Der legendäre Regisseur James Cameron hat sich offiziell gegen die Pläne zur Übernahme des Konzerns Warner Bros. Discovery durch den Streaming-Giganten Netflix ausgesprochen. In einem Brief an den US-Senat argumentiert der Schöpfer von „Avatar“, dass eine solche Fusion das traditionelle Kinomodell zerstören und die Anzahl der produzierten Filme drastisch reduzieren würde. Auf diese Vorwürfe reagierten Netflix-Chef Ted Sarandos und Schauspieler Mark Ruffalo scharf und beschuldigten den Regisseur, das konkurrierende Angebot von Paramount zu bevorzugen.

Widerstand von James Cameron

Der Regisseur warnt vor der Zerstörung des Kinomodells im Falle einer Übernahme von Warner Bros. durch den Streaming-Giganten.

Scharfe Erwiderung von Netflix

Ted Sarandos beschuldigt den Regisseur an einer Beteiligung an einer Desinformationskampagne und der Bevorzugung des Angebots des Konzerns Paramount.

Zwei mächtige Angebote

Um Warner Bros. Discovery kämpfen Netflix (83 Mrd. USD) und Paramount Skydance (108 Mrd. USD).

Der Konflikt um die Zukunft von Warner Bros. Discovery (WBD) ist in eine neue Phase eingetreten, nachdem James Cameron einen Brief an Senator Mike Lee, den Vorsitzenden des Antitrust-Unterausschusses, gerichtet hat. Der Regisseur bezeichnete die potenzielle Transaktion mit Netflix als „katastrophal“ für die Filmindustrie. Cameron befürchtet, dass der Streaming-Gigant zum Niedergang der Kinos führen wird, indem er auf traditionelle Premieren auf der großen Leinwand zugunsten seiner eigenen Plattform verzichtet. Seiner Ansicht nach wird dies zu einer Monopolisierung des Marktes und einem Qualitätsverlust bei Filmproduktionen führen. Die Antwort von Netflix erfolgte umgehend. Ted Sarandos, Co-CEO des Unternehmens, warf Cameron vor, an einer „Desinformationskampagne“ beteiligt zu sein, die von Paramount Global inspiriert wurde, das ebenfalls eine Übernahme von Warner anstrebt. Sarandos versicherte, dass Netflix die Kinotradition respektiert und plant, Kinopremieren beizubehalten, und nannte die Vorwürfe des Regisseurs unbegründet. Auch der Schauspieler Mark Ruffalo schaltete sich in die Diskussion ein und fragte Cameron öffentlich, ob sein Widerstand sich gegen die Idee der Monopolisierung an sich oder speziell gegen das Unternehmen Netflix richtet. Ruffalo deutet an, dass eine Fusion mit Paramount ebenfalls Wettbewerbsrisiken mit sich bringen würde, über die der Regisseur schweigt. Seit der COVID-19-Pandemie kämpft Hollywood mit Spannungen zwischen digitalen Plattformen und Kinobetreibern. Der Streit um sogenannte „Ausstellungsfenster“, also die Zeit zwischen Kinopremiere und Verfügbarkeit des Films online, ist ein zentraler Streitpunkt in Branchenverhandlungen. Derzeit steht Warner Bros. Discovery im Zentrum eines Übernahmekampfes zwischen Netflix, das etwa 83 Milliarden Dollar für die Studios und das Streaming-Angebot bietet, und Paramount Skydance, dessen Angebot für das gesamte Unternehmen inklusive Schulden rekordverdächtige 108 Milliarden Dollar beträgt. Die Situation ist dynamisch, und das Engagement einflussreicher Persönlichkeiten wie Cameron könnte die Entscheidungen der Regulierungsbehörden in Washington beeinflussen. Warner Bros. Discovery bleibt einer der letzten „Juwelen in der Krone“ des alten Hollywood, was das Ergebnis dieses Konflikts entscheidend für die Zukunft der gesamten Unterhaltungsbranche macht.

„It would be disastrous for the theatrical motion picture business.” (Es wäre katastrophal für das Kinogeschäft.) — James Cameron

Übernahmeangebote für Warner Bros. Discovery: Paramount Skydance: 108, Netflix: 83

108 mld USD — beträgt das Rekordangebot von Paramount für das Warner Bros. Studio

Mentioned People

  • James Cameron — Filmregisseur, Schöpfer unter anderem von Titanic und Avatar, Gegner einer Fusion mit Netflix.
  • Ted Sarandos — Co-CEO der Plattform Netflix.
  • Mark Ruffalo — Amerikanischer Schauspieler, der Camerons Haltung zur Fusion kritisierte.
  • Mike Lee — Senator aus Utah, Vorsitzender des senatsinternen Unterausschusses für Antitrust-Fragen.