Die neueste Studie Deutschland-Monitor 2025 zeigt besorgniserregende Trends in der deutschen Gesellschaft auf. Obwohl fast alle Bürgerinnen und Bürger ihre Verbundenheit mit demokratischen Idealen bekunden, äußert ein bedeutender Teil der Befragten Unzufriedenheit mit deren praktischer Umsetzung. Besonders starke autoritäre Tendenzen sind in den ostdeutschen Bundesländern zu beobachten, wo jede vierte Person Offenheit für Regierungen ohne parlamentarische Beschränkungen zeigt. Die Beauftragte der Bundesregierung für die neuen Bundesländer, Elisabeth Kaiser, präsentierte Ergebnisse, die eine tiefe Vertrauenskrise in staatliche Institutionen illustrieren.
Vertrauenskrise in das System
Fast die Hälfte der Einwohner Ostdeutschlands äußert Unzufriedenheit mit der praktischen Funktionsweise der demokratischen Mechanismen in ihrem Land.
Anfälligkeit für Autoritarismus
Jeder fünfte Bürger der Bundesrepublik Deutschland zeigt Offenheit für Ideen einer starken Hand und eines Einparteiensystems, was ein Alarmsignal für die politische Klasse darstellt.
Paradox der ideellen Unterstützung
Trotz hoher Kritik an der Praxis unterstützen theoretisch bis zu 98 % der Gesellschaft die Demokratie als beste Staatsform.
Der veröffentlichte Bericht Deutschland-Monitor 2025 wirft ein neues Licht auf den Zustand der deutschen Demokratie und zeigt eine wachsende Kluft zwischen Idealen und deren Verwirklichung auf. Die Studie mit einer Stichprobe von 8000 Befragten ergibt, dass zwar 98 % der Deutschen die Demokratie als beste Regierungsform anerkennen, die Zufriedenheit mit ihrer täglichen Praxis jedoch deutlich geringer ist. In Westdeutschland äußert 38 % der Befragten Unzufriedenheit, während dieser Wert in den ostdeutschen Bundesländern auf 49 % steigt. Die Autoren der Studie weisen auf das Phänomen einer „Grauzone” der Einstellungen hin, in der Befragte das System nicht direkt ablehnen, aber anfällig für populistische und autokratische Parolen sind. Populismus wird zu einer realen Herausforderung für die politische Stabilität der Bundesrepublik Deutschland. Die Teilung Deutschlands in BRD und DDR dauerte von 1949 bis 1990 und hinterließ bleibende Spuren in der Mentalität und Wirtschaftsstruktur beider Landesteile. Unterschiede im Vertrauen in demokratische Institutionen sind bis heute eines der Hauptthemen soziologischer Debatten jenseits der Oder. Die Zahlenwerte bereiten politischen Analysten besondere Sorgen. Etwa 21 % aller Bürgerinnen und Bürger zeigen Neigungen zu autoritären Ideen, wie etwa die Forderung nach einer einzigen, starken Partei, die den „Volkswillen” repräsentiert, oder Aufrufe zu Regierungen eines starken Führers ohne parlamentarische Kontrolle Parlamentarismus. In den ostdeutschen Bundesländern erreicht dieser Anteil 26 %. Darüber hinaus stimmen bundesweit 31 % der Deutschen der Aussage zu, dass der Staat eine einzige mächtige Partei benötige, die das kollektive Interesse der Nation verkörpere. „Es ist gut, dass die Demokratie als Staatsform von den Bürgerinnen und Bürgern voll unterstützt wird, auch im Osten, aber die Kritik an ihrer Funktionsweise erfordert unsere Reaktion.” — Elisabeth Kaiser Die Studie deutet darauf hin, dass das Gefühl einer Vielzahl von Herausforderungen und Krisen dazu führt, dass Bürgerinnen und Bürger nach einfacheren Methoden der Staatsführung suchen. 26% — der Einwohner Ostdeutschlands akzeptiert autoritäre Ideen Der Bericht hebt hervor, dass diese Einstellungen mit einem Mangel an Vertrauen in politische Parteien und Medien korrelieren. Angesichts der aktuellen wirtschaftlichen Lage und der komplizierten Koalitionspolitik wächst die Zahl der Personen, die eine Diktatur unter bestimmten Umständen für eine akzeptable Regierungsform halten. Während bundesweit 4 % der Befragten diese radikale Ansicht voll teilen (weitere 7 % teilweise), erklären in Ostdeutschland bereits 6 % volle Zustimmung zu dieser These, und 12 % äußern eine gemäßigte Zustimmung. Experten warnen, dass die Ignoranz gegenüber diesen Stimmungen zu weiterer Polarisierung und einer Schwächung der Grundlagen des föderalen Rechtsstaates führen könnte. Unzufriedenheit mit der Funktionsweise der Demokratie: Westdeutschland: 38, Ostdeutschland: 49, Gesamt: 41
Hervorhebung sozialer Ungleichheiten und mangelnder Vertretung der Interessen der Arbeiterklasse als Hauptursachen der Enttäuschung mit dem System. | Akzentuierung der Erosion nationaler Werte, der Ermüdung durch Bürokratie und des Bedarfs an entschlossenem Führungsstil in Zeiten der Migrationskrise.
Mentioned People
- Elisabeth Kaiser — Beauftragte der Bundesregierung für die neuen Bundesländer, SPD-Bundestagsabgeordnete.