Die Besatzung der Artemis II-Mission hat am 6. April 2026 den Vorbeiflug am Mond erfolgreich abgeschlossen und dabei als erste Menschen seit der Apollo-Ära die Mondrückseite direkt beobachtet. Kommandant Reid Wiseman, Pilot Victor Glover sowie die Missionsspezialisten Christina Koch und Jeremy Hansen stellten dabei einen neuen Entfernungsrekord für die bemannte Raumfahrt auf.

Historischer Entfernungsrekord

Die Crew von Artemis II flog weiter von der Erde weg als jede bemannte Mission zuvor und übertraf den Rekord von Apollo 13.

Beobachtung der Mondrückseite

Während eines 41-minütigen Funklochs beobachtete die Besatzung die Mondrückseite und eine totale Sonnenfinsternis.

Defekt am Toilettensystem

Ein Ausfall des 23 Millionen Dollar teuren Urinsammelsystems zwang die Crew zu improvisierten Reparaturen und der Nutzung von Notfall-Urinalen.

Kommunikation zwischen Orion und ISS

Erstmals sprachen Astronauten aus dem tiefen Weltraum live mit der Besatzung der Internationalen Raumstation.

Die Artemis II-Crew schloss am 6. April 2026 einen historischen Mondvorbeiflug ab und beobachtete als erste Menschen seit der Apollo-Ära die Rückseite des Mondes im Detail. Das Orion-Raumschiff befindet sich nun auf dem Rückweg zur Erde. Kommandant Reid Wiseman, Pilot Victor Glover sowie die Missionsspezialisten Christina Koch und Jeremy Hansen stellten während der Mission einen neuen Entfernungsrekord für die bemannte Raumfahrt auf. Bei der größten Annäherung passierte die Crew die Mondoberfläche. Das Raumschiff soll am 11. April 2026 im Ozean wassern. Damit endet die Mission, die von der NASA als Test der SLS-Rakete und der Orion-Systeme unter den Bedingungen der geplanten Mondlandung von Artemis IV konzipiert war. Einundvierzig Minuten Stille hinter dem MondWährend des Vorbeiflugs brach am Dienstagmorgen von 0:44 Uhr bis 1:25 Uhr der Kontakt zur Erde für 41 Minuten vollständig ab, da der Mond die Kommunikationsverbindung blockierte. Die Besatzung beobachtete die Mondrückseite insgesamt etwa sechs Stunden lang und dokumentierte Farben, Texturen und Oberflächenstrukturen, die zuvor noch nie aus einer solchen Nähe mit menschlichen Augen gesehen wurden. Zu den beobachteten Phänomenen gehörte eine totale Sonnenfinsternis, bei der der Mond die Sonnenscheibe für fast 54 Minuten vollständig verdeckte und die Sonnenkorona in einem Detailgrad sichtbar machte, der von der Erde aus unerreichbar bleibt. Die NASA veröffentlichte Bilder des Vorbeiflugs, die eindrucksvolle Erduntergänge am Mondhorizont zeigen – die Erde erscheint dabei als teilweise beschattete blaue Scheibe über einer Kraterlandschaft. Zudem wurde ein Foto der Sonne während der totalen Finsternis durch den Mond übermittelt. Die Crew berichtete außerdem von Einschlagblitzen, Mondstaub und der Sichtung des Ohm-Kraters. Koch beschrieb die Erfahrung jenseits rein visueller Eindrücke.„„Ich hatte gerade ein überwältigendes Gefühl, als ich den Mond ansaah [...] Er ist ein eigener Körper im Universum, er ist nicht nur ein Poster am Himmel. Er ist ein echter Ort.“” — Christina Koch via EL PAÍSDie Rückseite des Mondes wurde erstmals im Oktober 1959 von der sowjetischen Sonde Luna 3 fotografiert. Die ersten Menschen, die sie direkt sahen, waren Ende Dezember 1968 die Besatzungsmitglieder von Apollo 8 – Frank Borman, Jim Lovell und William Anders –, wobei ihre Sicht eingeschränkt war und unter weniger günstigen Lichtbedingungen stattfand als bei Artemis II. Den bisherigen Rekord für die weiteste Entfernung von Menschen zur Erde hielt die Besatzung von Apollo 13 – Jim Lovell, Jack Swigert und Fred Haise –, die 1970 eine Distanz von 400.171 Kilometern erreichte und den Mond in einer Höhe von nur 254 Kilometern passierte. Gefrorener Urin und eine defekte 23-Millionen-Dollar-ToiletteTrotz der erreichten wissenschaftlichen und technischen Ziele hatte die Besatzung mit einem dauerhaften Defekt des Toilettensystems der Orion zu kämpfen, dessen Kosten die NASA auf rund 23 Millionen US-Dollar beziffert. Die Probleme begannen fast unmittelbar nach dem Start am 1. April, als die Crew einen Ausfall des Urinsammelsystems meldete. Gary Jordan, Sprecher der NASA, erklärte, dass ein blockiertes Gebläse das System außer Betrieb gesetzt habe. Das Kontrollzentrum auf der Erde übermittelte Reparaturanweisungen, die von Koch umgesetzt wurden.„„Ich bin stolz darauf, mich als Weltraum-Klempnerin bezeichnen zu können.“” — Christina Koch via LaVanguardiaZwar war die Reparatur zunächst erfolgreich, doch traten in den folgenden Tagen immer wieder Störungen auf, sodass die Besatzung auf klappbare Notfall-Urinale ausweichen musste. Flugdirektor Judd Frieling erläuterte am Wochenende, dass das Problem offenbar bei der Abfallentsorgung lag; man vermute gefrorenen Urin in der Entlüftungsleitung. Koch berichtete zudem von einem unangenehmen Vorfall im Hygienebereich, bei dem sie einen Brandgeruch wahrnahm, woraufhin die NASA-Teams die Elektro- und Heizsysteme überprüften. Zwei Besatzungen im Gespräch über 400.000 Kilometer hinwegAm siebten Missionstag, als Orion den Gravitationsbereich des Mondes verließ und das erste von drei Manövern zur Kurskorrektur Richtung Erde einleitete, fand ein historisches Gespräch statt. Laut NASA war es der erste Austausch dieser Art in der Geschichte der Raumfahrt – ein Live-Call zwischen dem Orion-Raumschiff im tiefen Weltraum und den sieben Astronauten an Bord der Internationalen Raumstation (ISS). Unter den ISS-Mitgliedern befand sich Jessica Meir, Kommandantin der Crew-12-Mission, die 2019 gemeinsam mit Koch den ersten rein weiblichen Weltraumausstieg absolviert hatte. Koch richtete sich direkt an Meir.„„Jessica, ich habe immer gehofft, dass wir wieder gemeinsam im All sein würden, aber ich hätte nie gedacht, dass es so sein würde. Es ist unglaublich. Herzlichen Glückwunsch zum Kommando, und ich hoffe, du hast eine wundervolle restliche Zeit auf deiner Reise.“” — Christina Koch via LaVanguardiaIm Gespräch thematisierten die Besatzungen den Blick auf die Erde aus unterschiedlichen Distanzen – rund 400 Kilometer bei der ISS im Vergleich zu mehr als 400.000 Kilometern bei Artemis II. Die Artemis-Crew reflektierte darüber, wie die Perspektive aus dem tiefen Weltraum die Wahrnehmung der Verletzlichkeit der Erde verändere.„„Was sich beim Blick auf die Erde am meisten verändert hat, ist, dass mir jetzt nicht nur ihre Schönheit auffällt, sondern auch, wie viel Dunkelheit sie umgibt. Das macht sie noch besonderer.“” — Artemis II crew via LaVanguardiaDas Gespräch endete mit der gemeinsamen Feststellung, dass sich alle Beteiligten fernab der Erde befanden und alle dorthin zurückkehren würden – ein Moment, den die ISS-Crew als sehr besonders bezeichnete. Das Orion-Raumschiff befindet sich nun auf einer freien Rückkehrbahn und steuert auf die für den 11. April 2026 geplante Wasserung zu. Wichtige Ereignisse der Artemis II-Mission: — ; — ; — ; —

Mentioned People

  • Reid Wiseman — Dowódca misji Artemis II w 2026 roku, amerykański lotnik morski
  • Victor Glover — Pilot misji Artemis II, oficer marynarki wojennej USA
  • Christina Koch — Specjalistka misji Artemis II, astronautka NASA, uczestniczka pierwszego kobiecego spaceru kosmicznego
  • Jeremy Hansen — Specjalista misji Artemis II, astronauta Kanadyjskiej Agencji Kosmicznej
  • Jessica Meir — Dowódczyni Międzynarodowej Stacji Kosmicznej

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