Der deutsche Außenminister Johann Wadephul hat die europäischen Verbündeten, insbesondere Frankreich, zu einer drastischen Erhöhung der Verteidigungsausgaben aufgerufen. Berlin schlägt eine Schwelle von 5 % des BIP für militärische Zwecke vor und argumentiert, dass die derzeitigen Bemühungen von Paris nicht ausreichen, um die europäische Souveränität zu gewährleisten. Diese Kritik erfolgt vor dem Hintergrund von Spannungen in den transatlantischen Beziehungen und des anhaltenden Krieges in der Ukraine.
Deutscher Druck auf Paris
Minister Johann Wadephul bewertete die Verteidigungsbemühungen Frankreichs öffentlich als unzureichend und forderte eine Erhöhung des Militärhaushalts.
Ziel: 5 Prozent des BIP
Berlin schlägt vor, dass die NATO-Länder anstreben sollten, bis zu 5 % des BIP für Verteidigung auszugeben, was deutlich über den derzeitigen Standards liegt.
Einsparungen statt gemeinsamer Schulden
Deutschland lehnt die Idee gemeinsamer Verteidigungsanleihen ab und schlägt Frankreich vor, Mittel durch Kürzungen bei den Sozialausgaben zu suchen.
Der deutsche Außenminister Johann Wadephul hat einen beispiellosen Appell an die europäischen Mitglieder der NATO gerichtet und auf die Notwendigkeit hingewiesen, die Rüstungsausgaben auf 5 % des BIP anzuheben. In einem Interview mit dem Sender Deutschlandfunk kritisierte der Minister Frankreich offen und bewertete dessen bisherige Anstrengungen als „unzureichend”. Nach Ansicht Berlins sollten Staaten, die eine europäische Souveränität anstreben, zunächst ihre „Hausaufgaben” in Bezug auf eigene Verteidigungshaushalte erledigen. Wadephul betonte, dass die Sicherheit des Kontinents untrennbar mit der Zusammenarbeit mit den USA verbunden sei, aber Europa müsse mehr finanzielle Verantwortung für seinen eigenen Schutz übernehmen. Die deutsche Forderung nach einer Erhöhung der Ausgaben auf 5 % des BIP geht über die derzeitigen Richtlinien des Bündnisses hinaus, die ein Minimum von 2 % des BIP vorsehen. Wadephul schlug direkt vor, dass Frankreich in den Sozialausgaben Einsparungen suchen sollte, um die Modernisierung der Armee zu finanzieren. Gleichzeitig lehnte der Außenminister das Konzept der Emission von Eurobonds für Verteidigungszwecke ab, was ein deutliches Signal des Widerstands gegen gemeinsame Verschuldung für Rüstungsausgaben darstellt. Berlin erwartet nun eine Stellungnahme von Präsident Emmanuel Macron, der Ende Februar eine wichtige Rede halten soll. Seit 2014, nach der Annexion der Krim durch Russland, haben die NATO-Staaten schrittweise von der Politik der Kürzungen in Militärhaushalten Abstand genommen, aber die meisten Länder haben erst in den letzten Jahren ernsthaft begonnen, das Ziel von 2 % des BIP für Verteidigung zu verfolgen. Die Kritik aus Deutschland spiegelt tiefgreifende Meinungsverschiedenheiten zwischen Berlin und Paris in Bezug auf die Entwicklungsrichtungen der GSVP wider. Während Präsident Macron oft von einer Vision eines militärisch unabhängigen Europas spricht, wirft ihm die deutsche Seite vor, dass diese Ambitionen nicht durch harte Haushaltszahlen gedeckt seien. Die Situation wird durch die Unsicherheit über das künftige Engagement der Vereinigten Staaten zum Schutz des alten Kontinents nach den Präsidentschaftswahlen verkompliziert, was die Führer der EU zwingt, ihre bisherige Sicherheitspolitik zu überdenken. „Wer von europäischer Souveränität spricht, muss entsprechend im eigenen Land handeln. Leider sind die bisher in Frankreich unternommenen Anstrengungen unzureichend.” — Johann Wadephul Vorgeschlagener Stand der Verteidigungsausgaben: Aktuelles NATO-Ziel: 2, Vorschlag Deutschlands: 5, Ausgaben Frankreichs (Schätzungen): 2.1 5% — BIP ist das neue von Berlin vorgeschlagene Ausgabenniveau Liberale Medien könnten die Notwendigkeit betonen, die europäische Kohäsion zu wahren und öffentliche Streitigkeiten zwischen Schlüsselverbündeten in Zeiten von Bedrohungen zu vermeiden. | Konservative Medien legen Wert auf die Notwendigkeit einer realen Aufrüstung und die Berechtigung, Frankreich das Fehlen konkreter finanzieller Maßnahmen vorzuwerfen.
Mentioned People
- Johann Wadephul — Deutscher Außenminister, der öffentlich die Verteidigungsausgaben Frankreichs kritisierte.
- Emmanuel Macron — Präsident Frankreichs, dessen Politik der europäischen Souveränität von Berlin kritisiert wurde.