Sechs Spielerinnen der iranischen Frauen-Fußballnationalmannschaft haben in Australien Asyl erhalten. Die Fußballerinnen flohen aus der offiziellen Delegation, da sie Repressalien in ihrem Heimatland fürchteten, während die australische Polizei Ermittlungen zu an sie gerichteten Morddrohungen aufnimmt.
Asyl für sechs Spielerinnen
Sechs Mitglieder des iranischen Nationalkaders erhielten nach heimlicher Flucht aus dem Hotel Schutz in Australien.
Ermittlungen zu Morddrohungen
Die australische Polizei untersucht Drohungen durch einen mit dem iranischen Regime verbundenen Delegationsbetreuer.
Unterstützung durch Khalida Popal
Die ehemalige Kapitänin der afghanischen Nationalmannschaft rief die internationale Gemeinschaft zum Schutz der iranischen Sportlerinnen auf.
Rückkehr eines Delegationsmitglieds
Ein Mitglied des Teams entschied sich trotz anfänglicher Fluchtpläne für die Rückkehr in den Iran.
Sechs Spielerinnen der iranischen Frauen-Fußballnationalmannschaft haben in Australien Asyl erhalten, nachdem sie aus der offiziellen Delegation geflohen sind. Fünf von ihnen verließen heimlich das Hotel, in dem die Mannschaft untergebracht war, um einer erzwungenen Rückkehr nach Teheran zu entgehen. Asyl wurde nach Prüfung der Anträge durch die australischen Einwanderungsbehörden gewährt. Die Entscheidung der Spielerinnen, im Ausland zu bleiben, ist eine direkte Reaktion auf die politische und soziale Lage in ihrer Heimat. Die Sportlerinnen fürchteten Repressalien der Behörden nach Ende ihres Aufenthalts in Australien. Die gesamte Fluchtaktion aus dem Hotel wurde organisiert durchgeführt, was es den Spielerinnen ermöglichte, der Aufsicht durch iranische Betreuer zu entgehen.
Die australische Polizei führt derzeit intensive Ermittlungen zu den Morddrohungen gegen die Spielerinnen. Nach Erkenntnissen der Beamten könnte hinter der Einschüchterung eine mit dem iranischen Regime verbundene Person stehen, die als Betreuer der Delegation fungierte. Die Drohungen sollten die Frauen zur Rückkehr in ihr Land und zum Verzicht auf internationalen Schutz zwingen. Gleichzeitig änderte ein Mitglied der iranischen Delegation, das zunächst über einen Verbleib in Australien nachgedacht hatte, seine Meinung. Der Mann lehnte das Asylangebot ab und entschied sich für die Rückkehr in den Iran. Diese Situation zeigt den enormen Druck, unter dem Mitglieder der nationalen Sportmannschaften dieses Landes während Auslandsreisen stehen. Flucht und Asyl der iranischen Fußballerinnen: 11. März 2026 — Flucht aus dem Hotel; 11. März 2026 — Entscheidung zur Rückkehr; 12. März 2026 — Gewährung von Asyl; 12. März 2026 — Polizeiermittlungen
Khalida Popal, ehemalige Kapitänin der afghanischen Nationalmannschaft und Gründerin der Organisation Girl Power, äußerte sich zur Flucht der Fußballerinnen. Girl Power Organization rief die internationale Gemeinschaft auf, den Geflüchteten vollständige Unterstützung und Sicherheit zu gewährleisten. Popal betonte, dass die Entscheidung zur Flucht enormen Mut erfordere, angesichts der möglichen Konsequenzen für die in Iran verbliebenen Familien der Spielerinnen. Dieser Vorfall reiht sich in einen breiteren Trend von Fluchten iranischer Sportler ein, die sich zunehmend während internationaler Wettkämpfe für politische Emigration entscheiden. Die Geschichte der Fluchten iranischer Sportler umfasst zahlreiche Fälle der letzten Jahre, darunter die Flucht von Kimia Alizadeh, der einzigen iranischen Olympiamedaillengewinnerin, die 2020 nach Deutschland auswanderte. 2023 fand der Fall der Schachspielerin Sara Khadem, die ohne Kopftuch antrat und anschließend in Spanien Zuflucht suchte, große Beachtung. Die iranischen Behörden wenden oft Systeme von Vermögensgarantien und Drohungen gegen Familien an, um Fluchten von Sportlern während Auslandsturnieren zu verhindern. Dennoch haben seit 2018 Dutzende iranischer Athleten verschiedener Disziplinen in Europa, Nordamerika und Australien um Asyl gebeten. . „These women need a safe place and solidarity from the entire sporting world now” (Diese Frauen brauchen jetzt einen sicheren Ort und Solidarität aus der gesamten Sportwelt) — Khalida Popal via Reuters
Mentioned People
- Khalida Popal — Afghanische Fußballspielerin, Gründerin und Direktorin der Girl Power Organization, Programmdirektorin und Eventmanagerin der afghanischen Frauen-Fußballnationalmannschaft.