Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hat einen direkten militärischen Einsatz in der Straße von Hormus ausgeschlossen. Außenminister Antonio Tajani stellte zugleich klar, dass die EU-Missionen Atalanta und Aspides unverändert fortgeführt werden. Parallel prüft die EU nach Medienberichten eine von den Vereinten Nationen getragene Alternative.
Meloni lehnt Einsatz in Hormus ab
Giorgia Meloni wies am 16. März eine direkte militärische Beteiligung Italiens in der Straße von Hormus zurück und warnte vor einer Annäherung an den Konflikt.
EU-Missionen bleiben im bisherigen Mandat
Antonio Tajani erklärte, dass die EU-Einsätze Atalanta und Aspides nicht ausgeweitet und nicht für einen neuen Einsatzraum umgewidmet werden sollen.
EU prüft UN-gestützte Alternative
Nach einem Bericht der ANSA erwägt die Europäische Union eine von den Vereinten Nationen geführte Korridor-Mission nach dem Vorbild des ukrainischen Getreidekorridors.
Trump kritisiert Verbündete
Donald Trump warf NATO-Partnern und europäischen Staaten mangelnde Unterstützung für ein Vorgehen in der Straße von Hormus vor.
Kleiner NATO-Staat signalisiert Bereitschaft
Laut ProTV soll mindestens ein kleiner NATO-Mitgliedstaat Bereitschaft signalisiert haben, die Vereinigten Staaten zu unterstützen. Der Name des Landes wurde nicht bestätigt.
Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hat am 16. März eine direkte militärische Beteiligung in der Straße von Hormus zurückgewiesen. Ein solcher Schritt würde Italien dem Konflikt einen Schritt näherbringen, warnte sie. Vize-Ministerpräsident und Außenminister Antonio Tajani bekräftigte diese Linie. Er stellte klar, dass die bestehenden EU-Marineeinsätze Atalanta und Aspides strikt innerhalb ihrer bisherigen Mandate bleiben würden. Die Erklärungen fielen zu einem Zeitpunkt, als Donald Trump NATO-Verbündete und europäische Partner dafür kritisierte, dass sie ein Vorgehen in der strategisch bedeutsamen Wasserstraße nicht unterstützten. Die großen europäischen Staaten haben Trumps Wunsch nach einer Beteiligung faktisch nicht entsprochen. Damit fehlt den Vereinigten Staaten in der Region die erhoffte Rückendeckung von Verbündeten.
EU prüft UN-gestützte Korridor-Mission als Alternative Nachdem direkte militärische Optionen für Italien und andere große europäische Staaten vorerst nicht infrage kommen, befasst sich die Europäische Union mit einem alternativen Ansatz. Vorbild ist nach Angaben die sogenannte „Getreidekorridor“-Regelung aus dem Ukraine-Krieg. Nach einem Bericht der ANSA prüft die EU die Möglichkeit einer von den Vereinten Nationen geführten Mission für die Straße von Hormus, die sich am Rahmen für ukrainische Agrarexporte orientieren würde. Eine solche Mission wäre eine multilaterale, auf zivile Aspekte ausgerichtete Alternative zu der militärischen Entsendung, die Trump von den Verbündeten verlangt hat. Der Vorschlag steht für die breitere europäische Präferenz, in einer Region mit weiterhin hohen Spannungen gegenüber Iran auf diplomatische und institutionelle Mechanismen zu setzen statt auf eine direkte militärische Beteiligung. Einen bestätigten Zeitplan oder einen förmlichen Vorschlag gibt es den verfügbaren Quellen zufolge bislang nicht.
Kleiner NATO-Staat signalisiert Bereitschaft, nachdem große Mächte ablehnen Während die führenden Mitglieder des Bündnisses Trumps Bitte zurückgewiesen haben, hat sich laut einem Bericht von ProTV zumindest ein kleineres NATO-Land bereit gezeigt, die Vereinigten Staaten in der Straße von Hormus zu unterstützen. Die Identität des Landes wurde in den verfügbaren Quellen lediglich als kleiner NATO-Mitgliedstaat beschrieben. Ein bestätigter Name wurde nicht genannt. Die Entwicklung verweist auf einen Riss innerhalb des Bündnisses zwischen größeren europäischen Staaten, die auf das Eskalationsrisiko verweisen, und kleineren Mitgliedern, die womöglich eher bereit sind, sich der Position Washingtons anzuschließen. Trump kritisierte die NATO-Partner öffentlich. Das deutsche Magazin Stern berichtete, er habe die Reaktion der Bündnismitglieder als „schockierend“ bezeichnet. Die abweichenden Positionen verweisen auf einen breiteren Konflikt zwischen den Vereinigten Staaten und den europäischen NATO-Staaten über Lastenteilung und die Reichweite gemeinsamer Verteidigungsverpflichtungen jenseits des traditionellen geografischen Schwerpunkts des Bündnisses.
Meloni und Tajani ziehen eine klare Grenze gegen Eskalation Melonis Haltung zur Straße von Hormus spiegelt eine sorgfältige Abwägung Roms über die Grenzen italienischer Militärbeteiligung in einem möglichen Konflikt mit Iran wider. Ihre Aussage, ein Vorgehen in der Meerenge wäre ein Schritt hin zu einer Kriegsbeteiligung, fiel nach Angaben der ANSA eindeutig aus. Tajanis parallele Bestätigung, dass die Mandate von Atalanta und Aspides nicht ausgeweitet würden, unterstreicht die Botschaft, dass Italien nicht beabsichtigt, bestehende EU-Missionen für einen neuen Einsatzraum umzuwidmen. Die Straße von Hormus zwischen Iran und der Arabischen Halbinsel ist einer der wichtigsten maritimen Engpässe der Welt. Durch sie läuft ein erheblicher Teil der weltweiten Öl- und Gasexporte. Die Operation Aspides wurde von der Europäischen Union als Reaktion auf Huthi-Angriffe auf die Schifffahrt im Roten Meer eingerichtet und verfügt über ein strikt defensives Mandat, das sich von der US-geführten Operation Prosperity Guardian unterscheidet. Operation Atalanta, die erste Marineoperation der EU, läuft seit 2008 und war ursprünglich auf den Kampf gegen Piraterie vor der Küste Somalias ausgerichtet. Mit dieser Haltung reiht sich die italienische Regierung unter jene großen europäischen Staaten ein, die es abgelehnt haben, ihre militärische Präsenz in der Region Hormus auf Wunsch Washingtons auszuweiten. Trumps Kritik an den NATO-Verbündeten erhöht in diesem Zusammenhang den Druck auf ein Bündnis, das bereits über Verteidigungsausgaben und die Reichweite gemeinsamer Verpflichtungen streitet. Welche praktischen Folgen diese Kritik für die europäischen Positionen hat, blieb jedoch mit Stand vom 17. März 2026 offen.