Die italienische Öffentlichkeit lebt von der Kontroverse um die Rückkehr des legendären Liedtexters Mogol vom Sanremo-Festival nach Rom. Der Künstler, der mit einem Preis für sein Lebenswerk ausgezeichnet wurde, nutzte für den Transport einen Hubschrauber des Feuerwehrkorps. Die Opposition wirft der Regierung vor, Rettungsdienste wie eine private Taxiflotte zu behandeln. Innenminister Matteo Piantedosi weist die Vorwürfe zurück, nennt den Musiker ein „nationales Denkmal“ und bezeichnet die Kritik als rein instrumentelle politische Manipulation.
Kontroverser Flug nach Rom
Mogol kehrte aus Sanremo mit einem Feuerwehr-Hubschrauber zurück, was scharfe Proteste der Oppositionsparteien M5S und PD auslöste.
Verteidigung durch Minister Piantedosi
Der Innenminister nannte den Künstler ein nationales Denkmal und bezeichnete die Angriffe als zynischen politischen Schachzug.
Operative Einsatzbereitschaft der Dienste
Die Feuerwehr versichert, dass der Passagiertransport die Rettungsfähigkeiten des Korps nicht beeinträchtigt habe.
Das Sanremo-Festival, traditionell das wichtigste Musikereignis Italiens, wurde 2026 zur Arena eines scharfen parlamentarischen Konflikts. Der Zündfunke des Streits war die Entscheidung, Mogol, den herausragenden Paroliere, der für die größten Erfolge von Lucio Battisti verantwortlich ist, mit einem Hubschrauber der Vigili del Fuoco zu transportieren. Nach Erhalt des renommierten Karrierepreises reiste der Künstler an Bord der Staatsmaschine in die Hauptstadt, was Oppositionsparteien – darunter die Fünf-Sterne-Bewegung (M5S) und die Demokratische Partei (PD) – als skandalösen Verstoß gegen die Standards der öffentlichen Vermögensverwaltung ansahen. Die Nutzung militärischer oder Rettungsressourcen durch Zivilpersonen in Italien kehrt regelmäßig als Thema in Debatten über „Kastenprivilegien“ zurück und knüpft an historische Streitigkeiten über sogenannte Staatsflüge (voli di Stato) an. Innenminister Matteo Piantedosi wies die Vorwürfe der Verschwendung entschieden zurück. Er argumentierte, dass Mogols Präsenz in Sanremo eine Dimension hatte, die über einen gewöhnlichen Bühnenauftritt hinausging, und dass der Schöpfer selbst den Status eines nationalen Gutes verdiene. Gleichzeitig gab die Feuerwehrführung eine Erklärung heraus, in der die Aufrechterhaltung der vollen operativen Einsatzbereitschaft der Formation betont wurde. Nach offizieller Version erfolgte der Flug von Sanremo nach Rom unter Wahrung der „ununterbrochenen Rettungsfähigkeit“, was darauf hindeutet, dass die Maschine einen technischen Flug oder eine Verlegung durchführte und die Anwesenheit eines Passagiers die Sicherheit der Bürger nicht beeinträchtigte. Mogol selbst, sichtlich zufrieden mit der Reise, bezeichnete die Feuerwehrleute als „wunderbare Menschen“ und den Flug als „ausgezeichnet“. Dennoch wurde der Vorfall für Regierungskritiker zum Symbol der Machtarroganz. Oppositionspolitiker weisen darauf hin, dass zu einer Zeit, in der Rettungsdienste mit Personalmangel und Ausrüstungsdefiziten kämpfen, die Nutzung ihrer Luftfahrzeuge für den Transport von Bühnenstars – selbst mit Legendenstatus – ein Ausdruck falscher Prioritätensetzung sei. Die Angelegenheit wird im Parlament fortgesetzt, wo Anfragen angekündigt wurden, um die genauen Kosten und die rechtliche Grundlage für den Einsatz des Hubschraubers zu protokollarischen Zwecken zu klären.
Mentioned People
- Mogol — Legendärer italienischer Liedtexter, eig. Giulio Rapetti, mit einem Preis für sein Lebenswerk ausgezeichnet.
- Matteo Piantedosi — Italienischer Innenminister, der die Entscheidung zum Hubschraubereinsatz verteidigt.