Premierminister Donald Tusk traf sich in Warschau mit der isländischen Regierungschefin Kristrún Frostadóttir. Hauptthemen der Gespräche waren die Sicherheit angesichts der russischen Aggression sowie die Perspektive einer engeren Integration Islands in die Europäische Union. Das Treffen zog auch aufgrund einer informellen Geste des Premiers mediale Aufmerksamkeit auf sich, der seiner Amtskollegin den beliebten polnischen Waffelkeks Prince Polo schenkte, der seit Jahrzehnten ein Kultprodukt auf dem isländischen Markt ist.
Unterstützung für Islands Beitrittsbestrebungen
Donald Tusk erklärte, dass Polen eine Rückkehr Islands zu den Gesprächen über eine EU-Mitgliedschaft unterstützen wird.
Referendum möglicherweise bald
Die isländische Premierministerin wies auf die Möglichkeit einer Volksabstimmung über die EU in den kommenden Monaten hin.
Kontroversen um den Waffelkeks
Die Geste der Übergabe eines Prince Polo löste extreme Kommentare aus – von Begeisterung über die Diplomatie bis hin zu Vorwürfen mangelnder Ernsthaftigkeit.
Während des offiziellen Besuchs der isländischen Premierministerin Kristrún Frostadóttir in Warschau konzentrierten sich die Regierungschefs auf die geopolitischen Herausforderungen und die Zukunft der Beziehungen Reykjavíks zu Brüssel. Donald Tusk erklärte seine volle Unterstützung für eventuelle Bestrebungen Islands nach einer EU-Mitgliedschaft und betonte, dass eine solche Stärkung der europäischen Gemeinschaft ein Signal der Stabilität in der Arktisregion wäre. Die isländische Premierministerin deutete an, dass ihr Land noch in diesem Jahr ein Referendum über die Wiederaufnahme von Beitrittsverhandlungen mit der EU abhalten könnte, was eine bedeutende Wende in der dortigen Außenpolitik darstellen würde. Island reichte 2009, mitten in einer tiefen Finanzkrise, einen offiziellen Antrag auf EU-Mitgliedschaft ein. Im Jahr 2015 zog die damalige Mitte-Rechts-Regierung die Kandidatur jedoch einseitig zurück, ohne das angekündigte Volksvotum durchzuführen.Ein kleines Geschenk, das Donald Tusk überreichte, fand breites Echo in den sozialen Medien. Der Premierminister überreichte der isländischen Regierungschefin einen Prince-Polo-Waffelkeks und erinnerte an die lange Tradition dieses Produkts in Island. „My father loves these” (Mein Vater liebt diese) — Kristrún Frostadóttir Diese Geste löste im Land extreme Reaktionen aus: Regierungsnahe Medien sehen darin einen gelungenen Akt der Soft Power, während Opposition und konservative Medien sie als Infantilisierung des Amtes kritisieren. Donald Tusk nutzte auch die Pressekonferenz, um Präsident Karol Nawrocki zur Zusammenarbeit in Verteidigungs- und Energiesicherheitsfragen aufzurufen, was in den aktuellen Streit um die Besetzung wichtiger Staatsämter passt. Zur gleichen Zeit traf sich Premierminister Tusk auch mit dem armenischen Premierminister Nikol Paschinjan, was die Intensivierung der polnischen diplomatischen Aktivitäten in östlicher und nördlicher Richtung bestätigt. Die Gespräche mit dem armenischen Führer betrafen die Stabilisierung des Südkaukasus und die Vertiefung der Bindungen Eriwans an den Westen. Insgesamt positionieren diese Maßnahmen Warschau als ein wichtiges Zentrum, das die Sicherheitspolitik und die Erweiterung der europäischen Strukturen in Zeiten internationaler Instabilität koordiniert.
Mentioned People
- Donald Tusk — Premierminister der Republik Polen, Initiator diplomatischer Treffen und Urheber des symbolischen Geschenks.
- Kristrún Frostadóttir — Premierministerin Islands, Vorsitzende des Bündnisses, nahm den polnischen Waffelkeks begeistert entgegen.
- Nikol Paszynian — Premierminister Armeniens, Teilnehmer an bilateralen Gesprächen mit Donald Tusk in Warschau.