Vor Niendorf an der Ostsee hat sich ein Buckelwal in der Nacht aus einer Sandbank befreit und schwamm am Freitagmorgen, 27. März 2026, in der Lübecker Bucht. Fachleute sprechen zwar von einem wichtigen Schritt, warnen aber, dass das Tier noch längst nicht in Sicherheit sei. Die nächste Etappe bis in den Atlantik könne nach Einschätzung von Experten mehrere Wochen dauern.
Wal befreit sich in der Nacht selbst
Der Buckelwal vor Niendorf schwamm am 27. März 2026 ohne direkte Hilfe aus der Sandbank frei und kehrte in die Lübecker Bucht zurück.
Experten raten zu Zurückhaltung
Robert Marc Lehmann und andere Fachleute betonen, dass der Wal erst nach dem Erreichen des Atlantiks wirklich in Sicherheit sei.
Ortung bleibt schwierig
Ein Sender konnte wegen der kranken Haut nicht angebracht werden, deshalb begleiten Boote das Tier weiter vorsichtig.
Breite Unterstützung vor Ort
Freiwillige, Feuerwehr, DLRG, Umweltgruppen, Wissenschaftler und Behörden arbeiteten tagelang an der Rettung mit.
Ein Buckelwal, der vor Niendorf, einem Ortsteil der Gemeinde Timmendorfer Strand an der Ostseeküste Deutschlands, auf einer Sandbank festgesessen hatte, hat sich in der Nacht selbst befreit und schwamm am Freitagmorgen, 27. März 2026, in der Lübecker Bucht, auch wenn Fachleute warnten, dass das Tier noch weit von Sicherheit entfernt sei. Der Wal, zwischen lang, war am Montagmorgen, 23. März, auf der Sandbank entdeckt worden, mit dem Rücken aus dem Wasser ragend und mit summenden Lauten, die noch hunderte Meter entfernt zu hören waren. Rettungskräfte arbeiteten tagelang daran, das Tier freizubekommen, und gruben einen Kanal, damit es sich zurück in tieferes Wasser manövrieren konnte. Der Wal schien diesen Kanal genutzt zu haben, um sich in der Nacht aus eigener Kraft zu befreien, was bei den zahlreichen Freiwilligen, Behördenvertretern und Wissenschaftlern vor Ort für Erleichterung sorgte. Boote der Wasserschutzpolizei und Fachboote begleiteten das Tier rasch, um es auf Kurs zu halten und von den Flachwasserbereichen fernzuhalten.
Experten warnen: Der Wal steht vor einem wochenlangen Weg in die SicherheitDer Biologe und Walschützer Robert Marc Lehmann, der sich am Vortag bei einem Tauchgang ein Bild von dem Tier gemacht hatte, mahnte zu Zurückhaltung. „Am Ende ist das eben nicht die Rettung.” — Robert Marc Lehmann via Der Tagesspiegel Lehmann bezeichnete das Verlassen der Sandbank lediglich als kleinen Schritt in die richtige Richtung und betonte, dass das Tier erst dann wirklich sicher sei, wenn es den Atlantik erreicht habe. Nach Einschätzung von Experten könne dieser Weg mehrere Wochen dauern. Lehmann berichtete am Freitagmorgen über Instagram, der Wal bewege sich in der Ostsee in einem stetigen Zickzackkurs, tauche wiederholt ab und bleibe längere Zeit außer Sicht. Er veröffentlichte die Worte „Walrettung geglückt“, warnte zugleich aber vor zu viel Optimismus und beschrieb das, was nun komme, als „die heiße Phase“, in der verhindert werden müsse, dass der Wal an anderer Stelle erneut strandet. Experten hoffen, dass das Tier die Meerengen zwischen Deutschland, Dänemark und Schweden passiert und schließlich Nordsee und Atlantik erreicht. Große Wale sind in der Ostsee nicht heimisch, und die dortigen Bedingungen sind für sie ungeeignet.
Kein Sender angebracht, weil die kranke Haut ein Ortungsgerät ausschlossDie weitere Verfolgung des Wals wird dadurch erschwert, dass dem Tier kein Sender angelegt werden konnte. Stephanie Groß vom Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung bestätigte, dass die Haut des Wals zu stark erkrankt gewesen sei, um einen Sender anzubringen. Fachleute des Instituts suchten das Tier am Freitagmorgen mit Drohnen, nachdem es zunächst aus der Bucht verschwunden war. Eine Kollegin von Groß befand sich nach Angaben vor Ort in einem Schlauchboot direkt neben dem Wal, während ein Küstenwachboot das Tier in etwa 300 Metern Entfernung von der Küste begleitete. Zwei Schiffe der schleswig-holsteinischen Wasserschutzpolizei gehörten ebenfalls zur Eskorte, wie ein Sprecher des Landespolizeiamts in Kiel der Nachrichtenagentur AFP sagte. Die Boote positionierten sich dabei vorsichtig vor dem Wal und bildeten eine Barriere zur Küste. Sie fuhren langsam, um das Tier nicht aufzuschrecken und nicht wieder in flaches Wasser zu treiben.
Ministerpräsident Günther hatte sich am Donnerstag bei Freiwilligen bedanktSchleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther von der CDU hatte Niendorf am Donnerstag besucht, um sich persönlich ein Bild von der Lage zu machen und den zahlreichen Freiwilligen zu danken, die bei der Rettung des Tieres geholfen hatten, darunter Mitglieder der Feuerwehr, der DLRG, Umweltgruppen und Wissenschaftler. „Und ich glaube, sie haben sich alle gefreut, dass die ganzen Grabungen geholfen haben, dass der Kanal jetzt frei ist und der Wal offenbar wieder in tieferes Wasser zurückgekommen ist.” — Daniel Günther via tagesschau.de Günther bekräftigte zugleich das Versprechen, dass das Land Schleswig-Holstein Boote zur Verfügung stellen werde, um den Wal durch die Ostsee zu begleiten und ein erneutes Stranden zu verhindern. Sven Partheil-Böhnke, der Bürgermeister von Timmendorfer Strand, äußerte Erleichterung über das Verlassen der Sandbank, räumte aber ein, dass das Flachwasser der Lübecker Bucht weiter das Risiko eines erneuten Strandens berge. „Ich bin einfach nur froh.” — Sven Partheil-Böhnke via Der Tagesspiegel Der Fall lenkte breite öffentliche Aufmerksamkeit auf die Schwierigkeiten bei der Rettung großer Meeressäuger, die sich in die geschlossenen und vergleichsweise flachen Gewässer der Ostsee verirren, wo die Bedingungen für Arten wie Buckelwale grundsätzlich ungeeignet sind.
Strandung eines Buckelwals – Niendorf, März 2026: — ; — ; — ; — Buckelwale sind im offenen Meer heimische Säugetiere des Atlantiks, des Pazifiks und des Südlichen Ozeans. Die Ostsee gilt mit ihrer vergleichsweise geringen Tiefe und dem niedrigen Salzgehalt im Vergleich zum offenen Ozean als ungeeigneter Lebensraum für große Walarten. Strandungen von Buckelwalen an der deutschen Ostseeküste sind selten und erfordern in der Regel ein abgestimmtes Vorgehen von Meeressäuger-Instituten, Wasserschutzpolizei und ehrenamtlichen Rettungsorganisationen.
Mentioned People
- Sven Partheil-Böhnke — Burmistrz gminy Timmendorfer Strand w Szlezwiku-Holsztynie
- Robert Marc Lehmann — Niemiecki biolog morza, fotograf, ekolog i autor
- Daniel Günther — Minister-prezydent kraju związkowego Szlezwik-Holsztyn od 2017 roku
- Stephanie Groß — Ekspertka z Instytutu Badań Nad Zwierzętami Lądowymi i Wodnymi (ITAW)
Sources: 3 articles
- Drama in der Ostsee: Wal schwimmt wieder auf Kurs aus Lübecker Bucht hinaus (stern.de)
- Tier schwimmt offenbar zurück: Befreiter Buckelwal noch nicht final gerettet (RP Online)
- Drama in der Ostsee: Buckelwal befreit sich von Sandbank und schwimmt wieder zurück (Neue Zürcher Zeitung)
- Drama in der Ostsee: Wal schwimmt Richtung Timmendorfer Strand zurück (stern.de)
- Gestrandeter Buckelwal ist frei: Wo er aktuell unterwegs ist (tagesschau.de)
- Gestrandeter Buckelwal ist frei: Wo er aktuell unterwegs ist (tagesschau.de)
- Großwal befreite sich in der Nacht: Buckelwal an der Ostseeküste nun auf Kurs aus Lübecker Bucht hinaus (Der Tagesspiegel)
- Vor Ostseeküste gestrandeter Wal ist frei - aber Bangen um weiteres Schicksal (stern.de)