Die rechtliche Situation von Íñigo Errejón, dem ehemaligen Sprecher der Gruppierung Sumar, hat sich nach einer offiziellen Anzeige durch eine zweite Frau drastisch verschlechtert. Das Opfer, eine bekannte öffentliche Person, die durch den Status einer anonymen Zeugin geschützt wird, beschuldigt den Politiker einer brutalen Vergewaltigung in seiner eigenen Wohnung im Jahr 2021. Das Ereignis fällt zeitlich mit der Premiere des neuen Romans von Sonsoles Ónegi und der umstrittenen Entscheidung zusammen, den Kanal von Pablo Iglesias in das Angebot der Plattform Movistar Plus+ aufzunehmen.

Zweite Strafanzeige gegen Errejón

Eine bekannte öffentliche Person hat den Politiker wegen einer im Jahr 2021 begangenen Vergewaltigung angezeigt, was das für die Opfer gemeinsame Handlungsmuster des Täters bestätigt.

Gericht fordert medizinische Dokumentation von Mouliaá

Richter Carretero hat die erste Anklägerin aufgefordert, Nachweise für gesundheitliche Beeinträchtigungen und ärztliche Atteste vorzulegen.

Canal Red kommt auf die Plattform Movistar

Das Fernsehen von Pablo Iglesias wird beim größten Bezahlfernsehanbieter Spaniens auf Sendefähigkeit getestet.

Die spanische Öffentlichkeit wurde erneut durch Berichte über sexuelle Übergriffe elektrisiert, die Íñigo Errejón, einst eine Schlüsselfigur des linken Bündnisses in Spanien, begangen haben soll. Die neue Klage, eingereicht von einer Frau mit dem Status einer geschützten Zeugin, beschreibt Ereignisse aus dem Herbst 2021. Laut Aussagen soll der Politiker körperliche Gewalt und Vergewaltigung verübt haben, nachdem er zuvor Kontroll- und Einschüchterungsmechanismen angewandt hatte. Der Anwalt Alfred Arrién, der sowohl die neue Geschädigte als auch die Schauspielerin Elisa Mouliaá vertritt, weist auf ein wiederkehrendes Handlungsmuster des Angeklagten hin, das unter anderem die erzwungene Verlagerung der Kommunikation auf verschlüsselte Apps umfasste. Gleichzeitig hat der mit dem Fall von Elisa Mouliaá befasste Richter Adolfo Carretero die Schauspielerin aufgefordert, die vollständige medizinische Dokumentation und die ärztlichen Atteste vorzulegen, auf die sie sich in ihren Aussagen berufen hatte. Dieses Verfahren erfolgt zu einem Zeitpunkt, zu dem die Verteidigung Errejóns versucht, die Glaubwürdigkeit der Vorwürfe in Frage zu stellen und die neue Klage als „Fernsehunternehmen” und nicht als Akt der Gerechtigkeit bezeichnet. Mouliaá selbst äußerte Dankbarkeit gegenüber dem zweiten Opfer für dessen Mut und betonte, dass sie sich lange Zeit allein im Rechtskampf gegen den einflussreichen Politiker gefühlt habe. Íñigo Errejón war Mitbegründer der Partei Podemos, die aus den Protestbewegungen von 2011 hervorging, und wurde später zum Gesicht der Formationen Más País und Sumar, wo er feministische und egalitäre Parolen förderte. Im Schatten des Sittenskandals fand die feierliche Premiere des neuen Buches von Sonsoles Ónegi mit dem Titel „Llevará tu nombre” statt. Die Autorin, Preisträgerin des renommierten Planeta-Preises, verbarg ihre Emotionen nicht und gab zu, dass die Arbeit am Roman eine Form der Selbsttherapie nach einer Welle der Kritik war, die nach ihrem vorherigen literarischen Erfolg über sie hereinbrach. Inzwischen verzeichnete die Medienbranche einen strategischen Schachzug der Plattform Movistar Plus+, die mit Tests der Ausstrahlung von Canal Red begann. Es handelt sich um ein Fernsehprojekt von Pablo Iglesias, was als bedeutender Schritt zur Erweiterung der Reichweite linker Botschaften im spanischen Bezahlfernsehsystem interpretiert wird. „Estoy superagradecida con que haya tenido el coraje y la valentía de por fin dar el paso. Hay un patrón muy claro.” (Ich bin superdankbar, dass sie den Mut und die Tapferkeit hatte, endlich den Schritt zu gehen. Es gibt ein sehr klares Muster.) — Elisa Mouliaá Es ist bemerkenswert, dass der Fall Errejón starke Auswirkungen auf die Kommunalverwaltungen hat. In Móstoles lehnten Stadträte einen Antrag auf Verurteilung der Handlungen von Bürgermeister Manuel Bautista ab, der ebenfalls mit Belästigungsvorwürfen in Verbindung gebracht wird, was tiefe politische Spaltungen bei der Aufarbeitung von sexuellen Missbräuchen in Machtstrukturen zeigt.

Mentioned People

  • Íñigo Errejón — Ehemaliger Sprecher von Sumar und Mitbegründer von Podemos, beschuldigt der Vergewaltigung und sexuellen Übergriffe.
  • Elisa Mouliaá — Schauspielerin, erste Frau, die Errejón offiziell des sexuellen Übergriffs beschuldigte.
  • Sonsoles Ónega — Journalistin und Schriftstellerin, Autorin des neuen Romans „Llevará tu nombre”.
  • Pablo Iglesias — Ehemaliger spanischer Vizepremierminister und Führer von Podemos, Schöpfer von Canal Red.