Am Bezirksgericht in Katowice hat die Berufungsverhandlung im Fall von drei Ärzten begonnen, die wegen Straftaten im Zusammenhang mit dem Tod der schwangeren Izabela im Krankenhaus in Pszczyna verurteilt wurden. Der Prozess findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, was geschlossene Türen für Medien und die Öffentlichkeit bedeutet. Es ist eine weitere Phase eines der medienwirksamsten medizinischen Verfahren in Polen, das im Jahr 2021 Massenproteste auslöste.

Verfahren ohne Öffentlichkeit

Die Berufungsverhandlung findet bei geschlossenen Türen statt, ohne Möglichkeit der Teilnahme von Publikum und Medien, was gesellschaftliche Kontroversen auslöst.

Verurteilte Ärzte legen Berufung ein

Drei Ärzte legen Berufung gegen das Urteil des Amtsgerichts vom Juli 2025 ein, das sie für schuldig befand, die Patientin der Gefahr des Lebensverlustes ausgesetzt zu haben.

Hintergrund landesweiter Proteste

Der Tod Izabelas im Jahr 2021 wurde zum Symbol für Probleme in der perinatalen Versorgung und löste Massendemonstrationen unter dem Motto "Frauenprotest" aus.

Mögliche Gerichtsentscheidungen

Das Bezirksgericht kann das Urteil aufrechterhalten, ändern oder aufheben und die Sache zur erneuten Prüfung zurückverweisen. Die Parteien behalten das Recht auf Kassation.

In Katowice hat vor dem Bezirksgericht die entscheidende Phase des Verfahrens im Zusammenhang mit dem Tod der 30-jährigen, schwangeren Izabela begonnen. Drei Ärzte, die im Juli 2025 vom Amtsgericht verurteilt wurden, haben Berufung eingelegt und fordern eine Änderung oder Aufhebung des Urteils. Einer von ihnen wurde für schuldig befunden, fahrlässige Tötung begangen zu haben, und alle – dafür, die Patientin der unmittelbaren Gefahr des Lebensverlustes ausgesetzt zu haben. Die Tragödie ereignete sich im September 2021 im Krankenhaus in Pszczyna, wo Izabela an einem septischen Schock starb. Der Fall Izabela aus Pszczyna brach in einem besonderen gesellschaftspolitischen Moment aus. Im Herbst 2020 erließ das Verfassungsgericht ein umstrittenes Urteil, das das Abtreibungsrecht verschärfte, indem es die embryopathische Indikation für verfassungswidrig erklärte. Der Tod der Frau, der – laut Angaben der Familie – ein Schwangerschaftsabbruch bei einem abgestorbenen Fötus verweigert worden war, wurde zum direkten Auslöser für landesweite Proteste unter dem Motto „Frauenprotest”. Diese Demonstrationen waren Ausdruck des Widerstands gegen die Verschärfung des Rechts und forderten eine Verbesserung der medizinischen Versorgungsstandards für Frauen. Die aktuelle Berufungsverhandlung findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Das bedeutet, dass sowohl Medienvertreter als auch das Publikum keinen Zutritt zum Gerichtssaal haben und die Sitzungsprotokolle nicht zugänglich gemacht werden. Diese Form ist umstritten, da sie die gesellschaftliche Kontrolle über einen symbolträchtigen Fall einschränkt. Das Gericht hat diese Maßnahme höchstwahrscheinlich angewendet, um eine ruhige und sachliche rechtliche Diskussion frei von externem Druck und Emotionen zu gewährleisten. In der Praxis bleiben die Details der Argumentation der Verteidiger und die Position der Berufungsstaatsanwaltschaft bis zur Verkündung der endgültigen Entscheidung geheim. Die Ärzte sind, Berichten zufolge, vor Gericht erschienen, doch die Verhandlung findet in einer Atmosphäre der Stille und geschlossener Korridore statt. Das Bezirksgericht prüft nun die Einwände der verurteilten Partei, die sich sowohl auf Fehler in den tatsächlichen Feststellungen als auch auf eine falsche rechtliche Einordnung der Taten oder das Strafmaß beziehen können. Die Berufungsrichter haben mehrere Optionen: Sie können das Urteil der ersten Instanz aufrechterhalten, es ändern (z.B. durch Strafmilderung) oder aufheben und die Sache zur erneuten Prüfung an das Amtsgericht zurückverweisen. Selbst nach dieser Entscheidung ist der Rechtsweg noch nicht endgültig abgeschlossen. Die mit dem Urteil unzufriedene Partei kann eine Kassationsbeschwerde beim Obersten Gericht einlegen, was das gesamte Verfahren erheblich verlängern könnte. Die Entscheidung aus Katowice wird somit ein weiterer, aber nicht notwendigerweise letzter, rechtlicher Akt in dieser schmerzhaften und landesweit beobachteten Angelegenheit sein.

Mentioned People

  • Izabela z Pszczyny — 30-jährige schwangere Patientin, die im September 2021 im Krankenhaus in Pszczyna starb; ihr Tod wurde zur Ursache landesweiter Proteste.