Im Jahr 2025 kamen bei der Ausübung ihres Berufs rekordverdächtige 129 Journalisten und Medienschaffende ums Leben. Laut einem Bericht des Committee to Protect Journalists (CPJ) ist Israel für zwei Drittel dieser tragischen Vorfälle verantwortlich. Es ist das zweite Jahr in Folge mit einer Rekordzahl an Todesopfern unter Pressevertretern, was internationale Organisationen hinsichtlich der Sicherheit von Reportern in Konfliktgebieten und einer Kultur der Straflosigkeit der Täter alarmiert.
Rekordzahl an Opfern
Die Tötung von 129 Journalisten im Jahr 2025 ist das höchste Ergebnis in der über 30-jährigen Dokumentation des CPJ.
Verantwortung Israels
Die israelischen Streitkräfte sind für den Tod von 86 Medienschaffenden verantwortlich, was zwei Drittel aller weltweiten Opfer ausmacht.
Drohnenangriffe
Deutlicher Anstieg des Einsatzes von Drohnen gegen die Presse; 39 Journalisten kamen im vergangenen Jahr durch Drohnenangriffe ums Leben.
Gezielte Morde
CPJ klassifizierte 47 Fälle als gezielte Morde an Journalisten, wobei die Mehrheit militärischen Aktionen zugeschrieben wird.
Das vergangene Jahr schrieb sich brutal in die Geschichte des weltweiten Journalismus ein. Wie aus dem in New York veröffentlichten Bericht des Committee to Protect Journalists hervorgeht, stellt der Tod von 129 Beschäftigten im Informationssektor die höchste Bilanz seit Beginn der systematischen Erfassung durch die Organisation im Jahr 1991 dar. Die Datenanalyse zeigt, dass die israelischen Streitkräfte die Hauptverantwortlichen für die Todesfälle von Medienvertretern sind, denen die Verantwortung für den Tod von 86 Personen zugeschrieben wird. Die meisten Opfer sind palästinensische Journalisten, die im Gazastreifen tätig sind. Der Bericht berücksichtigt jedoch auch den folgenschweren Angriff auf ein Medienzentrum der Huthi im Jemen, bei dem gleichzeitig 31 Mitarbeiter ihr Leben verloren. Besondere Besorgnis bei der Organisation ruft der Anstieg gezielter Tötungen hervor, die CPJ als Morde klassifiziert. Im Jahr 2025 wurden 47 solcher Fälle verzeichnet, wovon satte 81 Prozent den Handlungen Israels zugeschrieben werden. Der Bericht weist auch auf die technologische Weiterentwicklung der Bedrohungen hin – 39 Journalisten kamen durch Drohnenangriffe ums Leben, was einen drastischen Anstieg im Vergleich zu den Vorjahren darstellt. Neben dem Konflikt im Nahen Osten bleiben der Sudan (9 Opfer) und die Ukraine (4 Opfer) die gefährlichsten Orte für die Presse. Die Organisation betont, dass die tatsächliche Zahl der Opfer aufgrund von Zugangsbeschränkungen zu Kampfgebieten unterschätzt sein könnte, was eine vollständige Überprüfung jedes Vorfalls unmöglich macht. Seit Jahrzehnten steht die Arbeit von Journalisten in Konfliktgebieten unter dem Schutz des humanitären Völkerrechts, das Reporter wie Zivilisten zu behandeln vorschreibt, sofern sie nicht direkt an Kämpfen teilnehmen. Als Reaktion auf die im Bericht enthaltenen Vorwürfe weist die israelische Seite die Anschuldigungen gezielter Angriffe auf Medienvertreter entschieden zurück. Vertreter der Armee argumentieren, dass ihre Operationen ausschließlich gegen Kämpfer gerichtet seien und das Risiko für Journalisten aus der Tatsache resultiere, dass sie sich in aktiven Kriegsgebieten aufhalten. Nichtsdestotrotz warnte die CPJ-Generaldirektorin Jodie Ginsberg, dass die Tötung von Reportern in Rekordtempo das Recht der Öffentlichkeit auf Information in Momenten untergrabe, in denen sie am dringendsten benötigt werde. Die Organisation fordert transparente Untersuchungen zu Angriffen auf die Presse und verweist auf eine anhaltende „Kultur der Straflosigkeit“, die zu weiteren Verstößen gegen journalistische Rechte ermutige. „Journalists are being killed in record numbers at a time when access to information is more important than ever. We are all at risk when journalists are killed for reporting the news.” (Journalisten werden in Rekordzahlen getötet, zu einer Zeit, in der der Zugang zu Informationen wichtiger denn je ist. Wir alle sind gefährdet, wenn Journalisten für die Berichterstattung getötet werden.) — Generaldirektorin des Committee to Protect Journalists (CPJ)
Mentioned People
- Jodie Ginsberg — Generaldirektorin des Committee to Protect Journalists (CPJ)