Wissenschaftler des Deep-Sea Minderoo-UWA Research Centre haben eine historische Entdeckung gemacht, indem sie die Anwesenheit eines Hais in den eisigen Gewässern der Antarktis dokumentierten. In einer Tiefe von 490 Metern unter der Meeresoberfläche, in der Nähe der Antarktischen Halbinsel, fing eine Kamera ein vier Meter langes Exemplar der Art Somniosus antarcticus ein. Dieses außergewöhnliche Ereignis stellt bisherige Annahmen von Forschern infrage, wonach die extrem niedrigen Temperaturen dieser Gewässer die Existenz solch großer Raubtiere unmöglich machen.
Historische Beobachtung
Erstmals in der Geschichte wurde die Anwesenheit eines Hais im Südlichen Ozean in einer Tiefe von fast 500 Metern dokumentiert.
Art Somniosus antarcticus
Das identifizierte Exemplar ist ein Südpazifischer Schlafhai, der eine Länge von 4 Metern erreicht und sich an extreme Bedingungen angepasst hat.
Tiefseetechnologie
Die Entdeckung gelang dank spezieller Kameras des Minderoo-UWA-Zentrums, die vor den Küsten der Südlichen Shetlandinseln platziert waren.
In den eisigen Tiefen des Südlichen Ozeans ist ein Ereignis eingetreten, das das bisherige Wissen über das Ökosystem dieser Region völlig verändert. Das Forschungsteam von Minderoo-UWA Deep-Sea hat einen vier Meter langen Südpazifischen Schlafhai aufgenommen. Das Tier schwamm langsam vor der Kameralinse vorbei, die in einer Tiefe von 490 Metern in der Nähe der Südlichen Shetlandinseln platziert war. Dies ist die erste dokumentierte Anwesenheit eines Hais in so hohen südlichen Breitengraden, was die Wissenschaftswelt in Erstaunen versetzt hat. Jahrzehntelang galten die Gewässer der Antarktis in wissenschaftlichen Kreisen als zu kalt für Knorpelfische aufgrund ihres spezifischen Stoffwechsels und des Vorhandenseins von Meereis.Die Aufnahme ist das Ergebnis einer Expedition, die den Meeresboden mit fortschrittlichen Videosystemen untersuchte. Diese Beobachtung deutet darauf hin, dass diese Raubtiere sich viel weiter südlich wagen könnten als bisher angenommen, was mit Veränderungen der Wassertemperatur oder der Nahrungsverfügbarkeit zusammenhängen könnte. Experten bemerken, dass sich der Fisch auf eine für seine Art typische "schlafende" Weise bewegte – sehr langsam und energieeffizient. Diese Entdeckung wirft Fragen zur Struktur der Nahrungskette in der Antarktis auf und ob andere große Arten ebenfalls diese unwirtlichen Regionen besiedeln könnten. Diese Forschungen sind Teil eines größeren Projekts zur Kartierung der marinen Biodiversität an Orten, die für den Menschen fast unzugänglich sind. 4 metry — Länge des in der Antarktis beobachteten HaisDarüber hinaus ermöglichte die von den Wissenschaftlern eingesetzte Technologie die Aufnahme von Bildern in nahezu völliger Dunkelheit, was neues Licht auf die Bodenfauna in der Umgebung der Antarktischen Halbinsel wirft. Obwohl Schlafhaie aus anderen Regionen wie den Gewässern um Neuseeland oder Südafrika bekannt sind, verschiebt diese spezifische Beobachtung die bekannte Grenze ihres Vorkommens um Tausende Kilometer nach Süden. Die Forschungsgemeinschaft wartet nun auf weitere Analysen, um festzustellen, ob es sich um einen isolierten Fall oder eine dauerhafte Migration der Art handelt. Die ersten systematischen Untersuchungen der antarktischen Fauna begannen Ende des 19. Jahrhunderts, doch das Fehlen fortschrittlicher Unterwasserkameras verhinderte Beobachtungen der Tiefsee.„Diese Aufnahme ist ein Beweis dafür, wie wenig wir noch über die tiefsten und kältesten Winkel unseres Planeten wissen.” — Experte von Minderoo-UWA