Laut dem Statistischen Bundesamt waren im Jahr 2025 etwa 1,9 Millionen Menschen mit hohen Qualifikationen in Deutschland von Armut bedroht, was einen Anstieg um 350.000 im Vergleich zum Jahr 2022 bedeutet. Die Arbeitslosenquote in dieser Gruppe stieg von 2,2 % auf 3,3 %. Die Daten wurden auf Anfrage der Partei BSW Sahra Wagenknecht veröffentlicht, die die Wirtschaftspolitik der Regierung scharf kritisierte.
Deutlicher Anstieg der Armutsgefährdung
Die Zahl der von Armut bedrohten Personen mit Hochschulbildung hat sich innerhalb von drei Jahren um 22 % erhöht und erreicht 1,9 Millionen.
Steigende Arbeitslosigkeit unter Absolventen
Die Arbeitslosigkeit unter deutschen Akademikern stieg um 50 %, von 2,2 % auf 3,3 %, was Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt zeigt.
Politische Reaktion und Kritik
Politiker der Partei BSW, auf deren Anfrage die Daten veröffentlicht wurden, werfen der Regierung eine schlechte Wirtschaftspolitik vor, die zu diesem Phänomen führt.
Zunahme der Zahl der Hochqualifizierten
Während die Zahl der von Armut Bedrohten steigt, ist die Gesamtzahl der Menschen mit hoher Bildung um 1,6 Millionen auf 21,04 Millionen gestiegen.
In der deutschen Gesellschaft nimmt das Phänomen der Armut unter Menschen mit Hochschulbildung zu. Die auf Anfrage der Partei BSW offengelegten Daten des Statistischen Bundesamtes zeigen, dass im Jahr 2025 etwa 1,9 Millionen Menschen mit hohen Qualifikationen an der Armutsgrenze lebten. Das ist ein Anstieg um 350.000 bzw. 22 % im Vergleich zum Jahr 2022. Seit den 1960er Jahren galten das deutsche Bildungssystem und das Modell der sozialen Marktwirtschaft als Garant für einen stabilen sozialen Aufstieg. Ein Hochschulabschluss, insbesondere in Ingenieur- und technischen Berufen, stellte traditionell einen sicheren Weg in die Mittelschicht und zu Wohlstand dar. Gleichzeitig stieg die Arbeitslosenquote unter Menschen mit Hochschulbildung deutlich, von 2,2 % auf 3,3 %, was einer Verdopplung entspricht. Diese Statistiken sind besonders aussagekräftig vor dem Hintergrund des allgemeinen Anstiegs der Zahl der Hochqualifizierten in Deutschland. Im Jahr 2025 waren es 21,04 Millionen, also 1,6 Millionen mehr als drei Jahre zuvor. Dies deutet darauf hin, dass der Arbeitsmarkt nicht genügend gut bezahlte Arbeitsplätze für die wachsende Zahl von Hochschulabsolventen schafft. 1,9 mln — hochqualifizierte Personen leben an der Armutsgrenze Die Vorsitzende der Partei BSW, Sahra Wagenknecht, nutzte diese Daten für eine scharfe Kritik an der Wirtschaftspolitik der Regierungskoalition unter der Führung von Bundeskanzler Friedrich Merz. „Abstieg und Armut betreffen inzwischen alle Bildungsschichten. Friedrich Merz könnte zum Armutskanzler werden.” — Sahra Wagenknecht Ihrer Ansicht nach sind die vorgelegten Zahlen ein Beweis für das Versagen der Regierungspolitik und belegen, dass das Armutsproblem nicht mehr nur auf Menschen mit geringen Qualifikationen beschränkt ist, sondern sich auf alle Gesellschaftsschichten ausbreitet. Diese Daten stellen die traditionelle Überzeugung in Frage, dass Investitionen in Bildung die wirksamste Strategie sind, um sich in Deutschland vor Armut und sozialer Ausgrenzung zu schützen. Veränderungen der Situation Hochqualifizierter in Deutschland (2022 vs. 2025): Anzahl der von Armut Bedrohten: 1,55 Mio. → 1,9 Mio.; Arbeitslosenquote in der Gruppe: 2,2% → 3,3%; Gesamtzahl der Personen mit Hochschulbildung: 19,41 Mio. → 21,04 Mio. Bei einer detaillierten Analyse der Daten zeigt sich ein deutliches Paradox: Während die deutsche Gesellschaft immer besser ausgebildet wird, führt dies nicht automatisch zu einer Verbesserung der materiellen Situation eines bedeutenden Teils der Absolventen. Armutsgefährdung ist definiert als ein Einkommen unter 60 % des Medianeinkommens im Land. Die Tatsache, dass eine so große Gruppe gut ausgebildeter Menschen in diese Zone fällt, deutet auf tieferliegende strukturelle Probleme auf dem Arbeitsmarkt hin, darunter möglicherweise eine mangelnde Übereinstimmung von Qualifikationen und Wirtschaftsbedarf, die Erosion stabiler Beschäftigungsformen oder unzureichende Lohnsteigerungen in einigen Sektoren. Diese Daten könnten erhebliche politische und soziale Konsequenzen haben und die Debatte über die Zukunft des deutschen Wirtschaftsmodells beeinflussen.
Mentioned People
- Sahra Wagenknecht — Politikerin, Vorsitzende der Partei BSW, die die Veröffentlichung der statistischen Daten beantragte
- Friedrich Merz — Bundeskanzler Deutschlands, Vorsitzender der CDU, von Wagenknecht im Zusammenhang mit der Wirtschaftspolitik kritisiert