Aus dem Museum der Magnani-Rocca-Stiftung bei Parma sind in der Nacht zum 23. März 2026 drei Gemälde von Pierre-Auguste Renoir, Paul Cézanne und Henri Matisse gestohlen worden. Die Tat dauerte nach Angaben der Ermittler weniger als drei Minuten; die Bilder werden zusammen auf rund neun Millionen Euro geschätzt. Öffentlich wurde der Einbruch erst am Sonntag, 29. März, fast eine Woche später.

Drei Gemälde in weniger als drei Minuten gestohlen

Vier maskierte Täter drangen in die Villa dei Capolavori ein und nahmen Renoir, Cézanne und Matisse mit.

Gesamtwert auf neun Millionen Euro geschätzt

Alle drei Werke zusammen werden auf rund neun Millionen Euro veranschlagt, das Renoir allein auf sechs Millionen Euro.

Ermittlungen laufen, Bilder bleiben verschwunden

Die Carabinieri und die Einheit in Bologna werten Videoaufnahmen aus; Festnahmen gibt es bislang nicht.

Vier maskierte Personen haben in der Nacht vom 22. auf den 23. März 2026 aus dem Museum der Magnani-Rocca-Stiftung in Traversetolo bei Parma drei Gemälde von Pierre-Auguste Renoir, Paul Cézanne und Henri Matisse gestohlen. Die Tat dauerte weniger als drei Minuten. Bei den entwendeten Werken handelt es sich um Renoirs „Les Poissons“, Cézannes „Natura morta con ciliegie“ und Matisses „Odalisca sulla terrazza“. Der gemeinsame geschätzte Wert liegt bei rund neun Millionen Euro, allein das Renoir-Gemälde wird auf sechs Millionen Euro veranschlagt. Öffentlich gemacht wurde der Diebstahl erst am Sonntag, 29. März, also fast eine Woche nach dem Einbruch. In dieser Zeit blieb das Museum für Besucher geöffnet. Die italienischen Behörden teilten mit, dass die Ermittlungen weiterlaufen und die Bilder weiterhin fehlen.

Drei Minuten, drei Meisterwerke, eine aufgebrochene Tür Nach Angaben der Stiftung und der italienischen Polizei verschafften sich die vier Täter gewaltsam Zugang zum Haupteingang der Villa dei Capolavori und gingen direkt in den Französischen Raum im Obergeschoss, wo die drei Werke ausgestellt waren. Ein Sprecher des Museums sagte dem Fernsehsender SkyTG24, die Täter hätten „ohne Improvisation, auf strukturierte und organisierte Weise“ gehandelt. Daraus lasse sich schließen, dass das Ziel bewusst ausgewählt worden sei. Während des Einbruchs löste die Alarmanlage aus, und internes Sicherheitspersonal sowie die Carabinieri trafen rasch ein. Die Täter flohen daraufhin durch den Museumspark, bevor sie weitere Werke mitnehmen konnten. Die Stiftung erklärte, der Raub habe gerade wegen der schnellen Reaktion der Schutzsysteme nicht vollendet werden können. Nach Angaben von Polsat News flohen die Täter, indem sie über den Zaun sprangen, bevor die Polizei am Tatort eintraf. Überwachungsvideos aus dem Museum sowie Aufnahmen aus nahe gelegenen Wohnhäusern und Geschäften werden von den Ermittlern ausgewertet.

9 (Millionen Euro) — geschätzter Gesamtwert der drei gestohlenen Gemälde

Les Poissons (Renoir): 6, Natura morta con ciliegie (Cézanne) + Odalisca sulla terrazza (Matisse): 3

Renoir malte im Alter, Cézannes Aquarell ist selten Renoirs „Les Poissons“ ist ein Ölbild auf Leinwand, das um 1917 entstanden ist. Es gehört zu den späten Arbeiten des französischen Impressionismus-Meisters und wird als eines seiner seltenen Werke beschrieben, die sich in einer Dauersammlung in Italien befinden. Cézannes „Natura morta con ciliegie“, um 1890 vollendet, gilt als besonders ungewöhnlich, weil es in Aquarelltechnik ausgeführt wurde. Diese Technik verwendete der postimpressionistische Maler nach Angaben der Stiftung erst in den letzten Lebensjahren häufiger. Matisses „Odalisca sulla terrazza“ ist eine Aquatinta auf Papier aus dem Jahr 1922. Sie zeigt zwei Figuren in einer exotischen Szene, die für seinen reifen Stil typisch ist; eine Figur liegt in der Sonne, die andere hält eine Geige, wie SIC Notícias berichtet. Alle drei Werke hingen im Französischen Raum im Obergeschoss der Villa, was darauf hindeutet, dass die Täter die Anordnung der Sammlung kannten. Die Stiftung teilte mit, die Kriminellen hätten vermutlich eine größere Zahl von Werken stehlen wollen, seien daran aber durch die schnelle Reaktion der Sicherheitskräfte gehindert worden.

Die Magnani-Rocca-Stiftung wurde vom Kunsthistoriker, Musikwissenschaftler und Schriftsteller Luigi Magnani (1906–1984) gegründet und ist in der Familienvilla in Mamiano di Traversetolo untergebracht, rund 20 Kilometer von Parma entfernt. Die Stiftung verfügt über eine der bedeutendsten privaten Kunstsammlungen Italiens, darunter Werke von Tizian, Albrecht Dürer, Peter Paul Rubens, Francisco Goya, Claude Monet und Giorgio Morandi. Nach Angaben der italienischen Nachrichtenwebsite Agi.it, die ZEIT Online zitiert, liegt Italien bei der Zahl der Kunstdiebstähle an der Spitze aller Länder. Jedes Jahr werden dort rund 600 wertvolle Werke gestohlen — also ungefähr zwei pro Tag.

Bolognas Einheit für Kulturgüterschutz leitet die Ermittlungen Die Ermittlungen werden von den Carabinieri und der Einheit für den Schutz des kulturellen Erbes in Bologna koordiniert. Die Ermittler prüfen Aufnahmen der museumseigenen Überwachungskameras sowie Videos aus Kameras in nahe gelegenen Wohnhäusern und Geschäften, bestätigte ein Polizeisprecher. Dass der Diebstahl etwa eine Woche lang geheim gehalten wurde, obwohl das Museum weiter regulär geöffnet war, sorgte für Aufmerksamkeit, als die Nachricht am Sonntag, 29. März, öffentlich wurde. Die Stiftung bestätigte, dass die drei gestohlenen Werke nicht wiederaufgefunden wurden und bislang keine Festnahmen bekanntgegeben wurden. Der Fall wurde mit einem viel beachteten Juwelendiebstahl im Louvre in Paris im Oktober 2025 verglichen. Damals drangen vier maskierte Täter mit einem Lastwagen samt Hebebühne in die Galerie d’Apollon ein und entwendeten acht Schmuckstücke ehemaliger Königinnen und Kaiserinnen im geschätzten Wert von 88 Millionen Euro. Auch dieser Raub dauerte vier Minuten, und die Beute ist nach Angaben von ZEIT Online ebenfalls verschwunden.

Mentioned People

  • Luigi Magnani — Włoski krytyk muzyczny, muzykolog i pisarz, który założył Fundację Magnani-Rocca

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