Während des 32. Kongresses von Assiom Forex in Venedig nahm Gouverneur Fabio Panetta eine tiefgreifende Analyse der globalen und nationalen wirtschaftlichen Herausforderungen vor. Der Chef der italienischen Zentralbank betonte, dass der Welthandel trotz geopolitischer Spannungen und Zölle eine bemerkenswerte Widerstandsfähigkeit zeige. Er warnte jedoch, dass das auf niedrigen Löhnen basierende Wachstumsmodell Italiens erschöpft sei und die Zukunft von der beschleunigten Einführung künstlicher Intelligenz sowie der Vertiefung der europäischen Integration in den Bereichen Energie und Kapital abhänge.
Widerstandsfähigkeit des Welthandels
Der globale Handelsaustausch entwickelt sich trotz Zolltarifen und geopolitischer Spannungen dank der Anpassungsfähigkeit der Unternehmen.
Ende des Niedriglohnmodells
Die italienische Wirtschaft muss die auf billiger Arbeitskraft basierende Strategie zugunsten der Entwicklung moderner Technologien aufgeben.
Appell zur Einführung von KI
Die Beschleunigung der Digitalisierung und der Nutzung künstlicher Intelligenz ist für die Aufrechterhaltung der europäischen Wettbewerbsfähigkeit unerlässlich.
Solidität des Bankensektors
Die italienischen Banken sind stabil, sollten aber Innovationen und mutige Geschäftsprojekte mutiger finanzieren.
Während seines Auftritts auf der jährlichen Versammlung der Marktakteure Assiom Forex präsentierte der Gouverneur der italienischen Zentralbank, Fabio Panetta, eine optimistische, aber warnungsreiche Vision der Wirtschaft. Er stellte fest, dass der globale Handel nicht dem vor einem Jahr prognostizierten Zusammenbruch erlegen sei, was technologischen Innovationen und der Flexibilität der Unternehmen zu verdanken sei. Panetta äußerte die Überzeugung, dass ein vollständiger Bruch der Beziehungen zwischen den USA und ihren historischen Verbündeten aufgrund der systemischen Rolle der US-Wirtschaft unwahrscheinlich sei. Gleichzeitig kritisierte er protektionistische Tendenzen und wies darauf hin, dass Multilateralismus die beste Verteidigungsstrategie bleibe. Der Gouverneur betonte, dass wirtschaftliche Entscheidungen zunehmend nicht nur von Effizienz, sondern auch von Sicherheitsstrategien diktiert würden. Seit der durch den russischen Überfall auf die Ukraine im Jahr 2022 ausgelösten Energiekrise streben die Länder der Europäischen Union nach strategischer Autonomie, was einen tiefgreifenden Umbau der Lieferketten und Energiemärkte erfordert.In Bezug auf die innere Lage Italiens betonte Panetta, dass das Land in den letzten Jahren ein BIP-Wachstum verzeichnete, das nahe am EU-Durchschnitt lag, was Jahrzehnte der Stagnation beendet, obwohl die Prognosen für 2026 auf das Risiko einer erneuten Verlangsamung unterhalb der EU-Dynamik hinweisen. Besonders wichtig sei es, die Divergenz des Südens des Landes gegenüber dem Rest Italiens zu stoppen. Nach Ansicht des Gouverneurs sei das derzeitige Entwicklungsmodell jedoch aufgrund ungünstiger demografischer Trends nicht nachhaltig. Er wies darauf hin, dass eine Erhöhung der Beschäftigung bei gleichzeitiger Beibehaltung niedriger Löhne keine langfristige Wettbewerbsfähigkeit gewährleisten werde. Der Schlüssel zum Erfolg liege in Investitionen in Humankapital und Künstliche Intelligenz, deren Entwicklung eine Chance sei, die Europa nicht aufschieben dürfe. „Un modello di crescita fondato sull'espansione dell'occupazione e dei salari contenuti non è sostenibile alla luce delle tendenze demografiche.” — Fabio PanettaIm Finanzbereich bewertete der Gouverneur die Lage der italienischen Banken als solide, was unter anderem durch die Rekordergebnisse der Unipol-Gruppe bestätigt wird, die im Jahr 2025 einen Gewinn von über 1,5 Milliarden Euro erzielte. Er appellierte jedoch an die Finanzinstitute, bei der Kreditvergabe für innovative Projekte nicht übermäßige Vorsicht walten zu lassen. Vor dem Hintergrund der Diskussionen über die Stabilität der Märkte stellte Panetta einen Übergang von einer Phase des allgemeinen Optimismus zu einer vorsichtigeren Risikobewertung durch die Investoren fest. In der Geldpolitik sprach er sich für die Beibehaltung der Flexibilität durch die EZB aus, wobei er sowohl inflationsfördernde Risiken im Zusammenhang mit Rohstoffen als auch preisdämpfende Faktoren aufgrund der Lage der Finanzmärkte berücksichtigte. 0,7% — Wachstum des italienischen BIP im vergangenen Jahr Geopolitische Ereignisse wie der vierte Jahrestag des Krieges in der Ukraine oder Spannungen zwischen den USA und der EU stellen eine zusätzliche Belastung für die Einheit des Westens dar. Dies zeigt sich unter anderem an der Verschiebung des Meloni-Macron-Gipfels auf Juni 2026, der nach dem Treffen der G7-Führungskräfte in Evian stattfinden soll. Panetta betont jedoch, dass Europa gerade im Zeitalter des „Permakrisen” über das kurzfristige Reagieren hinausgehen und auf gemeinsame Maßnahmen in den Bereichen Energie und Kapitalmärkte setzen müsse, um sein Gewicht in der globalen Wirtschaft zu halten.
Mentioned People
- Fabio Panetta — Gouverneur der italienischen Zentralbank, Redner auf dem Assiom-Forex-Kongress.
- Giorgia Meloni — Ministerpräsidentin Italiens, Initiatorin der Verschiebung des Gipfels mit Frankreich.
- Emmanuel Macron — Präsident Frankreichs.
- Antonio Tajani — Vizeministerpräsident und Außenminister Italiens.