Die Staatsanwaltschaft hat dem ehemaligen Chef des Inlandsgeheimdienstes (ABW), Piotr Pogonowski, und dem ehemaligen Chef des Militärischen Abwehrdienstes (SKW), Maciej Materka, Vorwürfe erhoben. Die Ermittler beschuldigen sie der Pflichtverletzung im Zusammenhang mit der Nutzung der israelischen Pegasus-Software ohne erforderliche Sicherheitsakkreditierungen. Laut Staatsanwaltschaft wurden dadurch operative Maßnahmen der Dienste und die Sicherheit von Informationen mit höchster Geheimhaltungsstufe der Gefahr der Aufdeckung ausgesetzt. Den Verdächtigen drohen bis zu drei Jahre Haft.

Vorwürfe der Pflichtverletzung

Ehemalige Chefs von ABW und SKW erhielten Vorwürfe wegen der Nutzung von Pegasus ohne erforderliche Sicherheitsakkreditierung, was mit einer Strafe von bis zu 3 Jahren Haft droht.

Kein Schuldeingeständnis

Sowohl Piotr Pogonowski als auch Maciej Materka haben sich nicht zu den vorgeworfenen Handlungen bekannt und die Abgabe von Erklärungen vor der Staatsanwaltschaft verweigert.

Vorwurf der Gefährdung geheimer Informationen

Die Staatsanwaltschaft behauptet, dass der Einsatz des nicht verifizierten Systems eine Gefahr für den Schutz operativer Methoden und von Daten mit der Geheimhaltungsstufe 'streng geheim' geschaffen habe.

Am Mittwoch, den 25. Februar 2026, verkündete die Staatsanwaltschaft einen Durchbruch in den Ermittlungen zur Nutzung des Pegasus-Systems durch polnische Spezialdienste. Vorwürfe der Pflichtverletzung erhielten die ehemaligen Chefs der wichtigsten Sicherheitsbehörden: des Inlandsgeheimdienstes (ABW) und des Militärischen Abwehrdienstes (SKW). Ermittler des Sonderermittlungsteams Nr. 3 führen an, dass die Software ohne die notwendige IT-Sicherheitsakkreditierung eingesetzt wurde. Das Fehlen dieser Überprüfung soll zu einem unzureichenden Schutz der Formen und Methoden der operativen Arbeit geführt haben, was die Staatsanwaltschaft als Handeln zum Nachteil des öffentlichen Interesses wertet. Der Vorwurf gegen den ehemaligen ABW-Chef, Piotr Pogonowski, umfasst den Zeitraum von Oktober 2018 bis Februar 2020. Die Staatsanwälte behaupten, er habe den Einsatz des Systems zugelassen, obwohl er vollständig über das Risiko der Aufdeckung der Agenturaktivitäten wusste. Analoge Vorwürfe wurden Maciej Materka erhoben, der den militärischen Abwehrdienst leitete. Beide Verdächtige haben kein Schuldeingeständnis abgelegt und die Abgabe von Erklärungen verweigert. Die Staatsanwaltschaft entschied, keine Präventivmaßnahmen gegen sie zu verhängen, da sie keine Gefahr der Verfahrensbehinderung sieht. Der Pegasus-Skandal brach nach Berichten über die Überwachung von Oppositionspolitikern und Anwälten in den Jahren 2017–2021 aus. Seit März 2024 untersucht ein spezielles Team von Staatsanwälten die Rechtmäßigkeit des Kaufs und Betriebs des Geräts, das aus dem Justizfonds finanziert wurde.Beide ehemaligen Dienstvorgesetzten gaben scharfe Erklärungen ab, in denen sie ihre Entscheidungen verteidigen. Professor Pogonowski betonte, dass die Agentur unter seiner Leitung stets die für einen wirksamen Staatsschutz notwendigen Rechtsregeln eingehalten habe. General Materka wiederum hob hervor, dass seine Priorität darin bestand, den Beamten die besten Werkzeuge zur Erfüllung ihrer gesetzlichen Aufgaben bereitzustellen. Er fügte hinzu, dass alle operativen Maßnahmen mit richterlicher Genehmigung erfolgten. Kritiker des Vorgehens der Staatsanwaltschaft, darunter Professor Sławomir Cenckiewicz, bezeichnen das gesamte Verfahren als Zerstörung der Arbeitsmethoden der Dienste und der Menschen mit einzigartigem Wissen über die Sicherheit des Landes. „Usłyszałem dziś zarzuty prokuratorskie dotyczące rzekomego przekroczenia uprawnień w związku z działaniami podejmowanymi przez mnie w SKW przy wykorzystaniu systemu Pegasus.” (Ich habe heute staatsanwaltschaftliche Vorwürfe bezüglich der angeblichen Überschreitung von Befugnissen im Zusammenhang mit Maßnahmen, die ich im SKW unter Nutzung des Pegasus-Systems ergriffen habe, erhalten.) — Ehemaliger Chef des Militärischen Abwehrdienstes (SKW) „Dopuszczono do gromadzenia danych ściśle tajnych przez system, który nie był do tego uprawniony.” (Es wurde zugelassen, dass streng geheime Daten durch ein System gesammelt wurden, das hierfür nicht berechtigt war.) — Generalstaatsanwalt

Mentioned People

  • Piotr Pogonowski — Ehemaliger Chef des Inlandsgeheimdienstes (ABW)
  • Maciej Materka — Ehemaliger Chef des Militärischen Abwehrdienstes (SKW)
  • Dariusz Korneluk — Generalstaatsanwalt
  • Przemysław Nowak — Sprecher der Staatsanwaltschaft