Mit dem Tod von Ali Larijani verliert die Islamische Republik binnen drei Wochen nach Ali Khamenei eine weitere Schlüsselfigur. Der langjährige Sicherheitspolitiker kam nach iranischen Staatsmedien bei einem israelischen Luftangriff am 17. März 2026 ums Leben. Zugleich verschärft der neue Oberste Führer Mojtaba Khamenei mit einem kompromisslosen Kurs die Lage im Machtzentrum Teherans.
UN-Bericht zum Westjordanland
Ein am 17. März 2026 veröffentlichter UN-Menschenrechtsbericht äußert die Sorge, die Vertreibung von Palästinensern im Westjordanland könne ethnischen Säuberungen gleichkommen.
Erdoğan verschärft die Rhetorik
Recep Tayyip Erdoğan erklärte am 18. März 2026, Israel treibe den Nahen Osten in Richtung einer Katastrophe, und verwies dabei auch auf das „Gelobte Land“.
Zweifel an Aufstand im Iran
Israelische Vertreter und Analysten halten einen erfolgreichen Volksaufstand gegen das Regime in Teheran für unwahrscheinlich und warnen vor einem Massaker.
Globale Folgen des Krieges
Der iranische Außenminister erklärte, die Auswirkungen des laufenden Krieges würden weltweit zu spüren sein. BFMTV thematisierte zudem das Risiko einer größeren Migrationskrise.
Gerüchte über Netanyahu
Nach Angaben von watson.ch kursierten KI-generierte Gerüchte über Benjamin Netanyahu. Das Medium behandelte die Behauptungen nicht als erwiesene Tatsache, sondern prüfte ihren Hintergrund.
Die Islamische Republik Iran sieht sich nach der Bestätigung des Todes von Ali Larijani mit einer sich verschärfenden Führungskrise konfrontiert. Larijani, Sekretär des Supreme National Security Council und früherer Parlamentspräsident, wurde am 17. März 2026 bei einem israelischen Luftangriff getötet. Darüber berichtete Reuters unter Berufung auf iranische Staatsmedien. Larijani, geboren am 3. Juni 1958, stand seit 2025 an der Spitze des Sicherheitsgremiums. Dasselbe Amt hatte er bereits von 2005 bis 2007 inne. Sein Tod erfolgte nur wenige Wochen nach der Tötung des Obersten Führers Ali Khamenei, der bei den ersten amerikanisch-israelischen Angriffen der Operation Epic Fury am 28. Februar 2026 ums Leben kam. Damit verliert die Islamische Republik innerhalb von drei Wochen zugleich ihren Obersten Führer und ihren wichtigsten Sicherheitsfunktionär.
Neuer Oberster Führer weist Annäherungsversuche zurück und verlangt Kapitulation Mojtaba Khamenei, Sohn des verstorbenen Ali Khamenei und seit März 2026 neuer Oberster Führer Irans, hat öffentlich auf den Tod Larijanis reagiert. Nach Berichten, auf die sich in Websuchergebnissen verwiesen wird, habe Mojtaba Khamenei Vorschläge zur Deeskalation zurückgewiesen, die über Vermittler übermittelt worden seien. Gespräche könnten demnach erst stattfinden, wenn die Vereinigten Staaten und Israel zuvor in die Knie gezwungen worden seien. Seine Ernennung zum dritten Obersten Führer Irans wurde am 8. März 2026 vom iranischen Staatsfernsehen bekanntgegeben, nachdem sein Vater bei den Angriffen vom 28. Februar getötet worden war. Mojtaba Khamenei ist ein iranischer schiitischer Geistlicher, geboren am 8. September 1969 in Maschhad. Sein Gesundheitszustand und seine körperliche Verfassung sind weiterhin Gegenstand widersprüchlicher Berichte. Der amerikanische Verteidigungsminister Pete Hegseth erklärte laut Verifikationsprotokoll, er sei verletzt worden und vermutlich entstellt. Der Kurs der neuen Führung deutet trotz der erheblichen Verluste in der obersten Ebene des Regimes auf eine Fortsetzung jener harten Linie hin, die bereits die Amtszeit seines Vaters geprägt hatte.
Die Islamische Republik Iran hat in der Vergangenheit wiederholt eine beträchtliche Widerstandsfähigkeit nach gezielten Tötungen hochrangiger Funktionäre gezeigt. Ali Larijani war seit Dezember 2008 Präsident des iranischen Parlaments und über zwei Jahrzehnte eine zentrale Figur der iranischen Sicherheits- und Diplomatiepolitik. Der Oberste Nationale Sicherheitsrat, den Larijani leitete, koordiniert Irans Verteidigungs- und Nachrichtendienstausrichtung und spielt eine zentrale Rolle bei Entscheidungen über das Atomprogramm und die regionale Stellvertreterstrategie. Die amerikanisch-israelische Militärkampagne, die am 28. Februar 2026 begann, markierte eine erhebliche Zuspitzung in der jahrzehntelangen Konfrontation zwischen Washington, Tel Aviv und Teheran.
Putin bekundet Beileid und nennt Larijani einen wahren Freund Russlands Russlands Präsident Wladimir Putin hat der iranischen Führung nach Larijanis Tod kondoliert und ihn als einen wahren Freund Russlands bezeichnet. Das berichteten NewsIT und der griechische Sender SKAI. Das Beileidsschreiben war an Mojtaba Khamenei als neuen Obersten Führer gerichtet. Putins Reaktion unterstreicht die strategische Beziehung zwischen Moskau und Teheran, die sich seit Russlands großangelegter Invasion in die Ukraine im Februar 2022 deutlich vertieft hat. Iran war in diesem Krieg ein wichtiger Lieferant militärischer Ausrüstung für Russland, und Larijani galt als eine Schlüsselfigur bei der Steuerung dieser Beziehung. Die öffentliche Trauerbekundung des Kremls ist eines der bisher deutlichsten Signale dafür, dass Moskau die laufende amerikanisch-israelische Kampagne gegen Iran als Angriff auf einen Partnerstaat betrachtet. Ob Russland als Reaktion auf die Angriffe konkrete diplomatische oder militärische Schritte unternommen hat, geht aus den zugänglichen Quellen nicht hervor.
Regime ordnet sich neu, während Fachleute die Strategie der „Enthauptung“ infrage stellen Analysten und Beobachter der Region bezweifeln zunehmend, dass die fortgesetzte gezielte Tötung iranischer Führungspersonen die strategischen Ziele erreichen wird, die Israel und die Vereinigten Staaten verfolgen. Darauf verweisen Berichte des rumänischen Mediums Ziare.com und der italienischen Zeitung Il Messaggero. Diesen Berichten zufolge hat die Islamische Republik die Fähigkeit gezeigt, ihre Kommandostruktur auch dann neu zu ordnen, wenn hochrangige Funktionäre ausgeschaltet werden. Die Ernennung Mojtaba Khameneis zum Obersten Führer nur wenige Tage nach dem Tod seines Vaters gilt dabei als Hinweis auf die Fähigkeit des Regimes, unter Druck institutionelle Kontinuität zu wahren. Das portugiesische Medium Notícias ao Minuto listete die wichtigsten bei den Angriffen getöteten Regimevertreter auf, von Ali Khamenei bis zu Larijani, und bewertete die Verluste als historisch beispiellos für die Islamische Republik. Die italienische Nachrichtenagentur ANSA berichtete, das Regime ordne seine Kommandostruktur aktiv neu. Wie diese Neuordnung genau aussieht, bleibt nach den verfügbaren Quellen jedoch unklar. Die Kombination aus einem neuen und Berichten zufolge verletzten Obersten Führer, einem unbesetzten Posten an der Spitze des Sicherheitsapparats und einer andauernden Militärkampagne führt dazu, dass die Islamische Republik eine innere Krise bewältigen muss, für die es seit der Revolution von 1979 keinen bestätigten historischen Parallelfall gibt.
Mentioned People
- Recep Tayyip Erdoğan — prezydent Turcji od 2014 r.
- Benjamin Netanyahu — premier Izraela od 2022 r.