von der Produktion von Schusswaffen über die Synthese von Sprengstoffen und chemischen Kampfstoffen bis zur Sabotage von Infrastruktur — deutete nach Einschätzung der Ermittler auf eine systematische und gezielte Vorbereitung eines Großangriffs hin.
Operation Hate — zentrale Ereignisse: — ; — ; —
Telegram-Gruppe „Werwolf Division“ verherrlichte Tarrant und Breivik als Heilige Die Ermittlungen dokumentierten Kontakte zwischen dem Minderjährigen und dem Leiter einer Telegram-Gruppe mit dem Namen „Werwolf Division“, die Inhalte verbreitete, die auf die angebliche Überlegenheit der arischen Rasse und die ständige Verherrlichung von Massenmördern ausgerichtet waren. Die Gruppe erhob Personen wie Brenton Tarrant, den Täter der Anschläge auf Moscheen in Christchurch am 15. März 2019, sowie Anders Behring Breivik, den Täter der Anschläge in Oslo und Utøya im Jahr 2011, zu „Heiligen“, um Nachahmung zu fördern. Die Ermittler beschrieben das Netzwerk als ein „transnationales virtuelles Ökosystem, bestehend aus sozialen Gruppen und Kanälen neo-nazistischen, akzelerationistischen und suprematistischen Ursprungs“, das besonders auf die anstiftende Wirkung geteilter ideologischer Materialien und auf die Faszination für Gewalt und Extremismus ausgerichtet sei. Im Zuge derselben Operation wurden sieben weitere Minderjährige in den Provinzen Teramo, Perugia, Pescara, Bologna und Arezzo durchsucht; auch gegen sie wird wegen Propaganda und Anstiftung zu Straftaten aus Gründen rassischer, ethnischer, nationaler oder religiöser Diskriminierung ermittelt. Die acht Personen wurden gemeinsam als Teil dieses größeren internationalen Netzwerks behandelt.
Die laufenden Ermittlungen gehen auf die frühere Antiterrormaßnahme mit dem Namen „Imperium“ zurück, die im Juli 2025 von der Anti-Kriminalitäts-Einheit der Carabinieri in Brescia abgeschlossen und von der Bezirksdirektion für Mafia- und Antiterrorermittlungen in Brescia koordiniert worden war. In jener früheren Operation wurde einem 21-Jährigen aus Brescia eine vorsorgliche Haftanordnung wegen Propaganda und Anstiftung zu Straftaten aus rassischen, ethnischen und religiösen Gründen zugestellt, außerdem wurden 26 Durchsuchungen in ganz Italien durchgeführt. Die Überwachung von Profilen auf Telegram und TikTok identifizierte 29 weitere Mitglieder des Netzwerks, viele von ihnen zwischen 18 und 25 Jahren alt, fünf davon zum damaligen Zeitpunkt minderjährig. Der am Montag festgenommene Minderjährige war bereits im Rahmen der Operation „Imperium“ durchsucht worden; dabei war zunächst seine Beteiligung an radikalen virtuellen Gruppen mit neonazistischem, suprematistischem, fremdenfeindlichem und antisemitischem Hintergrund aufgefallen.
Nach Messerangriff an Schule in Bergamo wächst die Sorge über Jugendgewalt in Italien Die Festnahme erfolgt vor dem Hintergrund wachsender Sorgen in Italien über Gewalt unter jungen Menschen. In der Vorwoche hatte ein 13-jähriger Junge an einer Schule in Trescore Balneario in der Provinz Bergamo einer 57-jährigen französischen Lehrerin mit einem Messer in Hals und Bauch gestochen und sie schwer verletzt. Der Angreifer habe dabei ein T-Shirt mit dem Symbol aus V for Vendetta getragen und den Angriff mutmaßlich gefilmt und in sozialen Medien live übertragen, hieß es. Die beiden Vorfälle sind zwar unterschiedlich gelagert und haben unterschiedliche Motive, sie haben in Italien aber die öffentliche und politische Debatte über Radikalisierung und Gewalt unter Minderjährigen verschärft. Die Operation „Hate“, die sich über die Abruzzen, die Emilia-Romagna, Umbrien und die Toskana erstreckt, zeigt den wachsenden Umfang inländischer Antiterrormaßnahmen gegen Online-Extremistennetzwerke, die junge Menschen über nationale Grenzen hinweg anwerben und radikalisieren.
Mentioned People
- Brenton Tarrant — Sprawca ataku na meczety w Christchurch wymieniony jako inspiracja w grupie Telegrama podejrzanego.
- Anders Behring Breivik — Norweski skrajnie prawicowy terrorysta, który dokonał ataków w Norwegii w 2011 roku, wskazywany przez podejrzanego jako wzór.
Sources: 18 articles
- Detienen a un menor en Italia por planear una matanza escolar e instigar a terrorismo racial (LaSexta)
- Cos'è il gruppo suprematista "Werwolf Division" che nel 2024 mise nel mirino anche Giorgia Meloni (lastampa.it)
- Terrorismo, progettava strage a scuola: 17enne in manette a Perugia (Tgcom24)
- Serial killer santificati e vademecum per i sabotaggi: i documenti sequestrati al 17enne (AGI)
- Police arrest 17-year-old who was planning a school massacre - General News - Ansa.it (ANSA.it)
- Progettava strage a scuola, già perquisito per gruppi online di estrema destra - Notizie - Ansa.it (ANSA.it)
- Progettava una strage a scuola: tra i documenti sequestrati schede su sostanze chimiche e batteriologiche pericolose e sulla costruzione di armi in 3D (Tgcom24)
- Strage a scuola pianificata, arrestato 17enne: manuali per armi e contatti neonazisti (Tgcom24)
- Progettava una strage a scuola, arrestato 17enne (Tgcom24)
- Il 17enne che progettava una strage a scuola sul modello di quella della Columbine (Open)