Die Behörden von Valencia und Alicante sehen sich mit einem schwerwiegenden Skandal um die Vergabe von Sozialwohnungen konfrontiert. Die Oppositionspartei PSPV hat bei der Staatsanwaltschaft eine Anzeige wegen verdächtiger Grundstückstausche eingereicht, die Bauunternehmer auf Kosten von Familien begünstigt haben sollen, die auf eine Wohnung warten. Gleichzeitig hat ein Gericht in Alicante eine Untersuchung zur umstrittenen Vergabe von Wohnungen an Beamte und Personen mit Verbindungen zur regierenden Volkspartei eingeleitet, was bereits zu einer Reihe von Rücktritten geführt hat.
Anzeige bei der Staatsanwaltschaft
Die Partei PSPV hat den Fall des Tauschs von 39 Wohnungen in Valencia gemeldet und behauptet, die Stadt habe vier Grundstücke zum Nachteil der Öffentlichkeit an einen Bauunternehmer übergeben.
Ermittlungen in Alicante
Das Gericht untersucht die Vergabe von 140 Wohnungen in Playa de San Juan; es besteht der Verdacht auf Korruption und Begünstigung von Personen mit Verbindungen zur Volkspartei.
Politische Konsequenzen
Ein Untersuchungsausschuss wird im Regionalparlament eingerichtet, und die Opposition fordert den Rücktritt von Vizepräsidentin Susana Camarero und Bürgermeister Luís Barcala.
Polizeikontrollen
Die Lokale Polizei hat Inspektionen Wohnung für Wohnung begonnen, um zu überprüfen, ob die Begünstigten tatsächlich in den zugewiesenen Sozialwohnungen wohnen.
Eine Welle von Skandalen im Zusammenhang mit Sozialwohnungen hat die Autonome Gemeinschaft Valencia erschüttert. Im Zentrum der Kontroverse steht eine Operation der Stadtverwaltung von Valencia unter der Leitung von Bürgermeisterin María José Catalá. Die Sozialisten der PSPV haben bei der Staatsanwaltschaft Anzeige erstattet und den Beamten vorgeworfen, einen für die Stadt nachteiligen Grundstückstausch vorgenommen zu haben. Im Rahmen dieses Geschäfts übergab die Gemeinde einem Bauunternehmer vier attraktive Baugrundstücke im Austausch für 39 Wohnungen in einem bereits fast fertiggestellten Gebäude. Wie aus Dokumenten hervorgeht, wurden die Reservierungen für diese Wohnungen zuvor storniert, um ihre Übernahme durch die Stadt zu ermöglichen, was dem Unternehmen einen Gewinn von etwa 53 Millionen Euro aus dem Verkauf der verbleibenden Einheiten eingebracht haben könnte. Die Situation ist in Alicante ebenso angespannt, wo eine Ermittlungsrichterin eine offizielle Untersuchung zum Projekt Les Naus eingeleitet hat. Es besteht der Verdacht auf Nutzung vertraulicher Informationen und Korruption bei der Vergabe von 140 Sozialwohnungen. Medienberichten zufolge profitierten Personen mit hohen Einkommen von dem Programm, oft mit Verbindungen zur Volkspartei (PP), darunter Beamte und ihre Familien. Der Skandal hat bereits zum Rücktritt mehrerer Schlüsselfiguren geführt, darunter der Stadträtin für Stadtplanung, Rocío Gómez. Derzeit führt die Polizei Kontrollen in den Wohnungen durch, um zu überprüfen, ob die Personen, denen die vergünstigten Konditionen gewährt wurden, tatsächlich dort wohnen, was eine notwendige Bedingung für die Beibehaltung des Status als Sozialwohnung ist. Im Regionalparlament, Les Corts, fordert die Opposition den Rücktritt von Vizepräsidentin Susana Camarero und des Bürgermeisters von Alicante, Luís Barcala. Der neue Regionalpräsident, Juanfran Pérez Llorca, räumte ein, dass das System der Wohnungsverwaltung verbessert werden müsse, versucht aber gleichzeitig, Angriffe abzuwehren, indem er darauf hinweist, dass die Unregelmäßigkeiten möglicherweise auf Entscheidungen der vorherigen Verwaltung zurückzuführen sind. Der Fall hat die öffentliche Debatte völlig dominiert und Fragen wie die regionale Finanzierung oder die Abwesenheit des ehemaligen Präsidenten Carlos Mazón im Parlament in den Hintergrund gedrängt. Das System der Sozialwohnungen in Spanien entstand während der Franco-Diktatur und wurde in der Zeit des demokratischen Wandels intensiv ausgebaut, um die Wohnungskrise zu bekämpfen, kämpft aber seit Jahrzehnten mit Problemen der Spekulation und Korruption bei der Landvergabe. „Das Wohnungsgeschäft der Volkspartei ist schlichtweg Plünderung, die Bauunternehmer auf Kosten von Familien begünstigt.” — Borja Sanjuan Verdächtige Immobilientransaktionen: Valencia (Tauschoperation): 39, Alicante (Les Naus Projekt): 140 53 Mio. € — potenzieller Gewinn des Bauunternehmers in Valencia Zeitleiste des Wohnungsskandals: 18. Februar 2026 — Ermittlungen eingeleitet; 19. Februar 2026 — PSPV-Anzeige; 19. Februar, 14:30 — Untersuchungsausschuss Linke Medien wie eldiario.es legen den Schwerpunkt auf systemische Korruption in der PP und den Schaden für Familien. | Konservative Medien wie La Razón betonen die Verteidigung Mazóns durch Vox und versuchen, die Verantwortung der Regionalregierung zu verwischen.
Mentioned People
- María José Catalá — Bürgermeisterin von Valencia, von der Opposition beschuldigt, an nachteiligen Grundstückstauschen beteiligt zu sein.
- Juanfran Pérez Llorca — Aktueller Präsident der Regionalregierung von Valencia, der die Maßnahmen der Verwaltung angesichts des Skandals verteidigt.
- Carlos Mazón — Ehemaliger Präsident von Valencia, dessen Abwesenheit im Parlament im Schatten des Skandals Kontroversen auslöst.