Die spanische politische Szene erlebt eine Phase extremer Spannungen im Zusammenhang mit neuen Ermittlungssträngen in Korruptionsfällen und einer kontroversen Initiative der Volkspartei. Die Abgeordnete Cayetana Álvarez de Toledo hat einen Sturm entfacht, indem sie die Freigabe der medizinischen Dokumentation von Premierminister Pedro Sánchez forderte, was die regierende Linke als „Verbreitung von Lügen“ bezeichnet. Gleichzeitig fordert ein Untersuchungsausschuss des Senats Vizepremierministerin María Jesús Montero auf, Erklärungen zu Unregelmäßigkeiten bei Maskeneinkäufen während der Pandemie abzugeben.
Angriff auf Gesundheit des Premierministers
Cayetana Álvarez de Toledo (PP) hat eine landesweite Debatte ausgelöst, indem sie die Offenlegung der medizinischen Daten von Pedro Sánchez forderte, was sogar innerhalb ihrer eigenen Partei auf Kritik stieß.
Vorladung von Vizepremierministerin Montero
Der Senat hat die Finanzministerin aufgefordert, Erklärungen zur Aufsicht über die SEPI und zu Unregelmäßigkeiten bei Maskenverträgen während der Pandemie abzugeben.
Durchbruch im Fall Plus Ultra
Der Ermittlungsrichter hat entschieden, die Untersuchung aufgrund der Komplexität und neuer Beweise zur Parteienfinanzierung an das Nationale Gericht zu übergeben.
Rolle von Isabel Pardo de Vera
Berichte der Guardia Civil legen nahe, dass die hohe Beamtin aktiv korrupte Kontakte zu chinesischen Vermittlern unterstützt haben könnte.
Die spanische Politik ist in eine Phase scharfer Konfrontation auf mehreren Fronten eingetreten, bei der sich ethische Fragen mit schwerwiegenden strafrechtlichen Vorwürfen vermischen. Der Hauptstreitpunkt betrifft die Forderung von Cayetana Álvarez de Toledo von der Volkspartei (PP), die die Offenlegung der Krankengeschichte von Premierminister Pedro Sánchez verlangt hat.PP distanziert sich formell von der radikalen Tonlage der Abgeordneten, setzt jedoch ihre politische Offensive in anderen Bereichen fort. Regierungssprecher und regierungsnahe Medien werfen der Opposition vor, eine Strategie der „Lügenwäsche“ anzuwenden, die darauf abziele, von der sachlichen öffentlichen Debatte abzulenken und das Mandat des Regierungschefs durch grundlose gesundheitliche Unterstellungen zu untergraben. Gleichzeitig wächst der Druck im Zusammenhang mit der als „Koldo-Affäre“ bekannten Ermittlung zu Korruption bei Verträgen für persönliche Schutzausrüstung. Der Untersuchungsausschuss des Senats hat Vizepremierministerin und Finanzministerin María Jesús Montero aufgefordert, zur Rolle der SEPI in den umstrittenen Beschaffungsprozessen auszusagen. Die Lage der Regierung verschlechtert sich durch Berichte über die Rolle von Isabel Pardo de Vera, der ehemaligen Staatssekretärin, die laut Berichten der UCO Kontakte zu chinesischen Beatmungsgeräte-Lieferanten erleichtert und den Angeklagten nach den ersten Festnahmen beraten haben soll. Zudem wurde der Fall der Fluggesellschaft Plus Ultra, nachdem er eine „neue Dimension“ angenommen hatte, an das Nationale Gericht (Audiencia Nacional) übergeben, was darauf hindeutet, dass die Vorwürfe über illegale Parteienfinanzierung an Fahrt gewinnen. Die angespannte Atmosphäre wird durch Berichte aus dem Gerichtssaal vervollständigt, wo der mit dem Fall von Victor de Aldama, einem Schlüsselzeugen in den Korruptionsaffären, befasste Richter den Termin für die Übergabe seines versiegelten Umschlags verschoben hat. Das Dokument soll angeblich Beweise für Unregelmäßigkeiten bei der Finanzierung der PSOE enthalten. Im Hintergrund dieser Ereignisse kommt es zu kleineren Vorfällen, wie dem versehentlichen Abstimmungsfehler von Vizepremierministerin Montero gegen Hilfe für Hochwasseropfer, was die Opposition sofort als Beweis für das Chaos in den Reihen der Sozialisten nutzte. Das spanische parlamentarische System ist seit der Finanzkrise von 2008 und dem Aufstieg populistischer Parteien durch eine starke Polarisierung geprägt, was sich in der letzten Dekade in einer außergewöhnlich aggressiven Sprache der öffentlichen Debatte niedergeschlagen hat.„Hay que ser más responsable a la hora de arrastrar bulos al Congreso.” (Man muss verantwortungsvoller sein, wenn man Gerüchte in den Kongress trägt.) — Iñaki López
Perspektywy mediów: Liberale Medien betonen die Unangemessenheit von Fragen zur Gesundheit des Premierministers und bezeichnen sie als Angriff auf Privatsphäre und Demokratie durch Fake News. Konservative Medien konzentrieren sich auf neue Beweise der UCO und die Notwendigkeit, die Verbindungen der Regierung zur Koldo-Affäre und zum Fall Plus Ultra aufzuklären.
Mentioned People
- Pedro Sánchez — Premierminister Spaniens, dessen Gesundheitszustand zum Ziel politischer Angriffe geworden ist.
- María Jesús Montero — Vizepremierministerin und Finanzministerin, vor einen Senatsausschuss geladen.
- Cayetana Álvarez de Toledo — Abgeordnete der Volkspartei, bekannt für kontroverse Auftritte und Kritik am Premierminister.
- Isabel Pardo de Vera — Ehemalige Staatssekretärin für Infrastruktur, in Verbindung mit der Maskenaffäre gebracht.