Die Behörden von Barcelona und die Regierung Kataloniens haben weitreichende Investitionspläne angekündigt, die das Gesicht der Regionalhauptstadt bis 2031 verändern sollen. Ein Schlüsselelement ist die Revitalisierung des Viertels La Sagrera, wo für 260 Millionen Euro der größte Park der Stadt sowie über 11.000 Wohnungen entstehen sollen. Gleichzeitig hat das katalanische Kabinett einen Rekordhaushaltsentwurf für das Jahr 2026 genehmigt, der 1,9 Milliarden Euro für die Lösung der Wohnungskrise vorsieht.

Haushaltsrekord Kataloniens

Der Haushaltsentwurf für 2026 sieht Ausgaben von fast 50 Mrd. Euro vor, darunter rekordverdächtige 1,9 Mrd. Euro für die Wohnungspolitik.

Transformation von La Sagrera

260 Mio. Euro für die Revitalisierung von Bahngelände, die Schaffung eines 36 Hektar großen Parks und den Bau von über 11.000 Wohnungen.

Neue millionenschwere Preise

Das Unternehmen Aena stiftet einen Literaturpreis in Höhe von 1 Mio. Euro und macht Barcelona zu einem zentralen Punkt auf der literarischen Weltkarte.

Gaudí in Virtual Reality

In der Kathedrale von Barcelona wurde eine immersive Ausstellung eröffnet, die die Werkstatt des genialen Architekten in VR-Technologie rekonstruiert.

Barcelona tritt in eine Phase intensiver städtebaulicher und sozialer Transformation ein, was die jüngsten Entscheidungen von Bürgermeister Jaume Collboni und der katalanischen Regierung (Generalitat) bestätigen. Der zentrale Punkt der Veränderungen ist das Gebiet des zukünftigen Hochgeschwindigkeitsbahnhofs La Sagrera, der nach 15 Jahren Bauarbeiten zum Impuls für die Schaffung eines neuen Stadtmodells werden soll. Die Stadt wird in den nächsten fünf Jahren 260 Millionen Euro investieren, um das historische Bahnviadukt zu beseitigen, das die Viertel Sant Martí und Sant Andreu trennt. Der Plan sieht den Bau von 11.347 neuen Wohnungen vor, von denen fast die Hälfte (48,8%) den Status geförderter Wohnungen haben wird, um Spekulationen entgegenzuwirken und es den Bewohnern zu ermöglichen, trotz steigender Preise in der Stadt zu bleiben. Parallel dazu hat die Regierung von Salvador Illa einen Haushaltsentwurf für 2026 mit einem Rekordwert von fast 50 Milliarden Euro angenommen. Ein zentraler Pfeiler dieser Finanzen ist die Summe von 1,9 Milliarden Euro, die für Wohnungsbauzwecke bestimmt ist. Diese Mittel sollen es ermöglichen, fast 90.000 Personen mit Mietzuschüssen zu unterstützen und die Bereitstellung von Bauland für neue Investitionen zu beschleunigen. Trotz der ehrgeizigen Pläne steht die Minderheitsregierung jedoch vor einer politischen Herausforderung, da die linke Partei ERC derzeit Verhandlungen über den Haushalt ablehnt, was die Zukunft des Plans in Frage stellt. Das Viertel La Sagrera ist seit Jahrzehnten ein Symbol für den städtebaulichen Stillstand Barcelonas; der Bau des intermodalen Bahnhofs ist eines der am längsten laufenden Infrastrukturprojekte Spaniens, und seine vollständige Fertigstellung ist erst für das Jahr 2032 geplant.Im Kulturbereich bereitet sich die Stadt auf die Feierlichkeiten zum Gaudí-Jahr 2026 vor. In der Kathedrale von Barcelona wurde das innovative Virtual-Reality-Erlebnis „Gaudí, l’Atelier du divin” eröffnet, das das während des Bürgerkriegs zerstörte Atelier des Architekten rekonstruiert. Barcelona stärkt auch seine Position als literarisches Zentrum – das Unternehmen Aena hat die Einführung eines neuen Literaturpreises im Wert von einer Million Euro angekündigt, was dem prestigeträchtigen Planeta-Preis entspricht. Unterdessen präsentierte Sonsoles Ónega, die Preisträgerin des Planeta-Preises 2023, ihren neuen Roman „Llevará tu nombre” und stellte sich der Kritik an der Kommerzialisierung der Literatur. Im Hintergrund der großen Investitionen gibt es jedoch Bedenken hinsichtlich der Haushaltsstabilität. Bürgermeister Collboni warnte davor, dass das Fehlen einer Einigung im katalanischen Parlament die Stadt Gefahr laufen lassen könnte, 250 Millionen Euro aus geplanten Gemeinschaftsinvestitionen zu verlieren. Ein zusätzliches lokales Problem ist die Situation des FC Barcelona, der mit einem Effektivitätsverlust seiner Stürmer zu kämpfen hat, was möglicherweise kostspielige Transfers im Sommer-Transferfenster erzwingen könnte. Der 1952 von José Manuel Lara gestiftete Planeta-Preis hat sich im Laufe der Zeit zum höchstdotierten Literaturpreis Spaniens und zu einer der einträglichsten, wenn auch umstrittensten, Auszeichnungen der Welt entwickelt.„Queremos romper la idea de que la ciudad está terminada y que no se puede construir nuevas viviendas.” (Wir wollen mit der Vorstellung brechen, dass die Stadt fertig ist und dass keine neuen Wohnungen gebaut werden können.) — Bürgermeister von Barcelona

Mentioned People

  • Jaume Collboni — Bürgermeister von Barcelona, der Pläne für große städtebauliche Transformationen und den Bau von Sozialwohnungen vorantreibt.
  • Sonsoles Ónega — Spanische Journalistin und Schriftstellerin, Preisträgerin des Premio Planeta 2023, die ihren neuesten Roman promotet.
  • Salvador Illa — Präsident der Generalitat de Catalunya, dessen Regierung einen rekordverdächtig expansiven Haushalt vorschlägt.