Nach dem Tod eines dreijährigen Mädchens in Torrevieja ermittelt die Guardia Civil gegen den Vater des Kindes. Der Mann, etwa 40 Jahre alt, soll seine Tochter in der Nacht zum Freitag, 20. März 2026, in seinem Haus getötet und anschließend Suizid begangen haben. Die Behörden prüfen, ob es sich um einen Fall vikariierender Gewalt im Kontext geschlechtsspezifischer Gewalt handelt.

Ermittlungen in Torrevieja

Die Guardia Civil untersucht den Tod eines dreijährigen Mädchens und ihres etwa 40 Jahre alten Vaters in Torrevieja. Nach bisherigen Erkenntnissen soll der Vater seine Tochter getötet und anschließend Suizid begangen haben.

Prüfung auf vikariierende Gewalt

Die Behörden behandeln den Fall als möglichen Fall vikariierender Gewalt. Eine formale Bestätigung durch die Regierungsdelegation gegen geschlechtsspezifische Gewalt steht noch aus.

Pilar Bernabé äußert sich öffentlich

Die Regierungsdelegierte in der Valencianischen Gemeinschaft bezeichnete die Tötung auf X als „unerträglichen Terrorismus“ und sprach der Familie und dem Umfeld des Kindes ihre Anteilnahme aus.

Anhaltend hohe Fallzahlen in Spanien

Nach Angaben von El País wurden 2026 bislang 13 Frauen von Partnern oder Ex-Partnern getötet. Bei bestätigter Einstufung wäre das Mädchen aus Torrevieja eines von zwei getöteten Kindern in Fällen vikariierender Gewalt in diesem Jahr.

Die Guardia Civil untersucht die Tötung eines dreijährigen Mädchens in Torrevieja in der spanischen Provinz Alicante als möglichen Fall vikariierender Gewalt. Nach bisherigen Erkenntnissen soll der Vater des Kindes, ein etwa 40 Jahre alter Mann, seine Tochter in der Nacht zum Freitag, 20. März 2026, in seinem Haus getötet haben, bevor er sich selbst das Leben nahm. Quellen aus dem Umfeld der Ermittlungen bestätigten Europa Press und El País, dass in der Wohnung des Vaters zwei Leichen gefunden wurden: die des Mädchens und die ihres Vaters. Die Guardia Civil behandelt den Fall als mögliches Tötungsdelikt im Bereich sexistischer vikariierender Gewalt. Eine formale Bestätigung durch die Regierungsdelegation gegen geschlechtsspezifische Gewalt steht jedoch noch aus. Diese teilte mit, sie sammle derzeit Informationen zu dem Geschehen. Die Regierungsdelegierte in der Valencianischen Gemeinschaft, Pilar Bernabé, verurteilte die Tötung wenige Stunden nach Bekanntwerden öffentlich und sprach von „unerträglichem Terrorismus“. Der Fall zog umgehend landesweite Aufmerksamkeit auf sich, da Spanien sich auch 2026 weiterhin mit anhaltend hohen Zahlen geschlechtsspezifischer Gewalt konfrontiert sieht.

Bernabé verurteilt die Tötung als „unerträglichen Terrorismus“ Pilar Bernabé, die seit Juni 2022 Regierungsdelegierte in der Valencianischen Gemeinschaft ist, äußerte sich kurz nach Bekanntwerden der Tat im sozialen Netzwerk X. „Erschüttert über den Mord an einer Minderjährigen in Alicante. Unerträglicher Terrorismus. Meine ganze Anteilnahme gilt ihrer Familie und ihren Freunden.” — Pilar Bernabé via Europa Press Auch die Regierungsdelegation gegen geschlechtsspezifische Gewalt teilte über ihr X-Profil mit, sie trage aktiv Informationen zu dem mutmaßlichen Fall vikariierender Gewalt in der Provinz Alicante zusammen. Offiziell als Fall vikariierender Gewalt bestätigt ist das Geschehen bislang nicht, da die Datenerhebung noch andauert. Diese Einordnung hat in Spanien rechtliche und statistische Bedeutung, weil Fälle vikariierender Gewalt gesondert von anderen Formen geschlechtsspezifischer Gewalt erfasst werden. Die Behörden haben die Identität des Mädchens und die des Vaters bislang nicht öffentlich bekannt gegeben.

Spaniens Bilanz für 2026 umfasst bereits zwei getötete Minderjährige Die Tötung in Torrevieja ereignet sich vor dem Hintergrund anhaltender geschlechtsspezifischer Gewalt in Spanien im Jahr 2026. Nach von El País angeführten Zahlen haben 13 (women) — seit Jahresbeginn in Spanien 13 Frauen ihr Leben durch Partner oder Ex-Partner verloren. Zwei Minderjährige sind allein im Jahr 2026 von ihren Vätern oder den Partnern ihrer Mütter getötet worden, darunter das Opfer von Torrevieja, falls der Fall entsprechend bestätigt wird. 67 (minors) — Seit Beginn der offiziellen Erfassung im Jahr 2013 wurden in Spanien 67 Minderjährige in Fällen vikariierender Gewalt getötet. Die offizielle Statistik zu Frauen, die von Partnern oder Ex-Partnern getötet wurden, reicht bis 2003 zurück; El País beziffert die Gesamtzahl seit Beginn der Erfassung auf 1.356 Opfer. Diese Zahlen verdeutlichen das Ausmaß eines Problems, dem spanische Behörden und zivilgesellschaftliche Organisationen seit mehr als zwei Jahrzehnten entgegenzuwirken versuchen.

Vikariierende Gewalt – also die gezielte Schädigung der Kinder oder nahestehender Personen eines Opfers, um diesem Leid zuzufügen – wird in Spanien seit 2013 offiziell erfasst. Der Begriff bezeichnet eine Form geschlechtsspezifischer Gewalt, bei der ein Täter Kinder gezielt tötet oder verletzt, um einer Mutter größtmögliches Leid zuzufügen. Offizielle Statistiken zu Femiziden führt Spanien seit 2003. Zudem wurden dort schrittweise gesetzgeberische Maßnahmen gegen geschlechtsspezifische Gewalt beschlossen, darunter das grundlegende Organgesetz von 2004 über integrierte Schutzmaßnahmen gegen geschlechtsspezifische Gewalt. Die Valencianische Gemeinschaft, zu der Torrevieja gehört, zählt zu den Regionen mit aktiven Regierungsdelegationen, die die Reaktion auf solche Fälle koordinieren.

Ermittlungen dauern an, Behörden warten auf formale Einordnung Die Einstufung als vikariierende Gewalt muss von der Regierungsdelegation gegen geschlechtsspezifische Gewalt formal bestätigt werden, bevor der Fall in die amtliche Statistik aufgenommen wird. Die strafrechtlichen Ermittlungen führt die Guardia Civil. Parallel dazu prüft die Delegation des Gleichstellungsministeriums, ob der Fall die rechtlichen Kriterien vikariierender Gewalt erfüllt. Quellen aus dem Umfeld des Falls sagten El País, sie gingen davon aus, dass die Tat im Haus des Vaters verübt worden sei, wo anschließend beide Leichen gefunden wurden. Nicht bestätigt sind bislang Angaben zum Beziehungsstatus der Eltern des Kindes zum Zeitpunkt des Geschehens oder dazu, ob zuvor Anzeigen wegen häuslicher Gewalt erstattet worden waren. Die spanischen Behörden haben keinen Zeitplan genannt, bis wann die formale Einordnung des Falls abgeschlossen sein soll.

Women murdered by partners or ex-partners: 13, Minors murdered by fathers or mothers' partners: 2

Mentioned People

  • Pilar Bernabé García — Delegatka rządu we Wspólnocie Walenckiej od czerwca 2022 r. oraz sekretarz ds. równości w PSOE od grudnia 2024 r.