Waldemar Żurek, Justizminister und Generalstaatsanwalt, hat der Nationalstaatsanwaltschaft persönlich angewiesen, die Berufung gegen das Freispruchurteil für den Prominenten Piotr Zelt zurückzuziehen. Der Fall betrifft die Anklage der Beleidigung der ehemaligen Sprecherin der Grenzschutzbehörde, Hauptmann Anna Michalska. Die Information wurde vom Abgeordneten Paweł Jabłoński nach Erhalt einer Antwort aus dem Justizministerium aufgedeckt. Der Fall hat seinen Ursprung in Ereignissen aus dem Jahr 2021.
Persönliche Anordnung des Ministers
Minister Waldemar Żurek erteilte dem Generalstaatsanwalt Dariusz Korneluk persönlich die Anweisung, die Berufung im Fall Piotr Zelt zurückzuziehen.
Fall der Beleidigung Michalskas
Der Prominente Piotr Zelt wurde beschuldigt, Hauptmann Anna Michalska beleidigt zu haben, indem er sie als 'Gesicht der bestialischen Standards des PiS-Staates' bezeichnete.
Anfrage des Abgeordneten Jabłoński
Der Abgeordnete Paweł Jabłoński stellte eine Anfrage an das Justizministerium, die nach vier Monaten zur Aufdeckung der Entscheidung Żureks führte.
Politischer Kontext der Vorwürfe
Der Fall wird als Beispiel für politisches Engagement der Staatsanwaltschaft und für die Gesetzgebung durch die derzeitige Regierungskoalition dargestellt.
Justizminister Waldemar Żurek erteilte der Nationalstaatsanwaltschaft die direkte Anweisung, die Berufung gegen das Freispruchurteil für den Schauspieler und Prominenten Piotr Zelt zurückzuziehen. Der Fall betraf den Vorwurf der Beleidigung und Verleumdung der ehemaligen Sprecherin des Grenzschutzes, Hauptmann Anna Michalska. Die Information über die persönliche Intervention des Ministers wurde vom PiS-Abgeordneten Paweł Jabłoński aufgedeckt, der vor vier Monaten eine Anfrage zu dieser Angelegenheit an das Ministerium gestellt hatte. Die Vorwürfe gegen Zelt resultieren aus seinen Äußerungen aus dem Jahr 2021, in denen er Michalska als „Gesicht der bestialischen, banditenhaften Standards des PiS-Staates“ bezeichnete. Die Staatsanwaltschaft legte Berufung gegen die erste Instanz ein, die Zelt freisprach, zog sie jedoch später zurück, was das Verfahren endgültig zugunsten des Angeklagten beendete. „To Waldemar Żurek, minister-prokurator z nadania Donalda Tuska osobiście wydał polecenie.” (Das war Waldemar Żurek, der von Donald Tusk ernannte Minister-Staatsanwalt, der persönlich die Anweisung erteilte.) — Paweł Jabłoński Diese Entscheidung wird von Politikern der Opposition als Ausdruck politischer Einflussnahme auf die Justiz durch die derzeitige Regierung interpretiert. Vertreter der Regierungskoalition haben sich bisher öffentlich nicht zu diesem Fall geäußert. Die Funktion des Generalstaatsanwalts in Polen, die vom Justizminister ausgeübt wird, ist seit langem wegen eines potenziellen Interessenkonflikts zwischen der Aufsicht über die Strafverfolgung und der politischen Tätigkeit umstritten. Justizreformen waren im letzten Jahrzehnt ein Hauptstreitpunkt zwischen der vorherigen und der derzeitigen Regierung. Der Fall von Hauptmann Michalska und Piotr Zelt hatte von Anfang an eine starke politische Bedeutung, da er die Bewertung der Maßnahmen des Grenzschutzes während der sogenannten Migrationskrise an der polnisch-belarussischen Grenze betraf. Die Maßnahmen der Behörden waren damals Gegenstand heftiger Auseinandersetzungen zwischen der Opposition und der damaligen PiS-Regierung. Die derzeitigen Entscheidungen der Staatsanwaltschaft in dieser Sache könnten als Teil einer breiteren Strafpolitik gegenüber Vorfällen aus der Vergangenheit angesehen werden. Ablauf des Strafverfahrens im Fall Zelt: Verfahren in erster Instanz: Gericht sprach Piotr Zelt frei → -; Berufung der Staatsanwaltschaft: Eingelegt → Auf Anordnung des Ministers zurückgezogen; Endzustand des Falls: Laufend → Endgültig zugunsten Zelts eingestellt Die Aufdeckung der Rolle von Minister Żurek verstärkt die Vorwürfe der Opposition über einen instrumentellen Umgang mit der Staatsanwaltschaft. Die Frage der Unabhängigkeit der Strafverfolgung von der Politik bleibt eines der wichtigsten Themen der öffentlichen Debatte in Polen.
Perspektywy mediów: Linke und liberale Medien könnten die Entscheidung als Korrektur der Fehler der vorherigen Regierung und als Wiederherstellung der Verhältnismäßigkeit bei der Bestrafung von Äußerungen darstellen. Rechte und konservative Medien sehen darin einen Beweis für politische Abrechnung mit Gegnern und die Entmündigung der Staatsanwaltschaft durch die Regierung Tusk.
Mentioned People
- Waldemar Żurek — Justizminister, Generalstaatsanwalt, der die Anweisung zum Rückzug der Berufung erteilte.
- Piotr Zelt — Schauspieler und Prominenter, der der Beleidigung von Hauptmann Anna Michalska beschuldigt und freigesprochen wurde.
- Anna Michalska — Ehemalige Pressesprecherin der Grenzschutzbehörde, Geschädigte im Fall der Beleidigung.
- Paweł Jabłoński — PiS-Abgeordneter, der die Information über die persönliche Intervention von Minister Żurek aufdeckte.
- Dariusz Korneluk — Generalstaatsanwalt, der die Anweisung von Minister Żurek erhielt.