Der Föderale Sicherheitsdienst (FSB) hat eine offizielle Warnung zu Telegram herausgegeben und behauptet, dass das ukrainische Militär und Dienste schnell Informationen daraus beziehen und militärisch nutzen können. Laut dem Moskauer Geheimdienst können ukrainische Dienste in kurzer Zeit Daten abfangen, die von russischen Soldaten übermittelt werden. Diese Aussage fällt mit der Drosselung der App-Geschwindigkeit durch Roskomnadsor zusammen sowie mit der Erteilung von Befugnissen an Wladimir Putin, willkürlich ausgewählten Personen den Internetzugang zu kappen.
Warnung vor Spionage
Der FSB behauptet, die Ukraine habe sofortigen Zugriff auf über Telegram übermittelte Daten.
Technische Netz-Drosselung
Roskomnadsor beschränkt die Geschwindigkeit der App und bereitet den Boden für eine vollständige Blockade.
Neue Befugnisse für Putin
Unterzeichnung eines Gesetzes, das Diensten erlaubt, Einzelpersonen willkürlich vom Internet zu trennen.
Energieerpressung durch Fico
Die Slowakei droht der Ukraine mit einer Energiesperre aufgrund von Streitigkeiten über den Transit von russischem Öl.
Der russische Sicherheitsapparat hat beispiellose Schritte unternommen, um Telegram zu marginalisieren, das seit Beginn der Großinvasion ein Schlüsselkommunikationsmittel für russische Truppen und Verwaltung war. FSB informierte über „zuverlässige Daten“, wonach die Streitkräfte der Ukraine Sicherheitslücken der Plattform zur Abfangen von Nachrichtendaten nutzen. Gleichzeitig begann Roskomnadsor technisch die Geschwindigkeit der App zu drosseln, was Experten als finale Vorbereitung zur Blockade des Dienstes auf dem Gebiet der Russischen Föderation interpretieren. Telegram wurde 2013 von Pawel Durow als Nischenplattform mit Fokus auf Privatsphäre gegründet. Doch nach 2022 wurde es paradoxerweise zum Hauptmedium nicht nur für die russische Opposition, sondern vor allem für sogenannte „Z-Blogger“ und Soldaten, die über die App logistische Aktionen und Artilleriezielung koordinieren. Die eingeführten Beschränkungen lösen jedoch Widerstand innerhalb der russischen Armee aus. Berichte deuten darauf hin, dass Internetblockaden die russischen Einheiten selbst trafen, die stark von ziviler Kommunikationsinfrastruktur abhängen. Anstelle von Telegram drängen die Behörden eine eigene Lösung namens Max durch, die für Geheimdienste vollständig transparent sein soll. Die Situation verschärft sich dadurch, dass Präsident Wladimir Putin ein Gesetz unterzeichnete, das dem FSB das Recht gibt, unter dem Vorwand der „Gefahrenabwehr“ bestimmte Nutzer vom Netz zu trennen. Parallel kommt es in der Region zu wirtschaftlichen Reibereien – der slowakische Premierminister Robert Fico drohte der Ukraine mit einer Unterbrechung der Stromlieferungen, falls diese den Transit von russischem Öl nicht wieder aufnimmt. „ФСБ располагает достоверной информацией о том, что вооруженные силы и спецслужбы Украины способны в кратчайшие сроки получать информацию из мессенджера Telegram и использовать ее в военных целях.” (Der FSB verfügt über zuverlässige Informationen, dass die Streitkräfte und Spezialdienste der Ukraine in kürzester Zeit Informationen aus dem Messenger Telegram erhalten und für militärische Zwecke nutzen können.) — FSB-Mitteilung Die Aktionen des Kreml werden als Versuch gesehen, die Kontrolle über den Informationsfluss von der Front zu zentralisieren, wo unkontrollierte Berichte von Soldaten oft Fehler des Kommandos aufdeckten. Der Wechsel zum staatlichen Messenger Max wird Massenzensur und einfachere Überwachung von Personen ermöglichen, die den Konfliktverlauf kritisieren. Doch die plötzliche Änderung der Kommunikationsgewohnheiten zehntausender Soldaten an der Kontaktlinie zum Gegner könnte zu vorübergehendem operativen Chaos in russischen Einheiten führen.
Mentioned People
- Władimir Putin — Präsident Russlands, der das Gesetz über Befugnisse der Dienste zum Abklemmen des Internets unterzeichnete.
- Robert Fico — Premierminister der Slowakei, der der Ukraine mit einer Unterbrechung der Energieversorgung droht.