Die wichtigste Sprachinstitution in Valencia sowie Universitätsphilologen haben die geplanten Änderungen im Lehrplan für die valencianische Sprache an weiterführenden Schulen kritisiert. Der vom regionalen Bildungsdepartement erarbeitete Entwurf schließt katalanische und balearische Schriftsteller aus der Pflichtlektüreliste aus und beschränkt sich auf Autoren, die im Gebiet Valencias geboren wurden. Die Akademie der Valencianischen Sprache und die Universitäten warnen, dass eine solche Entscheidung willkürlich sei und die Unterrichtsqualität verschlechtere, indem sie die Sprache vom weiteren kulturellen Kontext isoliere. Der neue Lehrplan ist bereits in die öffentliche Konsultation gegangen und stößt auf Proteste von Lehrergewerkschaften.

Scharfe akademische Kritik

Die Akademie der Valencianischen Sprache sowie Philologen von drei Universitäten haben einen detaillierten technischen Bericht veröffentlicht, in dem sie den Entwurf dafür kritisieren, geografische und administrative statt fachlicher Kriterien aufzuzwingen. Die Gelehrten behaupten, dass die Eliminierung katalanischer und balearischer Schriftsteller den Literaturunterricht in valencianischer Sprache schwächt, indem sie ihm wichtige Kontexte und Werke entzieht.

Änderungen in der Lektüreliste

Der Entwurf des neuen Lehrplans für weiterführende Schulen entfernt direkte Verweise auf „katalanische Literatur” und konzentriert sich ausschließlich auf valencianische Literatur sowie auf „wichtige valencianische Autorinnen und Autoren”. Kritikern zufolge führt der Ausschluss von Schriftstellern wie Ramon Llull oder Mercè Rodoreda zu einer künstlichen und schädlichen Fragmentierung des gemeinsamen Spracherbes.

Antwort der Regionalregierung

Das von der Volkspartei geführte Bildungsdepartement verteidigt die Änderungen als Anpassung des Lehrplans an die Bestimmungen der Verfassung und des Autonomiestatuts Valencias. Die Behörden versichern, dass der Entwurf weiterhin einen „integrativen Ansatz” habe und keine geschlossene Autorenliste schaffe, wodurch den Schulen Wahlfreiheit bleibe. Diese Zusicherungen haben die Kritiker jedoch nicht beruhigt.

Proteste der Gewerkschaften

Die wichtigsten Lehrergewerkschaften in der Region, STEPV und Kommissionen der Arbeiter, haben bestätigt, dass sie die Mobilisierung gegen die Änderungen fortsetzen werden. Die Gewerkschaften unterstützen den Vorschlag der philologischen Fakultäten, die Möglichkeit zum Studium von Autoren aus dem gesamten Sprachraum beizubehalten, wie es bisher Praxis war.

Die von der Volkspartei geführte Regionalregierung Valencias ist nach der Vorlage eines Entwurfs für Änderungen im Lehrplan der valencianischen Sprache für weiterführende Schulen auf scharfe Kritik aus akademischen und sprachwissenschaftlichen Kreisen gestoßen. Hauptstreitpunkt ist der geplante Ausschluss katalanischer und balearischer Schriftsteller aus der Pflichtlektüreliste. Die Kritik kommt von verschiedenen Seiten: von der wichtigsten normativen Sprachinstitution, der Akademie der Valencianischen Sprache (AVL), bis hin zu den philologischen Fakultäten dreier Universitäten: in Valencia, Alicante und Castellón. Die Akademie der Valencianischen Sprache äußerte in einer offiziellen Mitteilung tiefe Besorgnis, dass der neue Lehrplan dazu führen könnte, die valencianische Sprache und Literatur als „isoliert und kontextlos” wahrzunehmen. Die Institution warnt, dass dieser Ansatz einen ernsthaften Rückschritt für das globale Verständnis der Sprache bedeute, die von Millionen Menschen gesprochen wird. Die Universitätsphilologen gingen in einem detaillierten technischen Bericht noch weiter und nannten die vorgeschlagenen Änderungen „Reduktionismus” und auf rein geografischen sowie administrativen, nicht wissenschaftlichen Kriterien basierend. Sie betonen, dass die Eliminierung zentraler Autoren aus dem Sprachraum, wie des mittelalterlichen Philosophen Ramon Llull oder der zeitgenössischen Schriftstellerin Mercè Rodoreda, die Bildung der Schüler verarme. Der Streit über die Identität der valencianischen Sprache und ihr Verhältnis zum Katalanischen dauert seit Jahrzehnten an und ist eines der Schlüsselthemen in der Regionalpolitik Valencias. Der rechtliche Status und die Benennung dieser Sprache regelt das Autonomiestatut von 2006, das sie als offizielle Sprache der Gemeinschaft anerkennt. Die Akademie der Valencianischen Sprache, die genau auf Grundlage dieses Statuts gegründet wurde, ist ihr offizielles normatives Organ. Ihre Position in Fragen der Lehrpläne hat großes fachliches und politisches Gewicht.Auf der anderen Seite verteidigt das regionale Bildungsdepartement (Conselleria d'Educació) die Reform. In Reaktion auf die Vorwürfe behauptet es, die Aktualisierung des Lehrplans ziele darauf ab, ihn an das anzupassen, was „die Verfassung und das Autonomiestatut der Valencianischen Gemeinschaft festgelegt haben”. Die Beamten weisen darauf hin, dass der Entwurf keine geschlossene Autorenliste schaffe und den Schulen eine gewisse Flexibilität lasse. Diese Argumentation überzeugt die Gegner der Änderungen nicht. Die Lehrergewerkschaften STEPV und Kommissionen der Arbeiter haben angekündigt, die Proteste fortzusetzen. Sie unterstützen den alternativen Vorschlag der philologischen Fakultäten, der „diese geografische Beschränkung überwinden” und das Studium von Autoren aus dem gesamten Sprachraum ermöglichen soll, wie es bisher der Fall war. Der Streit hat nicht nur eine akademische, sondern auch eine politische Dimension und spiegelt die breitere Debatte über die kulturelle Identität der Region wider.

Perspektywy mediów: Liberale und akademische Medien stellen die Änderungen als willkürliches, ideologisches Projekt der Volkspartei dar, das die Sprache isoliert und der Bildung schadet. Die Regionalregierung und sie unterstützende Medien stellen die Reform als notwendige Anpassung des Lehrplans an das Recht und als Verteidigung der valencianischen Eigenart dar.

Mentioned People

  • Ramon Llull — Mittelalterlicher Philosoph und Schriftsteller, der als einer der Väter der katalanischen Literatur gilt und dessen Werke aus dem neuen Lehrplan ausgeschlossen werden sollen.
  • Mercè Rodoreda — Hervorragende zeitgenössische katalanische Schriftstellerin, deren Werk aus der Pflichtlektüre in valencianischen Schulen entfernt werden soll.