Die somalische Regierung und Agenturen der Vereinten Nationen warnen, dass ohne neue Finanzierung für Nahrungsmittelhilfe bis zu 6,5 Millionen Einwohner des Landes von akutem Hunger bedroht sind. Die Zahl der Menschen, die unter Mangelernährung leiden, hat sich innerhalb eines Jahres aufgrund der anhaltenden Dürre, bewaffneter Konflikte und eines historisch niedrigen Niveaus internationaler humanitärer Hilfe verdoppelt. Laut neuen Daten aus dem IPC-Bericht hat die Situation die Phasen der Krise und des Notstands erreicht, und 1,8 Millionen Kinder sind von akuter Mangelernährung bedroht. Aufgrund fehlender Mittel könnte die Nahrungsmittelhilfe bereits im April eingestellt werden.
Katastrophales Ausmaß des Hungers
Laut gemeinsamer Erklärung der somalischen Regierung und der UN kämpfen bis zu 6,5 Millionen Menschen, also mehr als ein Drittel der Bevölkerung des Landes, mit akutem Hunger. Diese Zahl hat sich im letzten Jahr verdoppelt, und die Krise hat Zehntausende Menschen gezwungen, ihre Häuser zu verlassen.
Massenhafte Mangelernährung bei Kindern
Besonders dramatisch ist die Situation der Jüngsten. Es wird geschätzt, dass 2026 1,84 Millionen Kinder unter fünf Jahren an akuter Mangelernährung leiden werden, davon fast 500.000 in ihrer schweren Form.
Kombination aus Dürre, Konflikt und Hilfskürzungen
Die Krise ist das Ergebnis dreier Faktoren: mehrjähriger Dürre und Wasserknappheit, Gewalt durch die islamistische Miliz Al-Shabaab, die das Land destabilisiert, und eines historisch niedrigen Niveaus internationaler Finanzierung humanitärer Hilfe.
Dringender Finanzierungsengpass
Das Welternährungsprogramm der UN warnte, dass ohne sofortige neue Mittel die Nahrungsmittellieferungen bereits im April vollständig eingestellt werden könnten. Es bestehen enorme Finanzierungslücken für Rettungsmaßnahmen.
Somalia steht vor einer der schwersten humanitären Krisen der Welt, da die Zahl der Menschen, die mit akutem Hunger kämpfen, 6,5 Millionen erreicht hat. Die gemeinsame Erklärung der Bundesregierung des Landes und der Agenturen der Vereinten Nationen, veröffentlicht am Dienstag, dem 24. Februar 2026, ist ein dramatischer Aufruf zum Handeln. Die Situation hat sich innerhalb eines Jahres alarmierend verschlechtert, und die Zahl der hungernden Einwohner hat sich verdoppelt.
Somalia, das am Horn von Afrika liegt, kämpft seit Jahrzehnten mit der Fragilität staatlicher Institutionen, Naturkatastrophen und Gewalt. Das Land erlebte eine tiefgreifende Destabilisierung nach dem Sturz der Regierung von Siad Barre im Jahr 1991, was eine lange Periode des Bürgerkriegs, des Zusammenbruchs staatlicher Strukturen und internationaler Interventionen einleitete. Wiederkehrende Dürren, die Teil des umfassenderen Problems des Klimawandels in der Region sind, führen regelmäßig zu humanitären Katastrophen, wie die von 2011, die eine Hungersnot und den Tod Hunderttausender verursachte.
Neue Daten aus dem IPC-Bericht klassifizieren die Situation in Somalia auf den Phasen drei (Krise) bis vier (Notstand) der fünfteiligen Hungerskala. Etwa zwei Millionen Menschen befinden sich in der schwersten, vierten Phase. Phase fünf bedeutet eine Hungersnot-Katastrophe. „"The drought ... has deepened alarmingly, with soaring water prices, limited food supplies, dying livestock, and very little humanitarian funding"” — Koordinator der humanitären Hilfe der UN in Somalia – sagte der Koordinator der humanitären Hilfe der UN in Somalia. Die Krise setzt sich aus drei Hauptursachen zusammen: die anhaltende Dürre, verursacht durch Jahre ausgebliebener Regenfälle, die Ernten zerstört und zu einem massiven Sterben von Nutztieren geführt hat; der anhaltende Konflikt und die Gewalt durch die islamistische Miliz Al-Shabaab, die den Zugang humanitärer Hilfe zu großen Teilen des Landes einschränkt; sowie globale Kürzungen der Hilfsfinanzierung, die zu einem historisch niedrigen Niveau der Unterstützung geführt haben. Die Auswirkungen sind bereits tragisch sichtbar: Zehntausende Menschen wurden intern vertrieben und drängen sich in Lagern rund um die Hauptstadt Mogadischu und andere Städte.
Die am stärksten gefährdete Gruppe sind Kinder. Es wird geschätzt, dass im Jahr 2026 1,84 Millionen Kinder unter fünf Jahren an akuter Mangelernährung leiden werden, was eine direkte Bedrohung für ihr Leben und ihre Entwicklung darstellt. In der Zwischenzeit steht das Hilfssystem am Rande des Zusammenbruchs. Das Welternährungsprogramm der UN warnte, dass ohne sofortigen Zufluss neuer Mittel die Nahrungsmittellieferungen bereits im April eingestellt werden könnten. Die somalische Regierung hatte bereits im November wegen der Dürre den Notstand ausgerufen, aber das Ausmaß der Krise erfordert eine dringende und massive internationale Reaktion, die bisher fehlt.
Mentioned People
- George Conway — Koordinator der humanitären Hilfe der UN in Somalia, Autor des Zitats über die sich vertiefende Dürre.
- Hawo Abdi — Bewohnerin Somalias, die zwei Kinder aufgrund von Krankheiten nach der Dürre verloren hat, im Reuters-Artikel als Beispiel für Opfer der Krise genannt.