Die CDU hat die Landtagswahl in Rheinland-Pfalz gewonnen und damit die seit 1991 ununterbrochene Regierungszeit der SPD beendet. Nach Prognosen von ARD und ZDF kommt sie auf rund 30,5 Prozent, die SPD auf etwa 27 Prozent. Die AfD erreicht mit rund 20 Prozent ihr bislang bestes Ergebnis in einem westdeutschen Flächenland.

CDU vor der SPD

Die CDU kam laut ersten Prognosen in Rheinland-Pfalz auf rund 30,5 Prozent und beendete damit 35 Jahre SPD-geführter Landesregierungen.

SPD mit historischem Tief

Die SPD erreichte etwa 27 Prozent und damit ihr schwächstes Ergebnis im Land seit 1955.

AfD erzielt Rekord im Westen

Die AfD kam auf rund 20 Prozent und erreichte damit ihr bislang bestes Ergebnis in einem westdeutschen Bundesland.

Große Koalition gilt als wahrscheinlich

Da alle anderen Parteien eine Zusammenarbeit mit der AfD ausgeschlossen haben, gilt ein Bündnis aus CDU und SPD als wahrscheinlichste Regierungsoption.

Bundespolitische Wirkung

Das Ergebnis entlastet Friedrich Merz nach der Niederlage in Baden-Württemberg etwas, könnte aber die Spannungen in der Koalition mit der SPD verstärken.

Die CDU hat die Landtagswahl in Rheinland-Pfalz am Sonntag, 22. März 2026, gewonnen. Nach Nachwahlbefragungen und ersten Hochrechnungen der öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF kam sie auf rund 30,5 Prozent der Stimmen und beendete damit nach 35 Jahren die ununterbrochene Herrschaft der SPD in dem westdeutschen Bundesland. Die Sozialdemokraten, die das Land seit 1991 regiert hatten, erreichten etwa 27 Prozent der Stimmen. Das ist ihr schwächstes Ergebnis in Rheinland-Pfalz seit 1955, als die Partei 31,7 Prozent erhielt. Die Rechtsaußenpartei Alternative für Deutschland kam auf rund 20 Prozent. Das ist für die Partei ein Rekordwert in einem westdeutschen Bundesland. CDU-Spitzenkandidat Gordon Schnieder, 50, früherer Finanzbeamter und seit 2024 Landesvorsitzender der CDU, dürfte damit neuer Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz werden, voraussichtlich an der Spitze einer großen Koalition mit der SPD.

CDU: 30.5, SPD: 27, AfD: 20, Greens: 7.7, Left: 4.5, Free Voters: 4, FDP: 2.1

Schnieder feiert, die SPD räumt eine historische Niederlage ein Gordon Schnieder wandte sich in der CDU-Landeszentrale an seine Anhänger, während aus der Menge „Gordon Schnieder olé“ zu hören war. „„Die CDU ist zurück in Rheinland-Pfalz: Es wird nicht mehr möglich sein, hier ohne uns zu regieren! Die Wähler haben einen Wechsel eingefordert, und wir müssen Bildung, Sicherheit und Gesundheitsversorgung grundlegend neu ausrichten, wir werden wieder auf die Beine kommen!“” — Gordon Schnieder via ABC Der bisherige Ministerpräsident Alexander Schweitzer, der das Land seit Juli 2024 regiert hatte, nachdem er Malu Dreyer nachgefolgt war, hatte bereits vor der Wahl angekündigt, im Fall einer Niederlage zurückzutreten. Der SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf räumte laut ABC aus Berlin einen „großen Anteil an Verantwortung für das schlechte Ergebnis“ der Partei ein. Auch die Parteiführung in Berlin sprach von einem „Verlust an Verhandlungsmacht“ und warnte, eine geschwächte SPD werde ihre politischen Prioritäten im Bundeskabinett der Koalition schwerer durchsetzen können. Im Willy Brandt House wurde nach dem Ergebnis zudem mit „größerem innerparteilichen Druck“ aus dem linken Flügel gerechnet.

Starker AfD-Zuwachs im Westen erschwert den Blick auf den Wahlherbst Das Ergebnis der AfD von 20 Prozent in Rheinland-Pfalz bedeutet einen deutlichen Anstieg gegenüber den 8,3 Prozent, die die Partei bei der Landtagswahl 2021 erzielt hatte. Das entspricht einem Plus von fast 12 Prozentpunkten. AfD-Co-Vorsitzende Alice Weidel bezeichnete das Ergebnis auf X als „großen Erfolg“. Sie verwies darauf, dass die Partei von 12 Prozent auf 20 Prozent gewachsen sei, und führte dies auf eine starke Oppositionsarbeit zurück. Analysten zufolge gewann die AfD besonders viele Stimmen von Wählern, die an der vorherigen Landtagswahl nicht teilgenommen hatten. Trotz des starken Ergebnisses hatten alle anderen Parteien Koalitionsgespräche mit der AfD bereits vor der Wahl ausgeschlossen. Damit bleibt die CDU von Gordon Schnieder der einzige realistische Anker einer neuen Landesregierung. Das Ergebnis hat auch bundespolitische Bedeutung: Auf Bundesebene liegt die AfD in Umfragen bei rund 25 Prozent nahezu gleichauf mit der CDU/CSU. Im September strebt die Partei in den östlichen Ländern Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt eigene Wahlsiege an und setzt zudem auf ein starkes Abschneiden in Berlin. Die Grünen erhielten 7,7 Prozent der Stimmen nach 9,3 Prozent im Jahr 2021. Die FDP stürzte auf 2,1 Prozent ab und verfehlte damit deutlich die Fünf-Prozent-Hürde für den Einzug in den Landtag.

Merz kann aufatmen, doch Wirtschaft und Koalitionskonflikte bleiben Für Bundeskanzler Friedrich Merz, der Deutschland seit Mai 2025 regiert, bringt das Ergebnis in Rheinland-Pfalz eine gewisse Entlastung. Zuvor hatte seine Partei die Landtagswahl im benachbarten Baden-Württemberg am 8. März an die Grünen verloren. Merz steht wegen des langsamen Tempos wirtschaftspolitischer Reformen in der Kritik. Die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands ist durch die Abkehr von russischem Gas geschwächt worden und wird zusätzlich durch den andauernden Krieg im Iran sowie einen Handelskonflikt mit den Vereinigten Staaten belastet. Kommentatoren verweisen zudem regelmäßig auf Konflikte innerhalb seiner Bundeskoalition mit der SPD. Die aufeinanderfolgenden Niederlagen der SPD bei Landtagswahlen dürften diese Spannungen weiter verschärfen. Die Wahl in Rheinland-Pfalz ist die zweite von fünf Landtagswahlen, die 2026 anstehen. Die politisch folgenreichsten Entscheidungen werden für September in Berlin, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt erwartet. Rheinland-Pfalz gilt seit 1991 als Hochburg der SPD, als die Partei dort erstmals die Landesregierung übernahm. Das zuvor schwächste SPD-Ergebnis im Land stammte laut Deutsche Welle aus dem Jahr 1955, als die Partei 31,7 Prozent der Stimmen erhielt. Die AfD erreichte bei der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz 2021 8,3 Prozent, sodass ihr Ergebnis von rund 20 Prozent im Jahr 2026 nahezu einer Verdreifachung ihrer Unterstützung im Land entspricht. In Baden-Württemberg fiel die SPD am 8. März 2026 auf ein historisches Tief von 5,5 Prozent und übersprang die Parlamentshürde nur knapp. Eine große Koalition aus CDU und SPD auf Landesebene gilt als wahrscheinlichstes Ergebnis. Sie würde die Struktur der Bundesregierung in Berlin spiegeln. Die endgültige Auszählung, zu der auch ein großer Anteil an Briefwahlstimmen gehört, war zum Zeitpunkt der ersten Hochrechnungen allerdings noch nicht abgeschlossen. 69 (%) — Wahlbeteiligung bei der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz

Mentioned People

  • Gordon Schnieder — Przewodniczący CDU w Nadrenii-Palatynacie i lider listy partii w wyborach krajowych w 2026 r.
  • Friedrich Merz — 10. kanclerz Niemiec i federalny przewodniczący CDU.
  • Lars Klingbeil — Wicekanclerz Niemiec, federalny minister finansów i współprzewodniczący SPD.
  • Alexander Schweitzer — Ustępujący premier Nadrenii-Palatynatu i polityk SPD.

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