Die iranischen Vergeltungsschläge auf Katars Ras Laffan Industrial City haben die Exportkapazität des Landes für LNG nach Angaben der Regierung in Doha um 17 Prozent verringert. Die Einschränkung könne bis zu fünf Jahre andauern. Die Angriffe verschärfen den Konflikt um iranische und israelische Energieanlagen und rücken die Versorgungssicherheit in Europa und Asien in den Mittelpunkt.
Schwere Schäden in Ras Laffan
Nach bestätigten Berichten wurden in Ras Laffan rund 17 Prozent von Katars LNG-Exportkapazität außer Betrieb gesetzt.
Lange Reparaturzeit und mögliche Vertragsaussetzung
Energieminister Saad Sherida al-Kaabi erklärte, die Instandsetzung könne drei bis fünf Jahre dauern. QatarEnergy könnte sich bei langfristigen Lieferverträgen auf force majeure berufen.
Deutliche Marktreaktion
Brent-Rohöl stieg auf 112 bis 119 Dollar je Barrel, europäisches Erdgas auf 70 Euro je Megawattstunde.
Europa besonders betroffen
Ein längerer Ausfall qatarischer LNG-Lieferungen würde Europas Energieversorgung zusätzlich belasten, die seit 2022 unter Druck steht.
Angriffe offenbar angekündigt
Reuters zufolge warnte Teheran Standorte am Golf vorab zur Evakuierung, was auf einen gezielten politischen und wirtschaftlichen Signalcharakter hindeutet.
Die iranischen Vergeltungsraketen auf Katars Ras Laffan Industrial City haben Schäden verursacht, die die Exportkapazität des Landes für LNG nach Angaben der katarischen Regierung bis zu fünf Jahre lang um 17 Prozent verringern werden. Reuters und ANSA berichteten unter Berufung auf eine Bestätigung aus Doha, die am 20. März veröffentlicht worden sei. Die Angriffe erfolgten als Vergeltung für einen israelischen Schlag gegen Irans Gasfeld South Pars und markieren eine erhebliche Ausweitung der laufenden Militärkampagne der USA und Israels gegen Iran. Die Schäden in Ras Laffan zählen zu den folgenreichsten Störungen globaler Gasinfrastruktur der vergangenen Jahre und lösten an den Energiemärkten weltweit starke Reaktionen aus. Donald Trump griff unmittelbar ein, warnte Israel vor weiteren Angriffen auf iranische Energieanlagen und drohte Iran zugleich mit massiver Vergeltung für den Fall, dass Katar erneut angegriffen werde. Dass beide Seiten zivile Energieinfrastruktur ins Visier nehmen, stieß in europäischen Hauptstädten auf Kritik und führte in energieabhängigen Staaten in Asien und Europa zu eiligen Lagebewertungen.
17 (%) — Rückgang von Katars LNG-Exportkapazität um 17 Prozent für bis zu fünf Jahre
Katar gehört zu den größten Exporteuren von Flüssigerdgas weltweit, und die Ras Laffan Industrial City ist das Zentrum dieser Ausfuhrkapazität. Die Militärkampagne der USA und Israels gegen Iran mit dem Namen Operation Epic Fury begann am 28. Februar 2026. Bei den ersten Angriffen wurde Ali Khamenei getötet. Sein Sohn Mojtaba Khamenei wurde am 9. März 2026 zum Obersten Führer ernannt. Der Konflikt hat sich schrittweise von militärischen und nuklearen Zielen auf Energieinfrastruktur ausgeweitet. Das verstärkt in Importstaaten die Sorge um die langfristige Versorgungssicherheit.
Trump warnt Israel und droht Iran nach den Angriffen auf Katar Donald Trump hat Israel nach Reuters-Informationen davor gewarnt, seine Angriffe auf iranische Energieanlagen zu wiederholen, während sich die Krise weiter zuspitzte. Zugleich richtete er seine Warnung an Teheran und drohte laut Websuchergebnissen unter Verweis auf Reuters damit, iranische Gasfelder „massiv in die Luft zu sprengen“, falls Katar erneut angegriffen werde. Der Vorstoß markierte einen bemerkenswerten Moment öffentlicher Spannungen zwischen Washington und Jerusalem, obwohl beide Regierungen in der breiteren Militärkampagne gegen Iran weiterhin auf einer Linie liegen. Trumps Doppelstrategie — Zurückhaltung gegenüber Israel einzufordern und zugleich Iran zu bedrohen — verdeutlichte, wie sensibel die Energieinfrastruktur am Golf für die Weltmärkte ist. Die Angriffe auf Ras Laffan haben Katar, einen wichtigen Sicherheitspartner der USA und Standort eines großen amerikanischen Militärstützpunkts, ins Zentrum eines Konflikts gerückt, den das Land nicht selbst ausgelöst hat.
Italiens Verteidigungsminister kritisiert beide Seiten wegen Angriffen auf Energieanlagen Italiens Verteidigungsminister Guido Crosetto hat nach Angaben von ANSA die Angriffe auf Energieanlagen durch Israel und Iran gleichermaßen verurteilt. Er sprach von einem „Fehler beider Seiten“ und von einem „Schaden für ein ganzes Leben“. Crosetto, der seit Oktober 2022 in der Regierung Meloni Italiens Verteidigungsminister ist, bezeichnete die Angriffe als Fehlentscheidung mit Folgen, die über den Konflikt selbst hinausreichen würden. Seine Äußerungen spiegeln die breitere Sorge in Europa über die Verwundbarkeit der Energie-Lieferketten am Golf. Die Europäische Union bezieht erhebliche Gasmengen aus Katar, und die Verringerung der LNG-Exportkapazität um 17 Prozent hat unmittelbare Folgen für die europäische Energiesicherheit, besonders da der Kontinent seit 2022 daran arbeitet, sich breiter von russischem Gas unabhängig zu machen. Eine von Reuters am 19. März veröffentlichte Analyse untersuchte im Detail, wie sich der Iran-Konflikt auf die Gasversorgung der EU auswirkt und über welche Wege sich die Störungen vertiefen könnten.
US-LNG-Unternehmen legen zu, weil Märkte längere Störungen einpreisen Die Aktienkurse der amerikanischen LNG-Produzenten Cheniere und Venture Global stiegen nach Reuters-Berichten vom 19. März nach den iranischen Angriffen auf Katars LNG-Infrastruktur deutlich. An den Märkten wurden die Schäden in Ras Laffan als strukturelle Veränderung gewertet, die die langfristige LNG-Nachfrage zu amerikanischen Anbietern verlagern könnte. Südkorea, einer der weltweit größten LNG-Importeure, erklärte laut Reuters, es erwarte wegen der Schäden an der katarischen Anlage keine unmittelbaren Lieferunterbrechungen. Ein iranischer Vertreter sagte derweil separat, trotz des israelischen Angriffs auf South Pars ströme innerhalb Irans weiterhin Erdgas, wie das Wall Street Journal am 20. März berichtete. Die Diskrepanz zwischen der Nervosität an den Märkten und den beschwichtigenden Aussagen aus Teheran und Seoul zeigt, wie unklar das tatsächliche Ausmaß der Schäden und der Zeitplan für die Wiederherstellung der betroffenen Anlagen weiterhin sind.
Qatar LNG export capacity — Ras Laffan damage impact: LNG export capacity (before: Full capacity, after: Reduced by 17% for up to five years)
Mentioned People
- Saad Sherida al-Kaabi — minister energii Kataru oraz prezes i dyrektor generalny QatarEnergy