Seit dem 1. Februar 2026 gelten Erhöhungen der e-TOLL-Straßennutzungsgebühren um etwa 40 Prozent sowie eine Erweiterung des mautpflichtigen Straßennetzes um 645 Kilometer. Eine von Transport i Logistyka Polska durchgeführte Studie zeigt, dass 60 Prozent der Unternehmen diese Kosten nicht auf die Kunden abwälzen können und sie aus ihrer eigenen Marge decken müssen. Die meisten Unternehmen erwarten eine ernsthafte Verschlechterung der Rentabilität, und die Hälfte erwägt eine Verkleinerung ihrer Fahrzeugflotte. Der Infrastrukturminister Dariusz Klimczak wird von der Branche für diese Entscheidungen kritisiert.
Kostensprung um 40 Prozent
Die Gebühren im e-TOLL-System stiegen im Durchschnitt um 40–42 Prozent, und das gebührenpflichtige Straßennetz wurde um 645 km auf fast 5.900 km im gesamten Land erweitert. Die Änderung trat am 1. Februar 2026 in Kraft.
Branche gibt Kosten nicht weiter
Ganze 60 Prozent der von TLP befragten Transportunternehmen konnten die höheren Gebühren nicht auf ihre Auftraggeber abwälzen und decken sie teilweise oder vollständig aus ihrer eigenen Marge.
Gefahr für Rentabilität und Flotte
Über 73 Prozent der Unternehmen erwarten eine ernsthafte Verschlechterung der Rentabilität. Die Hälfte der Unternehmen erwägt Kürzungen bei der Fahrzeugflotte. Besonders schwierig ist die Situation für die kleinsten Spediteure.
Scharfe Kritik an Minister Klimczak
Der ehemalige Infrastrukturminister Alvin Gajadhur nannte den amtierenden Minister Dariusz Klimczak den "Totengräber" der polnischen Straßentransportbranche. Das von Klimczak geführte Ministerium vollzog die Erhöhungen.
Die polnische Straßentransportbranche steht nach Inkrafttreten erheblicher Erhöhungen der e-TOLL-Straßennutzungsgebühren und der Erweiterung des mautpflichtigen Straßennetzes am 1. Februar 2026 vor einer tiefen Krise. Wie aus einer Studie des Arbeitgeberverbands Transport i Logistyka Polska (TLP) hervorgeht, stiegen die Gebühren im Durchschnitt um 40–42 Prozent, und das vom System erfasste Netz erweiterte sich um 645 Kilometer auf fast 5.900 Kilometer im Land. Dieser Kostensprung trifft die Rentabilität der Unternehmen direkt. Eine TLP-Umfrage, an der fast 62 Prozent der kleinen Unternehmen (1–10 Fahrzeuge) teilnahmen, offenbart die dramatische Unfähigkeit der Branche, die Belastungen weiterzugeben. Ganze 60 Prozent der befragten Spediteure gaben an, von ihren Auftraggebern keinen Ausgleich für die höheren Gebühren erhalten zu haben und gezwungen zu sein, diese teilweise oder ganz aus der eigenen Marge zu decken. Infolgedessen erwarten über 73 Prozent der Unternehmen in den kommenden Monaten eine ernsthafte Verschlechterung der Rentabilität ihrer Transportleistungen. Die Hälfte der Firmen erwägt sogar Kürzungen bei der Fahrzeugflotte, was das Ausmaß der finanziellen Probleme verdeutlicht. Das System der Straßennutzungsgebühren für Lastkraftwagen in Polen, ursprünglich auf Vignetten basierend, wurde 2021 durch das elektronische System e-TOLL ersetzt. Ziel war es, die Effizienz der Gebühreneinnahmen und Investitionen in die Straßeninfrastruktur zu erhöhen, doch das Gebührenniveau war von Anfang an Gegenstand von Auseinandersetzungen zwischen der Regierung und der Logistikbranche.Die Entscheidung über die Erhöhungen traf das vom Minister Dariusz Klimczak geführte Infrastrukturministerium. Sie stieß auf scharfe Kritik aus der Branche. Alvin Gajadhur, ehemaliger Infrastrukturminister, kommentierte in einem Artikel für wGospodarce.pl: „Minister infrastruktury Dariusz Klimczak robi wszystko,aby zapisać się w historii jako "grabarz" polskiej branży transportu drogowego” (Der Infrastrukturminister Dariusz Klimczak tut alles, um sich in die Geschichte als ) — Alvin Gajadhur. Maciej Wroński, Präsident des TLP, betont, dass bei Erhöhungen von über 40 Prozent das Risiko finanzieller Probleme in Teilen der Branche real sei, insbesondere für die kleinsten Unternehmen, die die Struktur des Sektors dominieren.
Mentioned People
- Dariusz Klimczak — Infrastrukturminister, der die Entscheidung über die Erhöhung der e-TOLL-Gebühren traf.
- Maciej Wroński — Präsident des Arbeitgeberverbands Transport i Logistyka Polska (TLP).
- Alvin Gajadhur — Ehemaliger Infrastrukturminister, der die Entscheidungen des amtierenden Ministers kritisiert.