Das Stadtmuseum Dresden eröffnete am Samstag eine Ausstellung zur Geschichte des Plattenbaus in Deutschland. Die Ausstellung „Platte Ost/West - Wohnen und Bauen in Großtafelbauweise“ zeigt die Entwicklung dieser Bauweise von 1945 bis heute und stellt Beispiele aus ost- und westdeutschen Bundesländern gegenüber. Durch Modelle, Fotografien und Berichte von Bewohnern aus Stadtteilen in Dresden und Köln hinterfragt die Ausstellung das Stereotyp, das „Plattenbau“ ausschließlich mit der DDR verbindet.

Ausstellung über Plattenbau

Das Stadtmuseum Dresden präsentiert die Ausstellung „Platte Ost/West - Wohnen und Bauen in Großtafelbauweise“, die am Samstag eröffnet wurde. Die Ausstellung hat einen überregionalen Charakter und zeigt die Entwicklung des Fertigteilbaus in ganz Deutschland, nicht nur auf dem Gebiet der ehemaligen DDR.

Retrospektive ab 1945

Die Ausstellung stellt die Entwicklungsphasen des Plattenbaus vom Ende des Zweiten Weltkriegs bis in die Gegenwart dar. Dafür wurden Modelle, Fotografien, Projekte gesammelt und eine künstlerische Rauminstallation geschaffen. Die Kuratoren stellen auch Fragen zur Zukunft des modularen Serienbaus.

Perspektive von Bewohnern und Architekten

Die Ausstellung enthält Interviews mit Bewohnern von Plattenbauten, die unter anderem im Stadtteil Prohlis in Dresden und in Chorweiler in Köln geführt wurden. Auch Architekten, die an den Nachkriegsbauprojekten beteiligt waren, teilen ihre Erinnerungen, was der Ausstellung eine persönliche und soziale Dimension verleiht.

In Dresden wurde eine Ausstellung zur Plattenbauarchitektur eröffnet, die gemeinhin als „Plattenbau“ bezeichnet wird und darauf abzielt, ihre stereotype Wahrnehmung ausschließlich als Erbe der Deutschen Demokratischen Republik zu durchbrechen. Die Ausstellung im Stadtmuseum mit dem Titel „Platte Ost/West - Wohnen und Bauen in Großtafelbauweise“ stellt Beispiele für den Bau mit Fertigteilen aus ost- und westdeutschen Bundesländern gegenüber und unterstreicht dessen Verbreitung in ganz Deutschland. Die Ausstellung bietet einen retrospektiven Überblick über diese Bauweise und präsentiert ihre Entwicklungsphasen ab 1945. Die Kuratoren nutzen dafür zeitgenössische Modelle, historische Fotografien, Archivprojekte und eine eigens angefertigte Kunstinstallation. Indem sie die Geschichte des Plattenbaus darstellt, stellt die Ausstellung auch Fragen nach seiner Zukunft und dem Potenzial des modularen, seriellen Bauens im Kontext aktueller Wohnungsbauherausforderungen. Nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs standen viele Länder Europas, sowohl im Ostblock als auch im Westen, vor einem enormen Wohnungsdefizit. Die bereits zuvor entwickelte Technologie der Großserienfertigung wurde zur Antwort auf den dringenden Bedarf an schnellem, kostengünstigem und massenhaftem Bauen. Während sie in der DDR die Form allgegenwärtiger Plattenbausiedlungen annahm (z.B. der WBS-70-Serie), wurden auch in der Bundesrepublik zahlreiche Projekte mit Fertigteilen realisiert, oft im Rahmen sozialer Programme oder beim Wiederaufbau zerstörter Städte. Ein wichtiger Bestandteil der Ausstellung sind die Berichte der direkten Nutzer dieser Räume. Es wurden Interviews mit Bewohnern zweier charakteristischer Stadtteile gesammelt: Prohlis in Dresden (ehemalige DDR) und Chorweiler in Köln (ehemalige Bundesrepublik). Ihre Erfahrungen sowie die Erinnerungen von Architekten, die an diesen Projekten beteiligt waren, verleihen der Ausstellung eine anthropologische und soziale Dimension, die über eine rein architektonische Analyse hinausgeht. Die Ausstellung hat einen edukativen und populärwissenschaftlichen Charakter und zielt darauf ab, das Wissen über ein weit verbreitetes, aber oft unterschätztes oder stigmatisiertes Element der deutschen Stadtlandschaft zu erweitern.