Vertreter indigener Gemeinschaften in Brasilien haben ein Flusshafenterminal des US-Agrarkonzerns Cargill in Santarém im Bundesstaat Pará besetzt. Die Aktion führte zu einem vollständigen Stopp der Hafenbetriebe und zur Evakuierung des zivilen Personals. Die Protestierenden lehnen Pläne zur Vertiefung von Wasserstraßen im Amazonasgebiet ab, was ihrer Ansicht nach das lokale Ökosystem und die Lebensgrundlagen der indigenen Bevölkerung der Region bedroht. Der Konzern bestätigte, dass er mit den lokalen Behörden in Kontakt bleibt.

Besetzung des Terminals Santarém

Protestierende indigene Einwohner haben den Flusshafen von Cargill physisch besetzt und die Arbeiter zur Evakuierung gezwungen.

Widerstand gegen Flussvertiefung

Hauptgrund der Aktion sind geplante Modernisierungen der Wasserstraßen im Amazonasgebiet, die das Ökosystem bedrohen.

Betriebslähmung des Konzerns

Der US-Agrarkonzern hat den Betrieb in einem wichtigen logistischen Knotenpunkt des Bundesstaates Pará vollständig eingestellt.

Am Samstag, den 21. Februar 2026, eskalierte die Situation im Flusshafen von Santarém plötzlich. Eine Gruppe indigener Bevölkerung drang auf das Gelände eines privaten Terminals der US-Firma Cargill ein. Die Demonstranten, die sich zuvor vor den Toren der Anlage versammelt hatten, zwangen die Arbeiter, das Gelände zu verlassen, was zum Abbruch der Verladung wichtiger brasilianischer Exportgüter wie Soja und Mais führte. Die Hauptforderung der Protestierenden ist ein vollständiges Verbot des Dredgings, also der Vertiefung von Flussbetten im Amazonasbecken. Laut Aktivisten dienen diese Investitionen nur der Erleichterung des Schwertransports und zerstören gleichzeitig die natürliche Flussumwelt. Diese Situation ist Teil eines größeren Konflikts um die Kontrolle über die natürlichen Ressourcen Nordbrasiliens. Der Bundesstaat Pará ist eine strategische Region für den brasilianischen Agrobusiness aufgrund des Zugangs zu Wasserstraßen, die den kostengünstigen Transport von Agrarerzeugnissen zu Ozeanhäfen ermöglichen. Die Modernisierung der Flussinfrastruktur ist ein Schlüsselelement der Wirtschaftsstrategie des Landes, des weltweit größten Sojaexporteurs. Für die lokalen Gemeinschaften bedeutet jedoch jeder Eingriff in die Hydrologie des Amazonas eine Verschlechterung der Fischgründe und eine Bedrohung für das traditionelle Lebensmodell, was sich in einer hohen Bereitschaft zu radikalen Protestformen niederschlägt. Seit den 1970er Jahren erlebt das brasilianische Amazonasgebiet eine intensive landwirtschaftliche Kolonisierung, die zur Abholzung riesiger Flächen von Regenwald geführt hat. Konflikte zwischen Großgrundbesitzern und der indigenen Bevölkerung um Land- und Wasserrechte enden regelmäßig mit gewaltsamen Interventionen. „Wir sind hier, weil wir unser Recht auf Existenz verteidigen” — Vertreter der indigenen Gemeinschaften Cargill gab eine Erklärung ab, in der es betonte, dass die Sicherheit der Mitarbeiter Priorität habe, weshalb man sich zur vollständigen Evakuierung des Terminals entschieden habe. Das Unternehmen beobachtet die Lage und arbeitet mit den Sicherheitskräften zusammen, um die Ordnung wiederherzustellen. Diese Blockade trifft einen empfindlichen Punkt der brasilianischen Logistik, da Santarém, gelegen am Zusammenfluss der Flüsse Tapajós und Amazonas, einer der modernsten Getreide-Hubs in der Region ist. Ein längerer Stillstand könnte die globalen Lieferketten beeinflussen, angesichts der dominierenden Rolle Brasiliens auf dem Mais- und Sojamarkt.

Mentioned People

  • Shamyl Cipriano — Bundesrichter, der die Anordnung zur Freigabe des Cargill-Terminals erließ.