Mitarbeiter des Amts für Wettbewerb und Verbraucherschutz (UOKiK), unterstützt von Polizeibeamten, haben Durchsuchungen in den Büros von Allegro in Posen und Warschau durchgeführt. Diese Maßnahmen sind Teil eines Aufklärungsverfahrens zu einem möglichen Verstoß gegen die Wettbewerbsvorschriften. Der Regulator prüft, ob der E-Commerce-Gigant eigene Liefer- und Logistikmethoden bevorzugt hat, was sich negativ auf die Marktposition externer Betreiber und unabhängiger Verkäufer, die die Plattform nutzen, auswirken könnte.
Durchsuchungen in zwei Städten
Die Kontrollmaßnahmen von UOKiK und Polizei wurden simultan im Hauptsitz in Posen und in den operativen Büros in Warschau durchgeführt.
Verdacht auf Bevorzugung von Lieferungen
Das Amt untersucht, ob Allegro technisch sein eigenes Netzwerk von Paketautomaten und Kurieren auf Kosten externer Anbieter bevorzugt hat.
Potenzielle gigantische Strafen
Bei Verstößen gegen die Prinzipien des fairen Wettbewerbs droht dem Unternehmen eine Geldstrafe von bis zu zehn Prozent des Jahresumsatzes.
Reaktion des Unternehmens auf die Kontrolle
Allegro erklärt sich zu Transparenz und Zusammenarbeit bereit, behauptet aber gleichzeitig, dass das Handeln der Plattform im Einklang mit dem Gesetz stehe.
Am Donnerstagmorgen drangen staatliche Stellen in den Hauptsitz von Allegro in Posen sowie in die Firmenbüros in Warschau ein. Die Aktion wurde vom Vorsitzenden des UOKiK eingeleitet, der die Entscheidung zur Durchsuchung traf, um Beweise im laufenden Aufklärungsverfahren zu sichern. Das Amt untersucht, ob das Unternehmen seine Marktmacht durch sogenannte Selbstbevorzugung missbraucht hat. Die Verdachtsmomente betreffen Mechanismen, die eigene Logistikdienste der Plattform wie die Paketautomaten One Box fördern, auf Kosten von Lieferangeboten, die von Kurierfirmen außerhalb der Allegro-Kapitalgruppe durchgeführt werden. Der Regulator weist darauf hin, dass Hinweise auf Unregelmäßigkeiten von sich beschwerenden Verbrauchern und anderen Teilnehmern des E-Commerce-Markts eingegangen sind. Der Einsatz mit Polizeibegleitung ist ein Standardverfahren in Situationen, in denen ein realer Bedarf besteht, elektronische Daten vor Veränderung oder Löschung zu sichern. Allegro bestätigte in einer offiziellen Stellungnahme die Durchführung der Kontrollmaßnahmen und erklärte seine volle Kooperationsbereitschaft mit den Inspektoren. Vertreter der Plattform betonten jedoch, dass ihrer Ansicht nach alle angewandten Geschäftsprozesse vollständig mit polnischem und EU-Recht im Einklang stünden. Das Unternehmen argumentiert, dass Änderungen an Algorithmen lediglich der Verbesserung des Einkaufskomforts und der Beschleunigung der Lieferfristen für Endnutzer dienen. Das polnische Gesetz zum Schutz des Wettbewerbs und der Verbraucher von 2007 gibt dem Vorsitzenden des UOKiK umfangreiche Kontrollbefugnisse, die an EU-Vorschriften angelehnt sind, einschließlich des Rechts auf Durchsuchungen mit Zustimmung des Gerichts für Wettbewerb und Verbraucherschutz. Das Ausmaß der möglichen Geldstrafe, die bis zu 10 % des Jahresumsatzes des Unternehmens betragen kann, sorgt an den Kapitalmärkten für große Besorgnis. Für ein Unternehmen der Größe von Allegro würde dies die höchste Sanktion in der Geschichte der polnischen Wettbewerbsbehörde bedeuten. Investoren an der Warschauer Wertpapierbörse reagierten auf diese Berichte mit einem heftigen Verkauf der Aktien des Unternehmens, was zu einem vorübergehenden Rückgang der Marktbewertung des Giganten führte. Wettbewerbsexperten weisen darauf hin, dass der Fall Allegro Teil eines breiteren europäischen Trends ist, bei dem Regulierungsbehörden die Dominanz großer digitaler Plattformen zunehmend strenger behandeln. 10% — des Jahresumsatzes kann die Strafe des UOKiK betragen
Perspektywy mediów: Liberale Medien könnten die Innovationskraft von Allegro und potenzielle Verluste für die polnische Wirtschaft aufgrund der Strenge der Regulierungsbehörden betonen. Konservative Medien könnten die Notwendigkeit des Kampfes gegen Monopole und die Unterstützung von Wirtschaftspatriotismus durch den Schutz kleinerer Firmen in den Vordergrund stellen.