Die Situation rund um das tragische Ereignis am Bahnhof Verona Porta Nuova hat eine neue Wendung genommen. Die italienische Senatorin Ilaria Cucchi hat in sozialen Medien eine Aufnahme veröffentlicht, die die letzten Lebensmomente des 26-jährigen Migranten aus Mali, Moussa Diarra, dokumentiert. Das Videomaterial wirft ein neues Licht auf den Einsatz eines Bahnpolizisten im Oktober 2024 und stellt die offizielle Version der Ereignisse in Frage, wonach das Leben des Polizisten durch einen Messerangriff angeblich bedroht gewesen sei.
Veröffentlichung des Videos
Senatorin Ilaria Cucchi hat eine Aufnahme aus Oktober 2024 veröffentlicht, die die Agonie von Moussa Diarra nach einem Schuss eines Polizisten zeigt.
Kontroversen um die Waffe
Familie und Aktivisten stellen die Behauptung in Frage, dass Diarra ein Messer besaß, und weisen auf einen Gegenstand hin, der einem Tischbesteck ähnelt.
Antrag der Staatsanwaltschaft
Die Ermittler beantragten die Einstellung des Verfahrens gegen den Beamten und erkannten sein Handeln als berechtigte Notwehr gegen einen Angriff an.
Politische Reaktion
Der Fall kehrt in die öffentliche Debatte zurück im Kontext der Worte von Matteo Salvini und Vergleiche mit amerikanischen Vorfällen mit Polizeibeteiligung.
Eine erschütternde Videoaufnahme, veröffentlicht von Senatorin Ilaria Cucchi, dokumentiert die letzten Lebensmomente von Moussa Diarra, einem 26-jährigen Bürger aus Mali. Der Vorfall ereignete sich am 20. Oktober 2024 am Bahnhof Verona Porta Nuova in Verona. Das Video zeigt einen jungen Mann am Boden liegend, während ein Beamter der Polfer medizinische Hilfe anfordert und über Funk mitteilt, er sei angegriffen worden und habe schießen müssen. Der Polizist behauptet auf der Aufnahme, der Angreifer halte noch ein Messer, doch die Umgebung und die auf dem Video sichtbaren Gegenstände haben eine Welle der Kritik und Forderungen nach einer erneuten Untersuchung ausgelöst. Die Situation erinnert an den Fall Stefano Cucchi aus dem Jahr 2009, des Bruders der heutigen Senatorin, der nach Misshandlungen durch Carabinieri in Haft starb und zu einem Symbol im Kampf gegen Polizeibrutalität in Italien wurde. Die Veröffentlichung des Materials erfolgte zu einem Zeitpunkt, als die Staatsanwaltschaft einen Antrag auf Einstellung des Verfahrens gegen den Beamten gestellt hatte und sein Handeln als Notwehr anerkannte. Ilaria Cucchi stellt diese Version in Frage und deutet an, dass der von Diarra gehaltene Gegenstand ein gewöhnliches Küchenbesteck gewesen sein könnte und keine gefährliche Waffe. Der Fall hat enorme politische Emotionen ausgelöst. Verkehrsminister Matteo Salvini hatte den Vorfall zuvor mit den Worten kommentiert: „Wir sind nicht in Minneapolis”, was eine direkte Anspielung auf den Tod von George Floyd war und Vorwürfe von Rassismus und Verharmlosung staatlicher Gewalt auslöste. Wir sind nicht in Minneapolis, aber was ich in diesem Video sehe, erweckt tiefste Besorgnis und erfordert vollständige Transparenz. Sowohl Menschenrechtsorganisationen als auch die malische Gemeinschaft in Italien fordern Gerechtigkeit. Die Analyse der Aufnahme ist entscheidend, um festzustellen, ob der Schusswaffengebrauch verhältnismäßig zur Bedrohung war. Der Fall Moussa Diarra ist zu einem zentralen Punkt in der Debatte über institutionellen Rassismus sowie über Interventionsverfahren bei Menschen in Obdachlosigkeits- oder psychischen Gesundheitskrisen geworden, was oft Migranten in italienischen Städten betrifft.
Mentioned People
- Ilaria Cucchi — Italienische Senatorin und Menschenrechtsaktivistin, die die Aufnahme veröffentlichte.
- Moussa Diarra — 26-jähriger Migrant aus Mali, der von der Polizei am Bahnhof in Verona erschossen wurde.
- Matteo Salvini — Vizepremier und Infrastrukturminister Italiens, der den Fall im Kontext der Sicherheit kommentierte.