Die australische Polizei hat den gesuchten Dezi Freeman am Montagmorgen auf einem Anwesen im Nordosten des Bundesstaats Victoria erschossen. Damit endete eine sieben Monate andauernde Fahndung, die zu den größten in der Geschichte des Landes zählte. Freeman war seit einem Angriff auf Polizisten im August 2025 auf der Flucht.

Freeman bei Polizeieinsatz getötet

Der gesuchte Dezi Freeman wurde am 30. März 2026 auf einem Anwesen in Victoria erschossen. Die Polizei beendete damit eine sieben Monate dauernde Fahndung.

Zwei Polizisten starben bei dem Angriff 2025

Bei der Razzia am 26. August 2025 wurden Detective Neal Thompson und Senior Constable Vadim De Waart getötet. Ein dritter Beamter überlebte nach einer Operation.

Großeinsatz mit Rekordprämie

Mehr als 450 Beamte, Hubschrauber und Sondereinheiten suchten nach Freeman. Für Hinweise wurde eine Rekordprämie von 1 Million australischen Dollar ausgesetzt.

Ideologie der Sovereign Citizens

Australische Medien ordneten Freeman der anti-staatlichen Bewegung der Sovereign Citizens zu. Ermittler verwiesen auf seine ausgeprägte Feindseligkeit gegenüber der Polizei.

Australische Polizeikräfte haben den flüchtigen Dezi Freeman, auch bekannt als Desmond Freeman oder Desmond Filby, am Montag, 30. März 2026, gegen 8.30 Uhr auf einem ländlichen Anwesen im Nordosten von Victoria erschossen. Damit endete eine sieben Monate dauernde Fahndung, die zu den größten in der Geschichte des Landes geworden war. Freeman, 56, wurde seit dem 26. August 2025 gesucht, als er nach Angaben der Ermittler auf ein Team von zehn Polizisten geschossen haben soll, das in seinem Haus in der kleinen Stadt Porepunkah, rund 300 Kilometer nordöstlich von Melbourne, eingetroffen war, um einen Durchsuchungsbeschluss zu vollstrecken. Bei dem Angriff wurden zwei Beamte getötet — Detective Neal Thompson, 59, und Senior Constable Vadim De Waart, 35 — und ein dritter Polizist im unteren Körperbereich verletzt, überstand den Vorfall aber nach einer Operation. Die Victoria Police teilte in einer Erklärung mit, bei einer Operation zur Suche nach Freeman sei ein Mann tödlich getroffen worden, die offizielle Identifizierung stehe jedoch noch aus. Bei dem Einsatz am Montag wurde nach Angaben der Polizei kein Beamter verletzt.

Dreistündige Pattsituation ging der tödlichen Schussabgabe voraus Victoria-Police-Chief Commissioner Mike Bush, der am 27. Juni 2025 sein Amt antrat, äußerte sich nach dem Vorfall vor Medien und erklärte, alles, was er bislang wisse, deute darauf hin, dass die Schussabgabe gerechtfertigt gewesen sei. Bush sagte, Freeman sei während einer etwa dreistündigen Pattsituation vor den Schüssen die Möglichkeit gegeben worden, sich friedlich zu ergeben. „Alles, was ich bislang weiß, deutet für mich darauf hin, dass dieser Schusswaffeneinsatz gerechtfertigt war” — Mike Bush via Sky News Bush fügte hinzu, die Polizei gehe stark davon aus, dass Freeman zum Zeitpunkt des Einsatzes bewaffnet gewesen sei, eine formale Bestätigung stehe aber noch aus. Er lehnte es ab, den Toten vor Abschluss der offiziellen Identifizierung namentlich zu bestätigen. Die Police Association of Victoria gab nach der Schießerei eine Stellungnahme ab. „Heute werden wir nicht über den Verlust eines Feiglings sprechen. Wir werden uns an den Mut und die Tapferkeit unserer gefallenen Mitglieder erinnern und an jeden Beamten, der dieses Ergebnis für die Gemeinschaft beharrlich verfolgt hat” — Police Association of Victoria via France 24

Rekordprämie von 1 Million australischen Dollar im Verlauf der monatelangen Fahndung Mehr als 450 (Beamte) — Polizeibeamte, die mit den Ermittlungen und der Suche nach Freeman befasst waren, waren seit August 2025 an der Fahndung beteiligt. Eingesetzt wurden Hubschrauber, Sondereinheiten und Durchsuchungen von mehr als hundert Anwesen im schwierigen Gelände rund um den Mount Buffalo National Park. Die Behörden setzten eine bislang beispiellose Prämie von 1 Million australischen Dollar — umgerechnet rund 685.000 US-Dollar — für Hinweise aus, die zur Festnahme Freemans führten; es war die höchste solche Prämie in der Geschichte der Victoria Police. Es wurde angenommen, dass Freeman über ausgeprägte Kenntnisse im Überleben in der Wildnis und im Outdoor-Bereich verfügte, und die Polizei ging während der Suche davon aus, dass er mit mehreren leistungsstarken Schusswaffen bewaffnet sei. Im Februar 2026 teilte die Polizei öffentlich mit, sie prüfe drei Szenarien: Freeman könne in der Nähe des Mount Buffalo durch Selbsttötung oder einen Unfall gestorben sein, er könne aus dem Gebiet entkommen und von anderen versteckt werden, oder er habe eigenständig überlebt. Bush sagte damals, es gebe „vieles, was darauf hindeute, dass Freeman sich das Leben genommen habe“, zugleich hielten die Ermittler aber alle Möglichkeiten offen. Freemans Ehefrau und sein jugendlicher Sohn wurden im Zuge der Ermittlungen kurzzeitig festgenommen und später wieder freigelassen. Seine Ehefrau Amalia Freeman rief öffentlich dazu auf, er solle sich stellen. Auf die Frage am Montag, ob jemand die Prämie von 1 Million australischen Dollar beansprucht habe, sagte Bush, sämtliche Informationen zu Belohnungen oder Hinweisen, die den Ermittlungen geholfen hätten, würden vertraulich behandelt.

Souveränisten-Ideologie prägte Freemans tiefe Feindseligkeit gegen die Polizei Australische Medien beschrieben Freeman als radikalisierten Verschwörungstheoretiker und Mitglied der sogenannten Sovereign Citizens movement, deren Anhänger staatliche Autorität ablehnen und sich nicht an Gesetze gebunden sehen. Aus Gerichtsunterlagen, auf die sich France 24 berief, geht hervor, dass Freeman im Rahmen eines Verfahrens gegen ein Bußgeld wegen Geschwindigkeitsüberschreitung vor einem Gericht in Melbourne Polizisten als „frigging Nazis“, „Gestapo“ und „terrorist thugs“ bezeichnet habe. Die Bewegung entstand in den 1970er Jahren in den Vereinigten Staaten und hat sich seitdem international verbreitet, vor allem über Online-Plattformen wie Facebook, wo sich ideologisch motivierte Aktivisten mit Menschen mischen, die rechtlichen oder finanziellen Verpflichtungen ausweichen wollen. Der am 26. August 2025 auf Freemans Anwesen in Porepunkah vollstreckte Durchsuchungsbeschluss wurde von einem Team umgesetzt, dem auch Mitglieder der Einheit für Sexualdelikte und Kindesmissbrauchsermittlungen angehörten; der genaue Grund für den Beschluss wurde von den Behörden jedoch nie öffentlich gemacht. Waffengewalt ist in Australien vergleichsweise selten. Automatische und halbautomatische Waffen sind seit einem Massaker im Jahr 1996 in Port Arthur im Bundesstaat Tasmanien verboten, bei dem ein Einzeltäter nach Angaben von 20 Minuten und France 24 35 Menschen tötete. Nach Angaben des Portals National Police Memorial, auf das sich Notícias ao Minuto bezieht, war der letzte Polizist, der in Australien vor dem Vorfall im August 2025 im Dienst erschossen wurde, im Jahr 2023 im Bundesstaat South Australia getötet worden. Im Jahr 2022 wurden zwei Polizisten von Extremisten auf einem ländlichen Anwesen in Queensland erschossen. Der Tod von Thompson und De Waart sowie die anschließende Fahndung zogen landesweit anhaltende Aufmerksamkeit auf sich. Der Umfang des Polizeieinsatzes spiegelte sowohl die Schwere der ursprünglichen Tat als auch die Schwierigkeit wider, einen Verdächtigen mit umfassenden Kenntnissen im Überleben in der Wildnis in einer der entlegensten und waldreichsten Regionen von Victoria aufzuspüren.

Mentioned People

  • Dezi Freeman — Zbieg i domniemany zabójca policjantów, znany też jako Desmond Freeman lub Desmond Filby
  • Neal Thompson — Detektyw zabity podczas wykonywania nakazu przeszukania w sierpniu 2025 roku
  • Vadim De Waart — Starszy konstabl zabity podczas wykonywania nakazu przeszukania w sierpniu 2025 roku
  • Mike Bush — Komisarz główny Victoria Police

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