Die Schweizer Aktionärsberatungsfirma Ethos hat die Investoren von Novartis aufgerufen, die Vergütungsvorschläge auf der kommenden Hauptversammlung abzulehnen. Besonders kritisiert wird das Vergütungspaket für CEO Vasant Narasimhan für das Jahr 2025, das 24,9 Millionen Schweizer Franken betrug und im Vergleich zum Vorjahr um 30 % gestiegen ist. Ethos hält diese Summe für völlig unverhältnismäßig zu europäischen Standards und losgelöst von der wirtschaftlichen Realität.

Kritik am 30-prozentigen Anstieg

Die Vergütung von Vasant Narasimhan für 2025 stieg um 30 % im Vergleich zum Vorjahr und erreichte 24,9 Millionen Schweizer Franken.

Aufruf zur Ablehnung bei Abstimmung

Die Beratungsfirma Ethos ruft die Aktionäre von Novartis dazu auf, die Vergütungspunkte auf der Hauptversammlung abzulehnen.

Argument der Realitätsferne

Ethos-Direktor Vincent Kaufmann erklärte, die Spirale der Managergehälter sei losgelöst von der Realität der Stakeholder.

Die Schweizer Aktionärsberatungsfirma, Ethos, hat die Vergütung des Vorstandsvorsitzenden von Novartis, Vasant Narasimhan, scharf kritisiert. In einer am Dienstag veröffentlichten Mitteilung rief sie die Aktionäre dazu auf, die Vergütungsvorschläge für die Unternehmensführung, die auf der bevorstehenden Hauptversammlung zur Abstimmung stehen, abzulehnen. Das Vergütungspaket für Narasimhan für 2025 betrug 24,9 Millionen Schweizer Franken, was etwa 32,1 Millionen US-Dollar entspricht. Diese Summe bedeutet einen Anstieg von 30 % im Vergleich zum Vorjahr. Die Debatte über die Vergütung von Top-Managern großer Konzerne, insbesondere im Pharma- und Finanzsektor, wird in Europa seit mindestens zwei Jahrzehnten geführt. Nach der Finanzkrise von 2008 führten viele Länder, darunter die Schweiz, Vorschriften ein, um die Transparenz zu erhöhen und den Aktionären ein Mitspracherecht bei der Vergütung von Vorständen zu geben (sogenanntes Say-on-Pay). Trotz dieser Mechanismen steigen die Beträge, die die CEOs großer Konzerne beziehen, oft schneller als die Gewinne der Unternehmen oder die Gehälter der durchschnittlichen Arbeitnehmer. Der Direktor von Ethos, Vincent Kaufmann, kommentierte diese Situation mit deutlichen Worten. „«Wir befinden uns in einer Spirale kontinuierlich steigender Managergehälter, die losgelöst von der wirtschaftlichen Realität der Stakeholder multinationaler Unternehmen ist»” — Direktor der Schweizer Aktionärsberatungsfirma Ethos. Ethos bezeichnete die Vergütung des amerikanischen Managers indischer Herkunft als „besonders übermäßig“ und als völlig außerhalb europäischer Parameter. Vergütung von Novartis-CEO Vasant Narasimhan: 2024: 19.15, 2025: 24.9 Die Beratungsfirma betont, dass ihre Kritik nicht nur die absolute Höhe des Betrags betrifft, sondern auch die Geschwindigkeit seines Anstiegs, die ihrer Ansicht nach durch die für alle Stakeholder einsehbaren Unternehmensergebnisse nicht gerechtfertigt ist. Die Empfehlung von Ethos ist von entscheidender Bedeutung vor der Hauptversammlung von Novartis im März, da sich viele institutionelle Investmentfonds bei ihren Abstimmungsentscheidungen an solchen Meinungen orientieren.

Perspektywy mediów: Mediale Linke und Teile der Mitte könnten den Fall als Beispiel für ungezügelte Unternehmensgier und wachsende Einkommensungleichheit darstellen, die den Gesellschaftsvertrag untergräbt. Konservative Kommentatoren und Wirtschaftspresse könnten argumentieren, dass hohe Vergütungen notwendig sind, um die besten Führungstalente auf dem globalen Markt anzuziehen und zu halten, und dass die Entscheidung ausschließlich bei den Aktionären liege.

Mentioned People

  • Vasant Narasimhan — Vorstandsvorsitzender (CEO) des Pharmakonzerns Novartis
  • Vincent Kaufmann — Direktor der Schweizer Aktionärsberatungsfirma Ethos