Das deutsche Justizsystem kämpft mit einer beispiellosen Leistungskrise. Laut dem neuesten Bericht des Deutschen Richterbundes hat die Zahl der anhängigen Strafverfahren erstmals in der Geschichte die Marke von einer Million Fälle überschritten. Die Überlastung von Staatsanwaltschaften und Gerichten führt zu dramatischen Folgen, einschließlich der Notwendigkeit, Personen, die des schwersten Verbrechens verdächtigt werden, wegen Überschreitung der gesetzlichen Verfahrensfristen aus der Untersuchungshaft zu entlassen.

Historischer Rekord an anhängigen Verfahren

Die Zahl der offenen Strafverfahren in Deutschland hat erstmals die Millionengrenze überschritten und zeigt einen Anstieg von 50% in den letzten fünf Jahren.

Personalmangel in der Justiz

Das deutsche Justizsystem benötigt dringend etwa 2000 neue Stellen für Richter und Staatsanwälte, um mit der Flut von 5,5 Millionen neuen Fällen pro Jahr fertig zu werden.

Freilassung gefährlicher Angeklagter

Aufgrund der Überschreitung der Fristen für die Untersuchungshaft werden Personen freigelassen, die des schweren Verbrechens verdächtigt werden, darunter brutale Morde.

Die deutsche Justiz befindet sich in einem tiefgreifenden strukturellen Krisenzustand. Aus den vom Deutschen Richterbund (DRB) vorgelegten Daten geht hervor, dass die Zahl der unerledigten Strafverfahren Ende 2025 einen Rekordwert von 1,15 Millionen erreichte. Dies entspricht einem Anstieg von fast 50 Prozent im Vergleich zum Jahr 2020, als etwa 700.000 Verfahren anhängig waren. Die Situation ist alarmierend, da die Staatsanwaltschaften seit drei Jahren systematisch einen Zustrom von über 5,5 Millionen neuen Fällen pro Jahr verzeichnen, dem kein adäquater Personalzuwachs im Justizsektor gegenübersteht. Das deutsche Rechtssystem basiert auf dem Legalitätsprinzip, das die Staatsanwaltschaft verpflichtet, jedes ihr bekannt gewordene Verbrechen zu verfolgen. Im Gegensatz zu angloamerikanischen Systemen sind die Möglichkeiten der Fallauswahl aus Opportunitätsgründen in Deutschland erheblich eingeschränkter, was bei Personalmangel das Phänomen der Gerichtsstaus verstärkt. Die Folgen der Lähmung betreffen unmittelbar die öffentliche Sicherheit. Personelle Überlastung zwingt die Gerichte dazu, Untersuchungshaft selbst bei Personen aufzuheben, die des schwersten Fehlverhaltens verdächtigt werden. Wie Sven Rebehn, Geschäftsführer des DRB, anmerkt, gab es Fälle, in denen Personen, die des Mordes angeklagt waren, freigelassen wurden, weil die Prozesse nicht innerhalb der gesetzlich vorgesehenen Frist von sechs Monaten beginnen konnten. Schätzungen zufolge fehlen derzeit in ganz Deutschland etwa 2000 Richter und Staatsanwälte, um den wachsenden Stau effektiv abzubauen. „Jahr für Jahr schieben die Ermittler einen immer größeren Berg von Fällen vor sich her, den sie ohne zusätzliches Personal nicht bewältigen können.” — Sven Rebehn Das Problem ist bundesweit vorhanden, wenn auch seine Intensität je nach Bundesland variiert. Experten warnen, dass ohne dringende Reformen und erhebliche finanzielle Investitionen in die Infrastruktur des Rechtssystems das Vertrauen der Bürger in den Rechtsstaat nachhaltig beschädigt werden könnte. Anstieg der Zahl unerledigter Strafverfahren (in Tausend): 2020: 700, 2025: 1000 1 000 000 — offene Strafverfahren in Deutschland Betonung der Notwendigkeit einer besseren Finanzierung des öffentlichen Sektors und der Fürsorge für Justizmitarbeiter als Schlüssel für ein funktionierendes Staatswesen. | Fokussierung auf die Gefahr für die Sicherheit der Bürger durch die Hilflosigkeit der Behörden und die Notwendigkeit, Straftäter freizulassen.

Mentioned People

  • Sven Rebehn — Geschäftsführer des Deutschen Richterbundes (DRB), der vor der Krise in der Justiz warnt.