Das KI-Unternehmen Anthropic hat sich dazu verpflichtet, in den kommenden zehn Jahren mehr als 100 Milliarden US-Dollar für Cloud-Dienste von Amazon Web Services und hauseigene Trainium-Chips auszugeben. Im Gegenzug investiert Amazon weitere fünf Milliarden US-Dollar in das Startup, wobei bei Erreichen bestimmter Meilensteine zusätzliche Zahlungen von bis zu 20 Milliarden US-Dollar möglich sind. Durch diese Vereinbarung erhöht sich das Gesamtkapital, das Amazon in Anthropic eingebracht hat, auf 13 Milliarden US-Dollar.
Massive Investitionssummen
Anthropic will 100 Milliarden Dollar für AWS-Infrastruktur ausgeben, während Amazon seine Investitionen in das Startup auf bis zu 25 Milliarden Dollar erhöhen könnte.
Kapazitätssicherung gegen Ausfälle
Aufgrund von Leistungsproblemen und steigender Nachfrage durch das Programmiertool Claude Code sicherte sich Anthropic insgesamt 10 Gigawatt an neuer Rechenkapazität bei Amazon und Google.
Fokus auf hauseigene Hardware
Der Deal forciert die Nutzung von Amazons Trainium-Chips (Generationen 2 bis 4) als strategische Alternative zu Nvidia-Hardware.
Zirkuläre Geschäftsmodelle
Wie schon beim OpenAI-Deal fließen Investitionsgelder direkt zurück in den Kauf von Cloud-Diensten und Hardware des Investors.
Anthropic hat sich dazu verpflichtet, über das nächste Jahrzehnt mehr als 100 Milliarden US-Dollar für Amazon Web Services (AWS) und die unternehmenseigenen Trainium-Chips auszugeben. Dies gab Amazon am Montag im Zuge einer neuen Investition in Höhe von fünf Milliarden US-Dollar in das KI-Startup bekannt. Der Vertrag sieht zudem erfolgsabhängige Zahlungen von bis zu 20 Milliarden US-Dollar vor. Nach vorangegangenen Finanzierungsrunden in den Jahren 2023 und 2024 beläuft sich das Gesamtengagement von Amazon bei Anthropic seit dem 21. April nun auf 13 Milliarden US-Dollar. Im Rahmen der Vereinbarung sicherte sich Anthropic eine 5 (Gigawatt) — Rechenkapazität für das Training und den Betrieb von Claude-KI-Modellen an aktueller und zukünftiger Chipkapazität, um seine Claude-Modelle zu trainieren und zu betreiben. Laut Financial Times soll etwa ein Fünftel dieser Kapazität bereits in diesem Jahr bereitgestellt werden. Das kürzlich mit 380 Milliarden US-Dollar bewertete Unternehmen Anthropic gab an, dass sein annualisierter Umsatz von 9 Milliarden US-Dollar Ende letzten Jahres auf über 30 Milliarden US-Dollar gestiegen ist – ein Wachstumstempo, das die vorhandene Infrastruktur an ihre Grenzen gebracht hat. „Unsere Nutzer berichten uns, dass Claude für ihre Arbeitsweise immer unverzichtbarer wird, und wir müssen die Infrastruktur aufbauen, um mit der schnell wachsenden Nachfrage Schritt zu halten.” — Dario Amodei via Financial Times Infrastrukturausfälle zwangen Anthropic zur KapazitätssicherungDer Abschluss wurde maßgeblich durch Engpässe bei der Rechenleistung vorangetrieben, die in den vergangenen Monaten zu Ausfällen, Drosselungen und Leistungseinbußen bei Claude-Nutzern führten. Die Financial Times berichtete, dass die Belastung der Ressourcen durch die rasant steigende Nachfrage nach dem Programmiertool Claude Code die Verhandlungen beschleunigt habe. Laut Wall Street Journal wechselten einige Kunden aus Frustration über die Störungen zu Modellen von Wettbewerbern. Anthropic räumte am Montag ein, dass das Unternehmen während der Spitzenzeiten mit Problemen bei der Zuverlässigkeit und Leistung konfrontiert war, und fügte hinzu, dass ein Wachstum in diesem Tempo eine unvermeidliche Belastung für die Infrastruktur darstelle. Bereits Anfang April hatte das Unternehmen eine erweiterte Partnerschaft mit Google (Alphabet) und Broadcom verkündet, um mehrere Gigawatt Kapazität auf deren TPU-Chips zu nutzen. Zusammen mit dem Amazon-Deal erhöht sich die neu gesicherte Kapazität auf insgesamt rund zehn Gigawatt. Anthropic wies zudem darauf hin, dass sein leistungsstarkes neues KI-Modell Mythos derzeit nur einem kleinen Partnerkreis zur Verfügung steht und eine breitere Veröffentlichung die Nachfrage weiter steigern dürfte. „Diese Vereinbarung spiegelt die Fortschritte wider, die wir gemeinsam bei kundenspezifischen Halbleitern erzielt haben.” — Andy Jassy via Financial Times Amazons Trainium-Chips als Nvidia-Konkurrent positioniertIm Zentrum der Vereinbarung steht Amazons eigene Trainium-Chipserie, die der Konzern als Alternative zu den marktführenden Grafikprozessoren von Nvidia etablieren will. Der Vertrag mit Anthropic umfasst Berichten von TechCrunch zufolge die Generationen Trainium2 bis Trainium4, obwohl letztere noch nicht verfügbar sind. Das aktuellste Modell, Trainium3, kam im Dezember auf den Markt. Anthropic sicherte sich zudem Optionen auf Kapazitäten zukünftiger Chip-Generationen. Im Oktober eröffnete Amazon in Indiana eines der größten KI-Rechenzentren für Anthropic, bekannt als Project Rainier, das mit 500.000 Trainium2-Chips betrieben wird – eine Zahl, die sich künftig verdoppeln soll. Die zirkuläre Struktur des Geschäfts – bei der Anthropic Investitionen von Amazon erhält und diese für den Erwerb von Amazons Chips und Cloud-Diensten nutzt – entspricht einem in der KI-Branche üblichen Muster. Amazon plane in diesem Jahr Investitionen in Höhe von 200 Milliarden US-Dollar, wovon ein Großteil in forschungsnahe KI-Bereiche und neue Rechenzentren fließen soll.Amazon investierte erstmals 2023 vier Milliarden US-Dollar in Anthropic und etablierte sich damit als führender Unterstützer des Startups. Eine zweite Tranche über ebenfalls vier Milliarden US-Dollar folgte 2024. Anthropic wurde 2021 von ehemaligen OpenAI-Mitarbeitern gegründet, darunter die Geschwister Dario und Daniela Amodei. Das Unternehmen konzentriert sich auf KI-Sicherheit und entwickelt die Claude-Modellfamilie. Amazon Web Services ist der weltweit größte Anbieter von Cloud-Diensten. Amazons OpenAI-Deal diente vor zwei Monaten als VorlageDie Vereinbarung mit Anthropic ähnelt einem Geschäft, das Amazon im Februar 2026 mit OpenAI abgeschlossen hatte. Damals investierte Amazon unmittelbar 15 Milliarden US-Dollar in OpenAI, mit der Option auf insgesamt 50 Milliarden US-Dollar im Rahmen einer Finanzierungsrunde über 110 Milliarden US-Dollar, die OpenAI mit 730 Milliarden US-Dollar bewertete. Beide Verträge wurden teilweise als Bereitstellung von Cloud-Infrastruktur statt reiner Barzahlungen strukturiert. Das Wall Street Journal merkte an, dass der Anthropic-Deal kurz vor erwarteten Börsengängen beider KI-Unternehmen erfolgt, während sich der Wettbewerb im Sektor verschärft. Laut TechCrunch haben Risikokapitalgeber Anthropic bereits Mittel zu einer Bewertung von 800 Milliarden US-Dollar oder mehr angeboten, eine solche Runde wurde jedoch noch nicht offiziell bestätigt. Das Ausmaß der gegenseitigen finanziellen Verpflichtungen in der Branche wird kritisch beobachtet. Dario Amodei selbst warnte im Dezember auf einer Konferenz der New York Times vor exzessiven Risiken einiger Marktteilnehmer. „Ich denke, es gibt einige Akteure, die nach dem 'YOLO'-Prinzip agieren und den Risikoregler zu weit aufdrehen.” — Dario Amodei via Financial TimesAmazons Investition in Anthropic: Bisherige Gesamtinvestition (2023–2024) (before: 8 Milliarden Dollar in zwei Runden, after: 13 Milliarden Dollar inklusive der neuen 5 Milliarden); Maximale potenzielle Investition (before: 8 Milliarden Dollar, after: Bis zu 25 Milliarden Dollar inklusive Meilensteinzahlungen); Annualisierter Umsatz von Anthropic (before: 9 Milliarden Dollar (Ende 2025), after: Über 30 Milliarden Dollar (April 2026))
Mentioned People
- Dario Amodei — Amerykański badacz sztucznej inteligencji i przedsiębiorca; współzałożyciel Anthropic
- Andy Jassy — Dyrektor generalny (CEO) firmy Amazon
Sources: 9 articles
- Anthropic y Amazon amplían su idilio: el gigante de la IA compromete una inversión de 100.000 millones en la 'nube' de AWS (EL PAÍS)
- Anthropic bites back in the compute wars with Amazon partnership (Axios)
- Intelligence artificielle : Amazon investit 5 milliards de dollars de plus au capital d'Anthropic (Ouest France)
- Intelligence artificielle : Amazon investit 5 milliards de dollars de plus au capital d'Anthropic (Le Figaro.fr)
- Anthropic takes $5B from Amazon and pledges $100B in cloud spending in return | TechCrunch (TechCrunch)
- Amazon Plans to Invest Up to $25 Billion in Anthropic (The New York Times)
- Amazon will invest up to $25 billion in Anthropic in a broad deal (engadget)
- Künstliche Intelligenz: Amazon investiert weitere Milliarden in Anthropic (Handelsblatt)
- Amazon investiert weitere Milliarden in Anthropic (stern.de)
- Anthropic and Amazon agree $100bn AI infrastructure deal (Financial Times News)