Der polnische Agrarsektor kämpft im Februar 2026 mit schwerwiegenden strukturellen und marktbedingten Herausforderungen. Berichte deuten auf eine kurios anmutende Situation hin, in der das Land bei vollen Lagern Hunderte Millionen Złoty für den Import von Kartoffeln, hauptsächlich aus Deutschland, ausgibt. Gleichzeitig sehen sich Pflanzenproduzenten mit einem sprunghaften Anstieg der Düngemittelpreise, darunter Harnstoff, sowie mit Schwierigkeiten beim Befahren der Felder aufgrund der Wetterbedingungen konfrontiert, was eine Änderung der Aussaatstrategie erzwingt.
Kapitalabfluss durch Importe
Polen gab 288 Mio. Złoty für Kartoffelimporte aus, wovon fast die Hälfte des Betrags den deutschen Markt bediente, trotz heimischer Überproduktion.
Drastischer Anstieg der Düngemittelpreise
Der Preis für Harnstoff ist um 220 Złoty pro Tonne gestiegen, was die Anbaukosten erheblich erhöht und die Rentabilität der Betriebe beeinträchtigt.
Blockade von Importen aus Asien
Die Behörden beschlagnahmten an der Grenze 2,5 Tonnen Kohl aus Thailand, was ein Signal für eine Verschärfung der Qualitätskontrollen für Produkte von außerhalb der EU ist.
Änderung der Aussaatstrategie
Probleme mit der Bodenfeuchtigkeit zwingen Landwirte zum Verzicht auf Sommerfrüchte zugunsten von Winterkulturen.
Der nationale Agrarmarkt befindet sich in einer Phase tiefer Destabilisierung, was am deutlichsten im Sektor der Hackfrüchte sichtbar ist. Polen, historisch ein Potenzialträger im Kartoffelanbau, gibt paradoxerweise enorme Summen für den Import dieses Produkts aus. Den neuesten Daten zufolge wurden im letzten Jahr 288 Mio. Złoty für den Import von 180.000 Tonnen Kartoffeln ausgegeben, wovon allein 137 Mio. Złoty an Vertragspartner in Deutschland gingen. Experten betonen, dass das polnische Potenzial durch unterfinanzierte Verarbeitung und mangelnde strategische Produktionsplanung verschwendet wird. Produzenten von Verarbeitungskartoffeln schlagen Alarm über Preisrückgänge beim Aufkauf von bis zu 25 %, was sie bei vollen Lagern an die Grenze der Rentabilität bringt. Seit den 1990er Jahren sinkt die Anbaufläche für Kartoffeln in Polen systematisch – von über einer Million Hektar auf derzeit etwa 200.000 Hektar, was eine Folge der Spezialisierung der Betriebe und der steigenden Qualitätsanforderungen der Handelsketten ist. Die wirtschaftliche Situation der Betriebe wird durch den Anstieg der Produktionskosten drastisch verschlechtert. Die neuesten Markterhebungen zeigen, dass der Preis für Harnstoff um etwa 220 Złoty pro Tonne gestiegen ist. Dies ist nicht nur das Ergebnis globaler Trends, sondern auch früher eingeführter Zölle auf Düngemittelimporte aus dem Osten. Bis zu 70 % der Landwirte geben an, dass ihre Betriebskosten in einem Maße gestiegen sind, das freies Investieren unmöglich macht, und der Einkauf von Produktionsmitteln erfolgt hauptsächlich bar. Die Grenzbehörden haben auch die Kontrollen von Lebensmitteln aus Asien intensiviert – zuletzt wurden 2,5 Tonnen Kohl beschlagnahmt, um den heimischen Markt vor Waren zu schützen, die nicht den europäischen Normen entsprechen. 137 mln zł — zahlten wir an Deutschland für Kartoffelimporte Die agrometeorologischen Bedingungen zwingen die Landwirte zur Überarbeitung ihrer Frühlingspläne. Probleme mit übermäßiger Bodenfeuchtigkeit führen dazu, dass viele Produzenten nicht auf die Felder fahren können, was zum Verzicht auf die Aussaat von Sommerhafer zugunsten von Wintergetreidesorten führt. Gleichzeitig ist der entscheidende Moment für die Beurteilung der Überwinterung von Winterungen gekommen. Um die Rentabilität zu retten, fördert die Branche die Biostimulation als Teil einer Anti-Krisen-Strategie, die die negativen Auswirkungen von Wetterstress auf die Erträge begrenzen soll. Grundstückseigentümer für den Straßenbau, u.a. der S-6-Trasse, verlieren die Geduld aufgrund von Verzögerungen bei der Bewertung der in Anspruch genommenen Immobilien, was das Bild der Spannungen im Verhältnis Staat-Landwirt vervollständigt.